Kein Assassin's Creed: Ich will endlich ein neues Prince of Persia!

Seit zehn Jahren gönnt sich der Prince of Persia eine lange Auszeit. Doch damit muss langsam mal Schluss sein, denn es wird Zeit für sein Comeback.

von Sven Raabe,
12.04.2020 12:00 Uhr

Es ist Zeit für die Rückkehr des Königs. Es ist Zeit für die Rückkehr des Königs.

In den vergangenen Monaten überraschte Ubisoft mich und sicherlich ebenfalls viele andere Gamer mit einer Wiederbelebung der Prince of Persia-Marke - wenn auch zunächst nur im kleinen Rahmen. Ein VR-Spiel und ein Event in For Honor sind zugegebenermaßen nicht das, was ich mir für die Reihe wünsche, doch es zeigt, dass das französische Unternehmen seine einstmals erfolgreiche Videospiel-Serie noch nicht komplett vergessen hat.

Der Assassin's Creed-Neustart war wichtig, allerdings...

Einen solchen Eindruck bekam ich in den vergangenen Jahren tatsächlich zusehends, denn Ubisofts gegenwärtiges Action-Flaggschiff, Assassin's Creed, hat dem persischen Prinzen bereits lange den Rang abgelaufen. Den Erfolg haben sich die Abenteuer von Altair, Ezio & Co. über die Jahre zweifelsohne hart erarbeitet und auch ich stieg lange Zeit begeistert in den Animus, um mich in der Vergangenheit auszutoben.

Allerdings bin ich kein sonderlich großer Fan der Richtung, die die Reihe in den letzten Jahren eingeschlagen hat. Natürlich war ein radikaler Neustart irgendwann notwendig und sicherlich auch ein Stück weit überfällig.

Assassin's Creed: Origins hat der Serie gut getan, gefällt mir jedoch nicht besonders. Assassin's Creed: Origins hat der Serie gut getan, gefällt mir jedoch nicht besonders.

Die Frischzellen-Kur (Assassin's Creed: Origins) wurde positiv aufgenommen, jedoch gefällt mir die Reihe lediglich bedingt im Gewand eines Action-RPG. Gerade die in den alten Teilen noch anspruchsvolleren Kletterpartien sowie die teils stringentere Inszenierung vermisse ich sehr.

Mit ihrem "Neustart" hat sich die Reihe für mich zu sehr von ihren Ursprüngen entfernt, in denen ich speziell in den frühen Ablegern noch riesigen Spaß mit den Assassinen-Gräbern sowie den gescripteten Jump'n'Run-Passagen hatte. Andererseits kann dieser Richtungswechsel durchaus Vorteile bergen, denn so bildet sich eine Lücke, die andere Videospiel-Serien für sich nutzen und ausfüllen können - wie Prince of Persia.

Unabhängig erfolgreich

Assassin's Creed und Prince of Persia sind sich vielleicht auf dem Papier ziemlich ähnlich, beide haben zum Beispiel akrobatisch hochbegabte Hauptfiguren. Das ist auch kein Wunder, denn schließlich begann Assassin's Creed ursprünglich als Spinoff der Prince of Persia-Reihe. Trotzdem haben beide Spiele mittlerweile genug Alleinstellungsmerkmale, um unabhängig voneinander erfolgreich sein zu können. Ubisoft sollte sich bei einem Comeback des Prinzen also primär auf dessen große Stärken konzentrieren.

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Dabei denke ich besonders an die märchenhafte Atmosphäre, mit der mich speziell die The Sands of Time-Trilogie zu PlayStation 2-Zeiten für unzählige Stunden in ihren Bann ziehen konnte.

Mit ihrem magischen Anstrich und dem bewusst gesetzten Fantasy-Einschlag könnte sich ein neues Prince of Persia merklich von der über die Jahre unnötig kompliziert gewordenen Science Fiction-Story von Assassin's Creed abheben und uns einmal mehr in ein Märchen aus 1001 Nacht entführen.

Neben der wunderbar stimmigen Atmosphäre war für mich stets das Gameplay die große Stärke der Prince of Persia-Reihe. Da es die Reihe, aufgrund ihres Fantasy-Settings, mit Realismus nicht ganz so genau nehmen muss, sollte der persische Thronfolger natürlich auch weiterhin regelmäßig sein akrobatisches Geschick unter Beweis stellen dürfen. Allen voran selbstverständlich seinen kultigen Wallrun, der jeden Assassinen vor Neid erblassen lässt.

Assassin's Creed und Prince of Persia können unabhängig voneinander existieren. Assassin's Creed und Prince of Persia können unabhängig voneinander existieren.

Die Akrobatik sollte jedoch nicht nur bei der Fortbewegung durch die Levels präsent sein, sondern ebenso in den Kämpfen eine gewichtige Rolle spielen. Eine überarbeitete Version des in Prince of Persia: Warrior Within eingeführten Free Form Fighting-Systems, das uns die Umgebung in die Kämpfe mit einbinden ließ, etwa indem der Prinz um Säulen herumwirbelte, wäre mehr als nur eine feine Sache und würde sich außerdem angenehm von den eher gemächlichen Scharmützeln eines Assassin's Creed abheben.

Bei einem neuen Prince of Persia sollte sich Ubisoft von seinen lieb gewonnenen Open Worlds verabschieden, denn nicht jedes Spiel braucht unbedingt eine offene Welt. Stattdessen könnte das Unternehmen beweisen, dass sie es noch immer verstehen, fantastische lineare Spiele im Stile der The Sands of Time-Trilogie zu entwickeln.

Diese gewährte uns Spielern zwar immer wieder gewisse Freiheiten in den Levels, lenkte die Story durch vereinzelte Adrenalin treibende Events jedoch regelmäßig in gezielte Bahnen.

Dieser Artikel ist Teil unserer Assassin's Creed-Themenwoche. Falls euch interessiert, was wir währenddessen noch alles produziert haben (unter anderem auch ein Minigame) findet ihr die Zusammenfassung mit allen Artikeln auf unserer Themenwochen-Übersicht.

Die Rückkehr ist lange überfällig

Die Zeit ist längst reif für ein (hoffentlich) spektakuläres Comeback des Prinzen, der das Action-Adventure-Genre nochmal ordentlich aufmischen könnte. Sein neues Abenteuer muss der blaublütige Held natürlich nicht zwangsweise im Rahmen der bekannten The Sands of Time-Trilogie erleben, wobei das vermutlich die für Ubisoft sicherste Option darstellen dürfte. Zumindest lassen die jüngst angekündigten Auftritte des Charakters diesen Schluss zu.

Prince of Persia in For Honor ist nicht genug. Prince of Persia in For Honor ist nicht genug.

Doch auch eine komplett neue Reihe rund um den Prince of Persia kann gelingen, solange sich die Entwickler auf die Stärken der Serie besinnen: Jede Menge märchenhafter Charme sowie zugängliches jedoch gleichsam anspruchsvolles Gameplay. Prince of Persia hat nahezu alles, was ein großartiges Action-Adventure braucht und die von Assassin's Creed freigemachte Lücke schreit geradezu danach, vom persischen Prinzen ausgefüllt zu werden.

Was haltet ihr von Svens Idee?

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