Lost in Random – Wenn Tim Burton ein Spiel machen würde, könnte es so ähnlich aussehen

Lost in Random ist ein Action-Adventure, angesiedelt in einer chaotischen und schaurig schönen Welt und erscheint noch dieses Jahr für Xbox- und PlayStation-Konsolen sowie Switch.

von Samara Summer,
27.06.2021 10:52 Uhr

Lost in Random erinnert stilistisch und atmosphärisch an Tim Burton und Alice: Madness Returns. Lost in Random erinnert stilistisch und atmosphärisch an Tim Burton und Alice: Madness Returns.

Genre: Action-Adventure Entwickler: Zoink Plattform: PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S, Nintendo Switch Release: 2021

Wie wäre es, wenn wir nur ein einziges Mal würfeln dürften und die gewürfelte Augenzahl über unsere Zukunft entscheiden würde? Nicht gut? So ergeht es aber den Kindern in der Welt des Action-Adventures Lost in Random, das dieses Jahr für Xbox- und PlayStation-Konsolen sowie für die Switch erscheinen soll. In diesem Spiel ist es Würfelpech, das dafür sorgt, dass sich unsere Heldin auf eine gefährliche Reise begeben muss. Aber eins nach dem anderen.

Darum geht es: Lost in Random entführt uns in das namensgebende Königreich Random, das durch den Grafikstil, der an Tim Burton-Filme erinnert, schaurig schön in Szene gesetzt wird. Der neue Trailer zum Spiel lässt erkennen, dass uns actionreiche Kämpfe sowie eine verrückte Geschichte erwarten.

Hier könnt ihr euch den Trailer ansehen:

Lost in Random - Story-Trailer lässt die Würfel rollen 2:36 Lost in Random - Story-Trailer lässt die Würfel rollen

Die Story: Alles beginnt damit, dass für Odd, die Schwester unserer Heldin Even, die Stunde der Wahrheit schlägt. Die böse Königin stattet ihr einen Besuch ab und lässt Odd ihr Schicksal auswürfeln. Es kommt, wie es kommen muss: Sie würfelt eine Sechs. Das bedeutet, dass sie mit der Herrscherin und ihren Spießgesellen gehen muss.

An ihrem 12. Geburtstag muss Odd den schicksalhaften Wurf wagen. An ihrem 12. Geburtstag muss Odd den schicksalhaften Wurf wagen.

Doch die Machthaberin hat ihre Rechnung ohne Even gemacht. Diese pfeift auf alle Regeln, um ihre Schwester zurückzugewinnen und sie vor ihrem düsteren Pfad zu bewahren. Auf ihrem Weg durch das dystopische Königreich Random trifft Even allerlei exzentrische Charaktere. Unter ihnen ist auch Dicey - ja, schon wieder ein Würfel. Dieser ist quicklebendig, wirkt ziemlich durchgeknallt und wird Evens Gefährte. Andere zwielichtige Ansässige halten verschiedene Missionen für uns bereit.

Actionreiche Kämpfe: Man könnte meinen, in dem Spiel ginge es nur darum, die düstere und gleichzeitig märchenhafte Welt zu erkunden, aber im Trailer sehen wir, dass auch gegen Monster gekämpft wird. Dabei hält sogar als Waffe ein Würfel her, den Even im Kreis um sich herumwirbelt. Daneben wird uns auch eine etwas klassischere Waffe präsentiert: eine Schleuder, mit der Even Feinde beschießt. Auch Dicey hat offenbar spezielle Kräfte, mit denen die Welt manipuliert werden kann. Neben den Kämpfen erwarten uns außerdem Dialogoptionen.

Even benutzt einen Würfel als Nahkampfwaffe. Even benutzt einen Würfel als Nahkampfwaffe.

Der märchenhaft verspielte Grafikstil erinnert, kombiniert mit den schaurig schönen Szenen, einem guten Schuss Wahnsinn und dem actionreichen Gameplay-Ansatz an das beliebte Alice: Madness Returns. Wie stark sich die Spiele tatsächlich ähneln, muss sich noch zeigen.

Was macht Lost in Random so besonders?

Ganz augenscheinliches Highlight sind bei diesem Spiel der Artstyle und die ganz spezielle Atmosphäre: Aus märchenhaften Motiven sowie einer kindlichen Heldin und dem makabren Gruselcharme entsteht eine sehr spezielle Mischung.

Eine spannende Grundidee: Das bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass Lost in Random neben dem hübschen Stil nichts zu bieten hat. Das Gegenteil könnte der Fall sein: Die Geschichte um das Zukunftswürfelspiel wirkt unverbraucht und bietet ein interessantes Potenzial. Wir dürfen gespannt sein, wie packend die Story um Even, Dicey und Odd letztendlich wird.

Für die Geschichte ist übrigens kein Unbekannter verantwortlich: Ryan North hat schon mehrere Awards und Nominierungen inne und ist der Autor der Comicserien Adventure Time, die auch eine Zeichentrick-Umsetzung bekam, und Marvels The Unbeatable Squirrel Girl.

Die finstere Königin besitzt einen mysteriösen schwarzen Würfel. Die finstere Königin besitzt einen mysteriösen schwarzen Würfel.

Zudem könnten rasanten Kämpfe mit verrückten Gegnern und Waffen einen großen Spaßfaktor bieten. Zumindest dann, wenn sich die Action-Einlagen gut anfühlen und gut in das Spielgeschehen eingebunden sind. In den offiziellen Infos zu Lost in Random erfahren wir, dass wir lernen müssen, das Chaos zu beherrschen, was womöglich auf interessante Spielmechaniken hindeutet.

Für wen ist Lost in Random interessant?

Für alle Fans von Alice: Madness Returns dürfte Lost in Random einen zweiten Blick wert sein. Außerdem sprechen euch Grafikstil und Atmosphäre bestimmt an, wenn ihr Tim Burton-Filme mögt. Oder auch, wenn euch die Mischung aus niedlich, abgedreht und düster generell zusagt und ihr Lust auf Action habt.

Nichts ist hingegen Lost in Random für diejenigen unter euch, die mit exzentrischen Figuren und überdrehten Geschichten nichts anfangen können oder wenn ihr anstelle von Action lieber nur erkundet.

In Random treffen wir auf zwielichtige Gestalten. In Random treffen wir auf zwielichtige Gestalten.

Was gefällt uns, was nicht?

Wir können das Spiel bisher nur anhand der bekannten Infos und der Trailer einschätzen. Letztere haben uns aber mit ihrer abgedrehten Stimmung und Charakteren auf den ersten Blick schon mal in ihren Bann gezogen. Auch die Geschichte um die beiden Geschwister und den Schicksalswurf hat Potenzial.

Wird uns Evens Abenteuer fesseln? Natürlich ist die Frage, wie packend die Story tatsächlich ist. Gerade eine etwas überdrehte Geschichte benötigt in der kompletten Umsetzung große Stilsicherheit, um nicht nervig oder hysterisch zu wirken. Dass für Lost in Random jedoch ein bekannter erfolgreicher Autor engagiert wurde, stimmt uns zuversichtlich.

Die Welt von Lost in Random macht einen vielversprechenden Eindruck. Die Welt von Lost in Random macht einen vielversprechenden Eindruck.

Das größte Fragezeichen sind bisher noch die Spielmechaniken, vor allem das Kampfsystem. Die ersten gezeigten Bilder von den Actioneinlagen sehen nach Spaß aus. Um beurteilen zu können, ob dem wirklich so ist, müssen wir allerdings noch mehr sehen und vor allem selbst Hand anlegen. Ob ein actiongeladenes Spiel am Ende funktioniert, hängt nicht nur von kreativen Ideen, sondern von Details wie Treffer-Feedback und Balancing ab.

Einschätzung der Redaktion

Samara Summer
@Auch_im_Winter
Ich habe richtig Lust, mich in das Chaos von Lost in Random zu stürzen. Ganz egal, ob in Büchern, Serien oder Spielen: Mir gefällt es, wenn eine Geschichte rund um ein spannendes Grundkonzept gestrickt ist - und das ist bei Lost in Random mit dem Schicksalswurf der Fall. Ich hoffe, dass die Idee rund um Würfel, Chaos und Zufall nicht nur der Ausgangspunkt der Story ist, sondern sich als roter Faden durch die Handlung zieht und sich vor allem auch in kreativen Spielmechaniken spiegelt.

Genau damit könnte Lost in Random eventuell dem stilistisch ähnlichen Alice: Madness Returns etwas voraushaben. Denn so sehr ich dem Style des verrückten Wunderlands verfallen bin, die Action war mir dort auf Dauer etwas zu repetitiv. Genau in dieser Beziehung könnte Lost in Random vielleicht mit dem Chaos-Faktor punkten. So oder so - und Vergleiche mit anderen Titeln mal beiseite: Ich wünsche mir von Lost in Random, dass das Spiel nicht nur hübsch aussieht, sondern mich überrascht, gut unterhält und seinen ganz eigenen Charakter hat.

zu den Kommentaren (3)

Kommentare(3)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.