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Ni no Kuni 2: Revenant Kingdom - Kleiner König ohne Land

Die Fortsetzung von Ni No Kuni macht viel anders, setzt aber erneut auf einen gebeutelten Helden und reizvolle Anime-Optik.

von Stephan Freundorfer,
26.01.2017 15:00 Uhr

Ni No Kuni 2: Revenant Kingdom - Trailer: mit ersten Gameplay-Szenen 1:53 Ni No Kuni 2: Revenant Kingdom - Trailer: mit ersten Gameplay-Szenen

Akihiro Hino ist ein beeindruckend umtriebiger Spielemacher: Der 48-Jährige hat nicht nur 1998 mit Level-5 eines der wichtigsten japanischen Entwicklerstudios gegründet, das er bis heute als Geschäftsführer leitet. Er bekleidet seit jeher auch entscheidende Positionen bei der Schöpfung und Weiterentwicklung aller relevanten Level-5-Serien - sei es Professor Layton (Designer, Produzent), Yo-Kai Watch (Chef-Kreativer, Story-Autor) oder Inazuma Eleven (Produzent).

So ist es eine umso größere Ehre, vom vielbeschäftigten und nur selten vor der Presse auftauchenden Hino persönlich dessen aktuelles Projekt präsentiert zu bekommen: Ni No Kuni 2: Revenant Kingdom. Das ist der Nachfolger eines hochgelobten Rollenspielmärchens, das in Zusammenarbeit mit den Anime-Meistern von Studio Ghibli zunächst für den japanischen DS entwickelt worden war. Später fand Ni no Kuni in einer PS3-Version auch den Weg zu uns in den Westen.

Vielleicht nimmt sich Akihiro Hino auch deshalb die Zeit, das Spiel im Tokioter Büro seines Publishers Bandai Namco zu präsentieren, weil er dabei eine grundsätzliche Frage klären kann: Ist Studio Ghibli wieder mit an Bord? Die kurze Antwort hat sich bereits angedeutet, nachdem bei und seit der Ankündigung des Titels keine Rede von einer Kooperation war: Nein. Studio Ghibli, die sich in rund 30 Jahren mit Filmen wie "Prinzessin Mononoke", "Chihiros Reise ins Zauberland" und "Mein Nachbar Totoro" einen legendären Ruf erarbeiteten, befinden sich nämlich gerade in einer Umstrukturierungsphase.

Bei den Action-reichen Kämpfen könnt ihr nach Belieben die Spielfigur wechseln. Hier schnetzelt der tapfere Roland ein Skelettmonster. Bei den Action-reichen Kämpfen könnt ihr nach Belieben die Spielfigur wechseln. Hier schnetzelt der tapfere Roland ein Skelettmonster.

Wichtige Mitarbeiter haben das Unternehmen verlassen, seit der Firmengründer Hayao Miyazaki 2014 in den Ruhenstand gegangen ist. Es ist unklar, ob je wieder ein Animationsfilm Ghibli-intern entstehen wird. Doch "für Ni no Kuni 2 haben wird dieselben Leute, die am ersten Spiel beteiligt waren", wie uns Hino im Interview verrät, "einschließlich Momose-san". Yoshiyuki Momose ist ein ehemaliger Ghibli-Animator, der ebenfalls an Teil eins mitwirkte und der mit seinen Kollegen der Fortsetzung ein vergleichbares Flair verpassen soll.

Parallelwelt der Parallelwelt

Ob das Fehlen des offiziellen Ghibli-Stempels eine schwere Hypothek für Ni no Kuni 2 sein wird, lässt sich schwer sagen. Der erste Teil hatte auf jeden Fall von der Kooperation profitiert - Akihiro Hino ist stolz auf 1,9 Millionen Exemplare von Ni no Kuni, die weltweit abgesetzt wurden. Bei der Fortsetzung muss man nun also in anderen Bereichen punkten, und dazu werden nicht nur die Protagonisten und die Story ausgetauscht, sondern auch die Spielmechanik erheblich umgebaut und erweitert.

Der Schauplatz immerhin ist erneut eine Ni no Kuni (was japanisch für "andere Welt" steht) - eine Parallelwelt zur Realität mancher Hauptfiguren. Die andere Welt der Fortsetzung ähnelt zwar bei Namen und Anmutung der aus dem Vorgänger, die Geschehnisse von damals haben sich hier aber nie zugetragen, wir erleben also eine Parallelwelt der Parallelwelt.

In der Oberwelt von Nin no Kuni 2 genießt ihr abwechslungsreiche Natur und tolle Weitsicht. Monster lassen sich problemlos ausmachen und wahlweise attackieren oder umgehen. In der Oberwelt von Nin no Kuni 2 genießt ihr abwechslungsreiche Natur und tolle Weitsicht. Monster lassen sich problemlos ausmachen und wahlweise attackieren oder umgehen.

Auch das Grundthema hat sich geändert: Im ersten Ni no Kuni drehte sich alles um die Reise des jungen Oliver und sein Erwachsenwerden. Nun geht es laut Hino um "unsere Verbindungen untereinander und wie wir uns verändern und wachsen, indem wir besondere Leute treffen". Wir, das ist der 13-jährige Evan, Sohn des verstorbenen Königs, dem sein Thron streitig gemacht und der verstoßen wird. Er muss seine Liebsten zurücklassen und schwört, sein eigenes Reich zu finden.

Und wir begleiten ihn natürlich auf seiner Reise und der Rückkehr zur Königswürde. Nebenbei wird natürlich die Ni no Kuni vom Bösen befreit. Zum Beispiel vom üblen Minister Mausinger, der das Katzenvolk aus Ding Dong Dell verbannt hat. Einst war das Städtchen ein Hort des friedlichen Zusammenlebens aller Kreaturen, Spieler der deutschen Version des Vorgängers kennen es als Katzbuckel.

Welterkundung und Arenakämpfe

Natürlich geht die Welten- und Ehrenrettung nicht im Alleingang, bei der Präsentation stellt man uns zwei Kameraden von Evan vor. Zum einen ist da der dunkelhaarige Roland, der in seiner realen Welt eine beliebte, führungsstarke Persönlichkeit und 48 Jahre alt ist (laut Hino wirklich nur "zufälligerweise auch mein Alter"), sich in der Ni no Kuni aber als 20-Jähriger wiederfindet. Zum anderen steht Evan das kecke Mädchen Tani zur Seite, ein von Luftpiraten adoptiertes Waisenkind und trotz burschikosen Auftretens im Inneren "weiblicher, als man denken würde" - was immer das heißen mag.

Wen wir (wie auch alle anderen Charaktere, die uns in Teil eins ans Herz gewachsen sind) leider nicht erblicken: Tröpfchen, die sonderbare Fee mit der großen Nase, an der eine Laterne hängt. Aber es wird Ersatz geben, verspricht uns Akihiro Hino, "eine neue Figur, die wir noch nicht zeigen. Allerdings ist sie ziemlich anders als Tröpfchen, denn diese Figur ist viel mehr mit der Hauptgeschichte verknüpft und hilft Evan dabei, König zu sein."

Die "Dungeons" von Ni no Kuni 2 sind im Endeffekt weitläufige Kampfarenen, in denen Monster unverzüglich attackiert werden können. Die "Dungeons" von Ni no Kuni 2 sind im Endeffekt weitläufige Kampfarenen, in denen Monster unverzüglich attackiert werden können.

Die Dreierbande erleben wir sogleich in Aktion: Ein Level-5-Kollege führt in einer Alpha-Version des Spiels die Truppe durch einen Augenschmaus von Oberwelt. Er lässt sie durch eine sanfte Hügellandschaft wandern, wir sehen detail- und abwechslungsreiche, vergleichsweise realistisch texturierte Natur und in der Ferne schneebedeckte Berge - die Weitsicht ist toll, man fühlt sich an die offene Welt des neuen Zelda erinnert. Die Charaktere muten anime-artiger an und heben sich deutlich von der Umgebung ab, ebenso wie die Monster, die über die Welt verstreut sind und aktiv attackiert werden können.

Wie im Vorgänger gibt es keine Zufallsbegegnungen, die Gruppe zieht sehenden Auges in die Schlacht, die sich in einer 3D-Arena zuträgt. Hier wird actionlastig mit Waffen und Zauberei den Monstern die Lebensleiste runtergeprügelt, nach Belieben lässt sich der aktive Held wechseln. Getötete Feinde hinterlassen weiße Sphären, die aufgesammelt werden, am Ende des Kampfes winken Items und Erfahrungspunkte. So weit, so wenig überraschend.

Evan und die 40 Wichtel

Die Gefechte sind dennoch hochinteressant, denn da gibt es noch jede Menge Mitstreiter der drei Helden, die sich entscheidend auf die Spielmechanik auswirken. Higgledies heißen die putzigen, einfarbigen Wichtel, die laut Entwickler »aus der Herzensmacht entstehen, die sich in Menschen, Tieren und Elementen finden lässt.« Wie viele Sorten der Higgledies es gibt, will man noch nicht preisgeben.

Klar ist aber, dass sich der Spieler bestimmte Kräfte zunutze macht, die durch die jeweilige Herkunft der kleinen Kerlchen bestimmt werden. Feuer-Wichtel beispielsweise werden vor unseren Augen auf den Gegner geschleudert und entzünden ihn. Vertreter einer anderen Sorte wirft der Spieler einem gewaltigen Bossmonster auf den Rückenpelz, wo sie ihn piesacken und dadurch von den drei Helden ablenken.

Hauptfigur von Ni no Kuni 2 ist der 13-jährige Evan, der sich sein geraubtes Königreich zurückerobern will. Hauptfigur von Ni no Kuni 2 ist der 13-jährige Evan, der sich sein geraubtes Königreich zurückerobern will.

Zudem gewähren die Higgledies individuelle Spezialattacken wie den Feuertornado oder einen Riesenhammer, der beschwört wird und wuchtig auf die Gegner niedersaust. Vier Sorten lassen sich von der Gruppe im Kampf mitführen, je zehn pro Sorte scheinen es maximal zu sein, was auf dem Bildschirm mitunter für ein aberwitziges Chaos sorgt. Dass uns die Wesen an Pikmin erinnern, lässt Hino gelten. Allerdings seien nicht Nintendos Pflanzenmännlein die ursprüngliche Inspiration gewesen, sondern die wuseligen schwarzen Geister, die Ghibli-Filmfans als Susuwatari kennen

In den wenigen Minuten der Live-Präsentation ergibt sich eine weitere Einsatzmöglichkeit der Higgledies, die Ni no Kuni 2 in puncto Spielmechanik erheblich frischer und interessanter machen könnte als den ersten Teil: Nachdem die Heldengruppe einen Dungeon betritt, findet sie ein neues, grünes Higgledy. Es besitzt die Kraft des Windes, und die wiederum dient dem Beschwören eines kleinen Luftwirbels, durch den sich die Helden auf bislang unerreichte Klippen befördern können.

Apropos Dungeons: Diese Bereiche, die trotz der Bezeichnung auch mal unter offenem Himmel liegen können, sind im Endeffekt eine einzige, weitläufige Arena. Die Monster stehen oder wandern sichtbar herum, bei einem Angriff wird aber nicht in einen eigenen Kampfbildschirm geschaltet.

Überraschungsgarantie

Neben actionreichem Rollenspiel mit frischen Ansätzen bei der Kampfmechanik haben Akihiro Hino und seine Leute offensichtlich noch eine große Überraschung für Ni no Kuni 2 in petto. Bei der Präsentation redet der Level-5-Chef von »eigenes Königreich aufbauen«, im späteren Gespräch weist er darauf hin, dass es seinen Grund habe, warum die Oberwelt sich so deutlich vom Vorgänger unterscheide.

Die sonderbaren Higgledies lassen sich in unterschiedlichsten Varianten finden und mitnehmen. Sie helfen im Kampf oder öffnen durch Spezialfähigkeiten vormals unerreichbare Abschnitte der Welt. Die sonderbaren Higgledies lassen sich in unterschiedlichsten Varianten finden und mitnehmen. Sie helfen im Kampf oder öffnen durch Spezialfähigkeiten vormals unerreichbare Abschnitte der Welt.

Nachdem Hino vor vielen Jahren bei den Playstation-Titeln Dark Cloud bzw. Dark Chronicle Action-Rollenspiel und Städtebau erfolgreich verquickt hat, tippen wir sofort auf einen Aufbausimulationsansatz, was Hino aber verneint. "Es handelt sich nicht um Städtebau oder so etwas, es ist etwas Dynamischeres. Und ich bin voll motiviert, diesen speziellen Teil des Spiels zu entwickeln, der sogar als eigener Spin-off-Titel veröffentlicht werden könnte."

Uns würde nach diesen ersten appetitanregenden Einblicken erst einmal genügen, wenn bald die Arbeit am Hauptspiel getan wäre. Immerhin gibt das Präsentierte Grund zur Hoffnung; das Spiel scheint schon weit gediehen und macht technisch einen sauberen Eindruck. Wobei das Ende der Fahnenstange hier laut Akihiro Hino noch lange nicht erreicht ist: Er verspricht ein ausgereiftes Werk, das auch über die normale PS4 mit 60 Bildern pro Sekunde flüssig-phantasievolle Atmosphäre auf den Bildschirm bringt.

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