Vor zehn Jahren wagte Entwickler Game Freak mit Pokémon Sonne und Mond einen ungewöhnlich großen Bruch mit der etablierten Pokémon-Formel.
Das Besondere? Die siebte Generation brach im November 2016 mit einer langjährigen Tradition. Klassische Pokémon-Arenen kommen in Sonne und Mond nämlich nicht vor, stattdessen führte das japanische Entwicklerteam eine Alternative ein, die für mich damals gehörig frischen Wind in die Pokémon-Formel brachte.
Inselprüfungen statt Arenakämpfe
Denn anstatt Pokémon-Arenen abzuklappern und acht Orden zu sammeln, um am Ende in der Pokémon Liga der/die Allerbeste zu werden, schickt euch Pokémon Sonne und Mond auf Inselwanderschaft. Hierbei handelt es sich um einen Brauch in der Alola-Region, bei dem ihr die vier tropischen Hauptinseln der neuen Region nacheinander besucht und dort spezielle Prüfungen absolviert.
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Pokémon Sonne und Mond - Starter-Pokémon im Gameplay-Trailer - Starter-Pokémon im Gameplay-Trailer
Insgesamt erwarten euch in Sonne und Mond acht Prüfungen: Sieben davon werden von einem Inselcaptain betreut, die letzte führt euch ohne Captain durch den Canyon von Poni.
Sind das dann nicht einfach Pokémon-Arenen in einem anderen Gewand? Nein, ganz und gar nicht! Ein Großteil der Inselprüfungen umfasst nämlich keine Pokémon-Kämpfe, sondern unterschiedliche Aufgaben und Minispiele. So vertreibt ihr mal Digdas aus einer Höhle, sammelt Zutaten, spürt Pokémon in einem Suchspiel aufs oder müsst Quizze bestehen.
Am Ende einer jeden Prüfung wird dann schließlich doch gekämpft: Nach Erfüllen der Aufgabe tretet ihr nämlich gegen ein mächtiges Herrscher-Pokémon an, das eure Kampffähigkeiten auf die Probe stellt.
Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie skeptisch ich die neuen Inselprüfungen vor dem Release von Sonne und Mond betrachtete. "Ein Pokémon ohne Arenen? Kann das funktionieren?", dachte ich mir damals.
Gleichzeitig wünschte ich mir natürlich spürbare Neuerungen für die Reihe, denn seit dem Release von Pokémon Rot und Blau im Oktober 1999 hat Game Freak keine nennenswerten Änderungen an der grundlegenden Spielstruktur (Routen abklappern, Arenakampf gewinnen und Orden einsacken) vorgenommen...
Als ich Pokémon Sonne und Mond dann im November 2016 endlich zockte und mich auf Inselwanderschaft in der Alola-Region begab, wurde ich eines Besseren belehrt.
Insbesondere dank der abwechslungsreich gestalteten Inselprüfungen fühlte sich die siebte Generation für mich tatsächlich ungewohnt frisch an. Pokémonkämpfe fielen zwar immer noch viel zu einfach aus und forderten mich spielerisch kaum heraus, die vielen unterschiedlichen Prüfungsaufgaben lockerten das Abenteuer aber so auf, dass ich durchweg Spaß an der Inselwanderschaft hatte.
In der nachfolgenden Pokémon-Generationen verabschiedete sich Game Freak zwar wieder von den Inselprüfungen, ließ spielerische Elemente daraus aber fortleben.
So kehren in Gen 8 alias Pokémon Schwert und Schild die klassischen Arenen wieder zurück. Vor dem Kampf gegen den jeweiligen Arenaleiter muss allerdings stets eine "Arena-Mission" erledigt werden. Wie bei den Inselprüfungen bestehen Arena-Missionen aus kleinen Aufgaben, in der ersten Challenge müsst ihr beispielsweise eine Wolly-Herde einsammeln, in Mission Numero 2 gilt es stattdessen, ein Labyrinth aus Wasserbarrieren zu überwinden.
Auch in Generation 9 aka Pokémon Karmesin und Purpur setzt Game Freak auf Arenamissionen, die ihr vor dem Kampf gegen den jeweiligen Arenaleiter absolvieren müsst.
Und ich bin mal gespannt, ob auch Pokémon Wind und Welle, die für 2027 geplanten Editionen der 10. Pokémon-Generation, das spielerische Konzept der Inselprüfungen in irgendeiner Form implementieren werden. Zumindest hoffe ich stark, dass Game Freak hier erneut auf spielerische Abwechslung setzt oder sich vielleicht sogar etwas komplett neues ausdenkt.
Haben euch die Inselprüfungen in Pokémon Sonne und Mond damals gefallen?
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