In der Vergangenheit gab es bereits einige erfolgreiche Hacks der PS5. Bisher entwickelten sich daraus vorrangig Jailbreaks für sehr alte Firmware-Versionen, ein Hacker stellt das gerade jedoch auf den Kopf: Wenn seine Angaben stimmen, hat er einen Exploit entwickelt, der auf jeder PS5 läuft, egal wie aktuell sie gehalten wurde.
Was ist ein Jailbreak?
Bei einem Jailbreak wird eine Lücke in der Software eines technischen Geräts ausgenutzt, um eigenen Code einzuschleusen und die Hardware somit von den Sicherheitsmaßnahmen des Herstellers zu "befreien".
Ist ein Jailbreak legal?
Ein Jailbreak an sich ist nach deutschem Recht legal, wie auch der Jurist Christian Solmecke in einem Video bestätigt. Sony steht es aber frei, eine Konsole vom PSN zu bannen, sollte sie sich in modifiziertem Zustand mit den Servern des Online-Dienstes verbinden.
Wird die Konsole für Raubkopien genutzt, wird der rechtlich legale Rahmen wenig überraschend verlassen, da ihr euch mit der Beschaffung, Anfertigung und/oder Verbreitung strafbar macht.
Was ist mit einem Jailbreak möglich?
Bei einer PlayStation wird ein Jailbreak beispielsweise genutzt, um:
- Singleplayer-Spiele zu modifizieren, damit sie in höheren Framerates laufen
- Cheats in Singleplayer-Spielen zu aktivieren
- eigene Programme wie Medien-Player oder selbstentwickelte Spiele zu starten
- verschollene Apps und Spiele wie die von Konami entfernte P. T.-Demo zu spielen
- Linux als alternatives Betriebssystem zu installieren
Droht mir Gefahr durch einen Jailbreak?
Mit einer alten Firmware ist es nicht möglich, sich beim PlayStation Network anzumelden, Schmutzfinken können euch also nicht gefährlich werden. Funktionen innerhalb des Online-Service sind zudem durch weitere Sicherheitsmaßnahmen geschützt.
Südkoreanischer Hacker hat wohl den bisher mächtigsten Jailbreak entdeckt
Am 15. April kündigte der bekannte südkoreanische PlayStation-Hacker Gezine an, dass er den Systemkern der PS4 und gleichzeitig auch der PS5 geknackt hat:
Link zum Twitter-Inhalt
Es handele sich dabei um einen sogenannten Zero-Day-Exploit. Das ist eine Sicherheitslücke, die dem Hersteller der Konsole nicht bekannt ist und beim Bekanntwerden nicht schnell genug gefixt werden könnte, bevor sie ausgenutzt wird.
Und das führt dann auch zu einer ungewöhnlichen Situation: PlayStation-Jailbreaks werden häufig erst dann gefunden, wenn die Lücke bereits von Sony geschlossen wurde. Beispielsweise, indem der Code der PS5-Systemsoftware von Hackern auf Änderungen überprüft wird.
Der Jailbreak von Gezine liefe aber auf jeder beliebigen Version der PS5-Systemsoftware, sofern seine Ankündigung der Wahrheit entspricht.
41:55
Neue Spiele im April - Vorschau-Video für PC und Konsolen
Für Sony würde die Situation dadurch sehr heikel werden, immerhin könnten Konsolen für Raubkopien genutzt werden, während sie mit dem PSN verbunden sind. Es wäre unter anderem denkbar, dass Konsolen-Spieler*innen Cheats oder Hacks in Multiplayer-Spielen starten könnten oder sich nach Belieben Platintrophäen verleihen.
Es ist aber so gut wie ausgeschlossen, dass das jemals passiert, denn der Hacker hat offenbar nicht die geringste Intention, den Jailbreak zu veröffentlichen.
Deswegen hat der Hacker keine Lust auf eine Veröffentlichung seines Jailbreaks
Gezine ist seit Monaten in der Hacking-Szene aktiv und hat innerhalb kürzester Zeit eine ganze Reihe von Exploits gefunden. Darunter eine Sicherheitslücke im PS2-Rennspiel Star Wars - Racer Revenge, die auf sehr aktuellen Firmwares zu einem Jailbreak führen kann:
Nachdem die Preise der Disc-Version des äußerst seltenen Star Wars-Spiels in astronomische Höhe schossen (mittlerweile steht der Titel bei knapp 600 Euro auf Gebrauchtplattformen) entlud sich der Frust über die Unzugänglichkeit des Jailbreaks von ungeduldigen Spieler*innen in seinem X-Feed.
Der Hacker wurde mit Beleidigungen und Drohungen überflutet, kurzum dem Schlimmsten, was das Internet zu bieten hat. Einige Zeit später kündigte er daher an, die sich undankbar zeigende Modding-Szene zu verlassen und nur noch privat an PS5-Exploits zu arbeiten. Das aktuelle Posting kann also unter anderem als Denkzettel für das grenzüberschreitende Verhalten vieler Online-User verstanden werden.
Andererseits wäre eine sofortige Veröffentlichung auch nicht besonders schlau, denn sie könnte drastische juristische Konsequenzen für den Hacker haben. Hersteller haben sich in der Vergangenheit bei vergleichbaren Jailbreaks darauf berufen, dass damit die Software-Piraterie vorangetrieben wird.
Einige Szenemitglieder gehen zudem davon aus, dass Gezine den Exploit privat halten könnte, um mehr Details über die Funktionsweise der PS5-Software in Erfahrung zu bringen. Das machen auch viele andere PlayStation-Hacker, zum Beispiel, um leichter weitere Sicherheitslücken zu entdecken und diese dann mit anderen Moddern zu teilen oder an Sony zu melden.
Das Unternehmen bietet nämlich ein Kopfgeldprogramm an, das es Hackern ermöglicht, mit ihren Funden Geld zu verdienen. Mal werden die Entdeckungen dann zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht, mal sind Verschwiegenheitsklauseln daran gebunden.
Wie sich der PS5-Hacker letztendlich entscheidet, ist noch nicht abzusehen. Mit der Online-Community wird er seine Entdeckung aber wohl nicht mehr teilen.
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