Sony will offenbar wissen, wie viel Fans bereit sind, für Spiele zu zahlen – und zwar möglichst genau. Darum werden im PlayStation Store jetzt großangelegte A/B-Tests durchgeführt. Diese Experimente mit einer neuen, dynamischen Preisgestaltung, bei der Spiele für unterschiedliche Menschen unterschiedlich viel kosten, stößt allerdings bei den meisten nicht auf Gegenliebe.
Sony experimentiert mit dynamischen Preisen im PlayStation Store
Den Menschen hinter der Internetseite PS Prices ist es wohl zuerst aufgefallen: Im PlayStation Store wird seit Monaten ausprobiert, wo die Schmerzgrenzen der Käufer*innen liegen, beziehungsweise ob sie sich ein Spiel doch kaufen, wenn es heruntergesetzt wurde – und wie groß der Rabatt dafür sein muss.
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Schauen wir mal was wird... Diese Spiele machen uns 2026 große Sorgen!
Soll heißen: Unterschiedliche Spieler*innen sehen momentan ganz verschiedene Preise für digitale PlayStation-Spiele im PSN Store. Im Herbst letzten Jahres ging das große Experiment wohl los und beschränkte sich zunächst auf einige Regionen. Mittlerweile sollen aber mehr als 190 Spiele in über 70 Regionen betroffen sein. Japan fehlt als einziger großer Markt weiterhin.
Sony probiert aber nicht nur mit den Preisen von eigenen Spielen wie Spider-Man 2 oder God of War Ragnarök herum, sondern auch mit Titeln von anderen großen Publishern, wie zum Beispiel 2K Games, Focus Entertainment, Deep Silver, Bethesda, Rockstar Games und anderen. Also können auch Titel wie Doom: The Dark Ages oder Red Dead Redemption 2 unterschiedlich viel kosten.
Dabei gehen die Preise tatsächlich in beide Richtungen bei diesem Experiment, zumindest in den USA. Das bedeutet, dass manche Varianten des elastischen Preises sogar über dem eigentlichen Standard-Preis angesetzt werden, wie zum Beispiel bei GTA 5. Das sollte dann teilweise plötzlich 29,99 statt 26,99 US-Dollar kosten. Sonst unterscheiden sich in der Regel nur die Höhe der Rabatte und ob es überhaupt welche gibt.
Hinweis: Wir haben Sony um ein Statement gebeten und aktualisieren diesen Artikel, sobald wir eine Antwort erhalten.
Ihr könnt aktuell ganz gut selbst ausprobieren, ob ihr in einer der Testgruppen gelandet seid oder nicht: Zumindest wird uns für Assassin's Creed Unity im PS Store ein anderer Preis angezeigt, wenn wir eingeloggt sind, als der, den wir sehen, wenn wir die Seite besuchen, ohne uns anzumelden.
Ohne Anmeldung kostet AC Unity im PS Store bei uns aktuell 4,49 Euro und hat so einen Preisnachlass von 85 %. Sehen wir uns das Spiel aber eingeloggt über die App im Store an, sollen wir 11,99 Euro zahlen, was nur 60 % Rabatt wären.
Besonders pikant dabei: Hier wird behauptet, der niedrigste Preis der letzten 30 Tage wäre 29,99 Euro, während dasselbe Spiel gleichzeitig ohne Login für viel weniger angeboten wird.
Wieso gerade Assassin's Creed Unity? Der Titel hat vor Kurzem noch ein spätes Update spendiert bekommen und läuft jetzt in 60 FPS. Die Tests werden also wahrscheinlich bei Spielen durchgeführt, nach denen eine hohe oder zumindest kurzzeitig gesteigerte Nachfrage besteht.
PS Store-User sind alles andere als begeistert von diesem Experiment
Besonders bemerkenswert wirkt in diesem Zusammenhang, wie intransparent die unterschiedlichen Preise sind. Wir wissen schlicht nicht, warum wir jetzt mehr oder weniger bezahlen sollen und was das für Auswirkungen für die Zukunft haben wird (wahrscheinlich aber eher keine niedrigeren, sondern eben insgesamt höhere Preise).
Die PlayStation-Spieler*innen finden die Vorstellung fürchterlich und halten auch von diesem Experiment sehr wenig. PushSquare-User wie Boxmonkey schreiben zum Beispiel Folgendes:
"Es ist schon eine abscheuliche Strategie, wenn es um Dinge mit limitierter Verfügbarkeit wie Konzerttickets geht, aber das bei etwas zu machen, wo es unendlich Nachschub gibt, sollte verboten werden."
Manch einer dachte eigentlich, dass so eine Praxis tatsächlich verboten wäre (zumindest in Großbritannien) und viele fragen sich jetzt natürlich, ob es wirklich zufällig ist, oder auf welcher Grundlage bestimmt wird, für wen welche Spiele teurer oder günstiger sind. Ein anderer PushSquare-Nutzer fürchtet beispielsweise, dass die Kategorien Geschlecht, Nationalität oder Anstellung sein könnten.
Sind euch auch schon unterschiedliche PSN-Preise aufgefallen? Wie findet ihr dynamische Preise?
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