Vielleicht habt ihr den dabei entstehenden Schmerz schon einmal gespürt: Ihr wart gerade dabei, einen neuen Rechner zusammenzuschrauben, aber euch passiert ein fieses Malheur. Der Prozessor fällt herunter oder sitzt nicht korrekt im Sockel, während ihr ihn festzurrt. Das häufige Resultat daraus sind verbogene Pins an der Unterseite der CPU.
Der Redditor Sulya_be hat sich einem Prozessor mit genau diesem Defekt angenommen. Der Vorbesitzer war etwas zu unvorsichtig beim Einsetzen der CPU, weshalb eine ganze Reihe an Anschluss-Pins verkrümmt wurde. Mit einer cleveren Idee ließ sich das Problem aber in wenigen Minuten beheben.
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Mit Nähnadel und Teppichmesser gegen verbogene CPU-Pins
Der Reddit-User Sulya_be ist mit diesem Kauf ein gehöriges Risiko eingegangen: Er hat einen gebrauchten PC für 200 Euro erstanden. Der Computer war nur deshalb so günstig, da der ehemalige Eigentümer einen fatalen Fehler beim Wechsel auf einen AMD Ryzen 5600X beging. Er achtete nicht richtig darauf, ob alle Anschluss-Pins beim Festziehen der neuen CPU korrekt im Mainboard sitzen.
Die Folge: Viele der vergoldeten Stäbchen wurden in alle Richtungen verbogen.
Der Prozessor selbst ist damit aber noch nicht defekt, zumindest nicht, solang die Pins wieder gerade gebogen werden können. Und das hat Sulya_be dann auch einfach mal gemacht. In diesem Video zeigt er, wie er mit einer Nähnadel die Pins wieder nach oben bekommen hat:
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Nach dem anfänglichen Aufrichten mit der Nähnadel hat der PC-Tüftler dann noch per Teppichmesser die Pins so ausgerichtet, dass sie mit den Reihen aus heil gebliebenen Pins übereinstimmen. Nur 20 Minuten soll die Prozedur gedauert haben.
Der User hatte Glück, dass kein Pin abgebrochen ist
Verbogene Pins sind erstmal ein Schock, aber im Vergleich zu abgebrochenen Pins das kleinere Übel. Sind die Anschlussstifte komplett abgefallen, ist nämlich erheblich mehr Erfindergeist sowie technisches Wissen erforderlich.
Zumindest, sofern es sich nicht um einen der unzähligen Ground- beziehungsweise zu Deutsch Masse-Pins handelt. Deren Verlust lässt sich verschmerzen, da sie lediglich für den Rückfluss des Stroms zum Mainboard sorgen und nicht allesamt benötigt werden. Genau wie die Pins, die Strom zur CPU führen.
Falls es sich bei dem verlorenen Stäbchen jedoch um eine Datenleitung handelt, muss in vielen Fällen ein neuer Pin angelötet werden. Und da ihr die Pins häufig nur von einer anderen CPU bekommt, lohnt sich der Löt-Aufwand bei günstigen Prozessoren kaum. Hat es hingegen einen teureren erwischt, solltet ihr es mal bei einem Reparatur-Service probieren, da das Löten alles andere als leicht ist.
Was im Ernstfall auch noch geht, ist den abgebrochenen Pin oder ein Stück Kupferdraht in den Sockel zu drücken. Damit kann der Kontakt zur CPU überbrückt werden, auch wenn das Ganze nicht sonderlich ideal ist und zu Fehlern führen kann. Zudem lassen sich lose Pins nicht immer einfach so wieder aus dem Sockel ziehen.
Bei Kupferdraht muss darüber hinaus unbedingt darauf geachtet werden, dass er nicht in Kontakt mit anderen Pins kommt, da es auf diese Weise zu einem Kurzschluss im PC kommen kann. Und der könnte dann noch deutlich mehr Teile beschädigen.
Moderne AMD- und Intel-Prozessoren werden übrigens nicht mehr über Pins am Mainboard befestigt. Stattdessen befinden sich kleine Kontakt-Pads (Land Grid Array genannt) im Sockel, auf die die CPU nur noch gelegt wird. Mit entsprechender Vorsicht verbiegen sich diese Kontakte auch nicht mehr so schnell und falls doch, ist es leichter den gesamten Sockel zu tauschen statt einzelne Pins an einer CPU.
Bei Sulya_be ist mit den klassischen Pins immerhin alles gut gegangen. Der einfallsreiche Bastler schrieb, dass die CPU nach der Reparatur in den Sockel passte und auch bootete. Er hat jetzt einen PC mit einem Prozessor, der knapp 120 Euro wert ist. Dazu gab es ein Case, einen Kühler, 16 GB RAM, ein B550M-Mainboard, 1 TB Speicher und ein 750 Watt-Netzteil. Ein echtes Schnäppchen also!
Lediglich eine GPU fehle noch, dann wolle der Tüfter den PC seinem Patenkind überlassen, damit das auch gut zocken kann.
Ist euch schon einmal so etwas passiert? Was habt ihr in der Situation gemacht oder würdet ihr machen?
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