Red Dead Online nach Update 1.06 - Rockstar hat noch viel Arbeit vor sich

Patch 1.06 für den Online-Modus von Red Dead Redemption 2 kommt nicht wirklich gut an. Auch Tobi ist ernüchtert, sieht aber noch Chancen für Red Dead Online.

von Tobias Veltin,
01.03.2019 16:30 Uhr

Rockstar hat bei Red Dead Online noch eine Menge Arbeit vor sich, meint Tobi.Rockstar hat bei Red Dead Online noch eine Menge Arbeit vor sich, meint Tobi.

Mit Update 1.06 hat Rockstar den bisher umfangreichsten Patch für Red Dead Online, den Online-Modus von Red Dead Redemption 2 veröffentlicht. Und die Erwartungen im Vorfeld waren groß: Maßnahmen gegen Griefer, neue PvP-Modi, tägliche Herausforderungen, Bug-Fixes und etliches mehr deuteten viele schon als vermeintlichen Aufbruch in eine goldene RDO-Zukunft.

Doch schon wenige Stunden nach dem Launch von Update 1.06 verriet ein Blick in die einschlägigen Foren, dass die Community alles andere als zufrieden ist mit dem lang erwarteten Update. Denn natürlich gibt es neue PvP-Modi, Klamotten und Waffen, aber auch unschöne und für die Community sehr ärgerliche Nebenerscheinungen wie die generften Jagdpreise.

Hört Rockstar zu wenig auf die Community?

Ein Vorwurf, den ich häufiger gelesen habe: Rockstar höre zu wenig auf die Community, fordere zwar Feedback ein, würde darauf dann aber nur unzureichend reagieren. Nur so ließe sich erklären, dass es viel gewünschte Features wie Minispiele (Pokern, Black Jack und Co.), zusätzliche Story-Missionen und PvE-Aufgaben noch immer nicht ins Spiel geschafft hätten.

Und ich muss sagen: Ich kann die Enttäuschung absolut nachvollziehen.

Red Dead Online hat definitiv seine Momente. Allerdings gibt es es davon derzeit noch zu wenige. Red Dead Online hat definitiv seine Momente. Allerdings gibt es es davon derzeit noch zu wenige.

Ich habe selbst wieder ein paar Stündchen in Red Dead Online verbracht und mich zunächst über die auf den ersten Blick wesentlich lebendiger wirkende Welt gefreut. Denn gefühlt streunen, fliegen und hoppeln jetzt mehr Tiere durch Ambarino, New Hanover und Co., das ist mir beim Anspielen sehr positiv aufgefallen.

Auch die täglichen Herausforderungen motivieren mich, so lässt sich vergleichsweise schnell Gold sammeln, so dass ich tatsächlich mehr Zeit mit meinem Online-Ausflug verbrachte als ursprünglich geplant.

Tobias Veltin
@FrischerVeltin

Tobi verbrachte etliche Stunden mit dem Multiplayer-Modus von Red Dead Redemption 1 und hatte auch wegen Rockstars GTA Online-Erfahrung große Hoffnungen für Red Dead Online. Bis auf ein paar denkwürdige Sessions hält sich seine Begeisterung jedoch in argen Grenzen. Ganz anders als die für Red Dead Redemption 2, das er für eines der besten Story-Spiele aller Zeiten hält.

Dennoch: Fast der gesamte Rest wirkt weiterhin irgendwie unfertig und unbefriedigend. Während meiner Session hatte ich 2 Verbindungsabbrüche, eine Stranger-Mission wollte nicht starten und die Anti-Griefer-Maßnahmen zeigten zwar durchaus Wirkung, warum es aber keinen generellen Passiv-Modus gibt, verstehe ich nicht.

Die Probleme von Red Dead Online

Klar, es heißt immer noch "Beta", aber langsam aber sicher läuft Rockstar die Zeit - und die Spielerschaft - weg. Mir fehlt zudem eine regelmäßigere Kommunikation mit den Spielern und ein klarer Content-Plan, der zeigt, was uns alle in den kommenden Monaten erwartet! Und: Es ist noch völlig unklar, wann wir das fertige Red Dead Online - also ohne Beta-Status - sehen.

Die aktuelle Situation ist vertrackt und zeigt vor allem eines sehr deutlich: Rockstar hat noch jede Menge Arbeit vor sich.

Und sollte dabei tatsächlich noch mehr auf die Community hören. Die Maßnahmen gegen das - bereits zum Launch sehr präsente - Grieferproblem kam spät, aber sie kamen. Trotzdem ist der Wunsch der Spieler nach mehr PvE-Inhalten wie Story-Missionen mehr als offensichtlich.

Pokern in Red Dead Online? Es wäre so schön!Pokern in Red Dead Online? Es wäre so schön!

Minispiele! Und ich weiß nicht, wie kompliziert es ist, Poker etc. in Online zu implementieren, ich weiß nur, dass es beim Online-Modus des ersten Red Dead Redemption von Tag 1 an dabei war und meine Kumpels und ich einen Heidenspaß damit hatten. Hier anzusetzen wäre ein erster - richtiger - Schritt und würde insbesondere den treuen RDO-Spielern ein wichtiges Zeichen geben.

Zu viel in Red Dead Online dreht sich meiner Meinung nach zudem um die Ingame-Wirtschaft. Viel zu früh und viel zu offensiv hat Rockstar Mikrotransaktionen eingeführt, was insbesondere aufgrund des Beta-Status sauer aufstieß. Noch nicht mal fertig, aber schon zusätzlich abkassieren wollen? Kein Wunder, dass damals viele irritiert waren.

Und auch kein Wunder, dass damals gefühlt mehr über zu teure Preise und Unverhältnismäßigkeiten berichtet wurde als über coole Momente im Spiel - die es ja nach wie vor gibt, vor allem mit Freunden.

Red Dead Online - Screenshots aus dem RDR2-Multiplayer ansehen

Es ist noch nicht zu spät

Bei aller Enttäuschung halte ich es aber für zu früh, um über Red Dead Online schon jetzt endgültig den Stab zu brechen. Wir alle erinnern uns schließlich an den Stotter-Start von GTA Online, das anfangs ähnliche Probleme hatte, sich später aber zu einem der größten und erfolgreichsten Phänomene der Videospiel-Neuzeit mauserte.

Ich persönlich glaube zwar nicht, dass RDO ähnlich erfolgreich werden kann. Dazu ist das Western-Setting dann doch zu speziell, die Möglichkeiten für Gameplay-Erweiterungen im Vergleich zu GTA Online letztendlich zu eingeschränkt.

Aber Red Dead Online kann seinen Platz trotzdem noch finden, nicht nur bei Western-Fans und nicht als Ersatz für GTA Online, sondern als friedlich koexistierendes Angebot. Rockstar muss dafür aber an den richtigen Stellschrauben drehen. Und nicht riskieren, dass die bisherigen treuen RDO-Online mit möglichen nächsten unbefriedigenden Updates auch noch abspringen.

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