Resident Evil 8 fehlt noch das gewisse Etwas

Nach zwei gespielten Demos und Sichtung einer ausführlichen Preview macht Resident Evil Village einen sehr guten Eindruck, doch der letzte Funken fehlt, findet Dennis.

von Dennis Michel,
19.04.2021 18:15 Uhr

Bei Dennis bleibt der große Resident Evil Village-Hype bislang aus. Bei Dennis bleibt der große Resident Evil Village-Hype bislang aus.

Kaum eine Reihe hat mich in den vergangenen Jahren so stark begleitet, wie Capcoms Resident Evil. Mit kaum einer Reihe hatte ich so viel Spaß. Nicht nur gelang mit Teil 7 der erfolgreiche Sprung hin zur First Person samt einem VR-Erlebnis der besonders angsteinflößenden Sorte.

Auch mit den Remakes zu Teil 2 und 3 erschienen (sehr) gute Neuauflagen. Eigentlich müsste die Vorfreude auf Resident Evil Village für mich als langjährigen Fan schier grenzenlos sein, doch der letzte Funke mag bislang noch nicht so recht überspringen, um mein Resi-Herz komplett zu entflammen.

Muss ich Spoiler fürchten? Ich werde hier lediglich auf Gameplay-Elemente und bereits bekannte Figuren wie Ethan, Lady Dimitrescu und Co. eingehen und nichts von der Geschichte verraten.

Das schaut doch alles sehr gut aus

Was ich bislang von Village gespielt und gesehen habe: Da wäre zum einen die Maiden-Demo auf der PS5, die mich nicht nur optisch überzeugte, sondern vor allem eine hervorragende Horroratmosphäre samt einigen Schockern bot. Fazit: Macht Laune, bitte bald mehr davon.

Auch die Village-Demo hab ich mir gestern natürlich sofort heruntergeladen, gegen meinen ersten Lykaner gekämpft und bin ein wenig durchs Dorf gestromert. Nach gut 20 Minuten war der kleine Gruselhappen beendet. Fazit: Resi 4-Vibes, aber doch eigenständig, passt!

Hier übrigens ein paar Bilder aus der PS4/PS5-Demo. Das schaut schon super aus:

Lykaner Bevor ich die Lykaner sehe, höre ich ihr Rascheln im Gras

NPC Mein kleines Highlight der PS-Demo, die mysteriöse alte Dame.

Schloss Was ein Bild. Mehr Atmosphäre geht wohl kaum.

Dorf Bereits in der kurzen Demo wurde klar, dass das Dorf verwinkelter ist, als es zunächst den Anschein macht.

Und zu guter Letzt hat mir Capcom noch ein Preview-Video der ersten 70 Minuten nach dem Prolog geschickt, mir noch mehr vom Dorf und vom Schloss gezeigt. Ohne euch hier den Spaß an der Geschichte vorwegzunehmen, so viel sei gesagt, auch das machte einen richtig guten Eindruck.

Mehr aus der Preview: Morgen ab 19:30 Uhr werde ich mit GameStar-Kollege Christian Schneider im Rahmen von FYNG über Resi 8 sprechen. Den Livestream könnt ihr euch unter anderem auf YouTube und Twitch anschauen.

Meckern auf sehr (!) hohem Niveau

Ihr merkt, eigentlich ist doch alles cool, die Worte "super", "richtig gut" und "sehr gut" meine ich jedenfalls exakt so, wie sie dort stehen. Wie ihr auch an der Zwischenüberschrift erkennt, ist das was nun folgt Meckerei auf ganz hohem Niveau. Meckerei, die euch aber ein Bild davon geben soll, warum der langjährige Resi-Fan nicht bereits die Tage bis zum Release zählt.

Die Sache mit Ethan

Über Mr. Winters wurde gefühlt alles gesagt, dabei fielen vor allem Begriffe wie "blass" und "austauschbar". Capcom will das in Village im Vergleich zu Resident Evil 7 ändern, doch sehen tue ich davon bislang wenig, sehr wenig.

Obwohl der Produktionswert in Teil 8 zumindest nach Sicht der Preview deutlich hochgeschraubt wurde, mehr Cutscenes samt Dialogen stattfinden, bleibt Ethan die austauschbare Hülle mit, zugegeben, sehr schönen Händen. Habt ihr euch mal seine Hände angeschaut!?

Das besten an Ethan: seine Hände ... Das besten an Ethan: seine Hände ...

Doch abseits von Fantheorien macht mir weiterhin nichts Hoffnung, dass sich sein Status ändert. Er ist der 0815-Videospielcharakter, der von Klauen durchsiebt wird, aus luftigen Höhen in einen Schlossgraben fällt und in den ich mich nach wie vor nicht hineinversetzen kann, obwohl ich das doch so gerne würde.

Ein Twist muss her: Capcom kann Ethan retten, ohne Frage, dafür muss allerdings ein Twist her, der wahrscheinlich - wenn überhaupt - mit Chris kommt. Hier wird sich wohl entscheiden, ob die Autor:innen das Ruder noch rumreißen, oder Ethan spätestens nach dem Ende für immer in Vergessenheit gerät.

Lady Nemesis und ihre Töchter

Nächster Punkt, Meme-Liebling Lady Dimitrescu, die Blut schlürfende Drei-Meter-Frau. Ganz ohne Frage, im Vergleich zu den Bakers ist die Antagonistin aus Village ein absolutes Highlight, zumindest auf Charakter- und Story-Ebene.

Rein vom Gameplay wird hier jedoch die Nemesis-Schiene gefahren: Großes, unsterbliches Monster verfolgt Held durchs ganze Schloss. Yay! Hinzu kommt, dass ihre Vampirtöchter, ebenfalls scheinbar unsterblich, Ethan zusätzlich durchs rumänische Castle jagen. In der Preview schießt Ethan viele Kugeln in sie hinein, ehe sie sich für kurze Zeit in Luft bzw. Fledermäuse auflösen.

Lady Dimitrescu, ein Nemesis mit Kleid und Hut? Es scheint so, Lady Dimitrescu, ein Nemesis mit Kleid und Hut? Es scheint so,

Ja, die Hülle ist eine andere, eine bessere, aber im Gameplay-Kern bekomme ich Gegner vorgesetzt, von denen ich noch nie der größte Freund war. Ich will nur hoffen, dass sich Village hier nicht zu einem Resident Evil 3 entwickelt. Geschmackssache, versteht sich.

Das Spiel auf Nummer sicher

Für den dritten Punkt werfe ich das Wort "Vertrautheit" in den Raum. Das Gefühl, dass Capcom hier scheinbar das Risiko scheut und lieber auf beliebte, alte Elemente der Reihe zurückgreift. Angefangen vom Duke, einem Händler ähnlich Resident Evil 4, dem beliebten Mercenaries-Mode und dem Dörfchen selbst, das mich sofort an Teil 4 erinnert, wenngleich es seinen eigenen Charme hat.

Klar, über Resident Evil liegt jetzt das Thema Werwölfe und Vampire, doch ich werde einfach das Gefühl nicht los, dass ich all das schon erlebt habe, nur in einem anderen Gewand.

Resident Evil 8 fehlt (noch) das gewisse Etwas

Schauen wir uns doch einmal die Teile an, die unter Resi-Fans für das größte Aufsehen sorgten und noch heute am beliebtesten sind. Da wäre natürlich das Original, klar, der Klassiker, der sich langsam umdrehende Zombie, die Hunde, die durchs Fenster springen.

Da wäre der unvergessene zweite Teil, samt dem wohl berühmtesten Schauplatz der Reihe, dem Polizeirevier. Da wäre Resident Evil 4, das nicht nur die Kameraperspektive wechselte, sondern auch vermehrt und überaus gelungen den Fokus auf die Action legte. Und abschließend wäre da Teil 7, der Sprung hin zu First Person, zu einem VR-Modus, der aus meiner Sicht das (sorry für das Wort) immersivste Spielerlebnis überhaupt bot.

Das Remake zu Resi 2 holte eins der besten Videospiele in die Neuzeit, gilt heute als eine der besten Neuauflagen überhaupt. Das Remake zu Resi 2 holte eins der besten Videospiele in die Neuzeit, gilt heute als eine der besten Neuauflagen überhaupt.

All diese Teile stellten die Reihe in gewisser Weise auf den Kopf, fühlten sich frisch an. Diese Frische ist es, die ich aktuell in Resident Evil Village noch nicht erkenne. Alles schaut super aus, spielt sich gut, das Resi-Gefühl trieft aus jeder Pore. Doch vielleicht wäre es ja ganz gut, wenn aus einer dieser Poren frisches Blut rinnt. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, ob Capcom das in der finalen Version gelingt.

Schreibt mir gerne in die Kommentare, wie es euch geht. Freut ihr euch bereits wie Bolle auf den 7. Mai oder seid ihr ebenfalls noch ein wenig zurückhaltend, was die Freude anbelangt.

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