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Seite 2: Sekiro: Shadows Die Twice im Test - Der Endgegner unter den Spielen

Fluch und Segen

Neben der Stealth-Mechanik bietet das kampflastige Action-Adventure aber noch weitere Angriffsmöglichkeiten. Im Gegensatz zum Levelsystem der Souls-Reihe verbessert ihr Shinobi Sekiro unter anderem durch den Einsatz von Erfahrungspunkten in einem Talentbaum. Die Punkte sammelt ihr wie die Währung des Spiels im Kampf. So stehen euch bis Spielende ganze fünf Zweige mit aktiven und passiven Fähigkeiten zur Verfügung.

Auf dem Pfad der Shinobi-Künste lernt ihr zum Beispiel einen Wirbelwind-Hieb, der mehrere Feinde auf einmal trifft. Fällt eure Wahl hingegen auf den Pfad der Ashina-Künste, gehört schon bald ein schwerer Überkopf-Schwertschlag zu eurem Repertoire. Am Ende eines jeden Zweigs wartet stets eine besonders mächtige Kampfkunst. Wie ihr eure kostbaren Punkte verteilt ist dabei ganz euch überlassen. Einmal festgelegt, gibt es aber kein Zurück. Überlegt also genau, welche Künste euch das Leben erleichtern sollen.

Insgesamt stehen euch fünf verschiedene Künste mit jeweils eigenen Kampffähigkeiten zur Verfügung. Insgesamt stehen euch fünf verschiedene Künste mit jeweils eigenen Kampffähigkeiten zur Verfügung.

Zudem ist unser Held nach dem Verlust seines linken Arms - wie es dazu kam, erfahrt ihr zu Beginn des Spiels - mit einer mechanischen Prothese ausgestattet, die ihr bei einem NPC namens Bildhauer im Startgebiet mit allerhand unterschiedlichen Gadgets ausstaffiert.

Das Angebot reicht von einer starken Axt, mit der ihr Schilde zerbrecht und euren Feinden die Helme vom Kopf schlagt, bis hin zu einem Feuerwerk, das funkensprühend aus eurem künstlichen Arm schießt und Gegner für kurze Zeit paralysiert. Unbegrenzt einsetzen könnt ihr die Prothese allerdings nicht. Für jede Aktion verbraucht ihr sogenannte Geistembleme. Die könnt ihr entweder für Geld kaufen, findet sie in der Welt oder erhaltet sie durch besiegte Gegner.

Da sprühen die Funken - Mit eurer Prothese löst ihr ein Feuerwerk aus, das Gegner für kurze Zeit paralysiert.Da sprühen die Funken - Mit eurer Prothese löst ihr ein Feuerwerk aus, das Gegner für kurze Zeit paralysiert.

Die Prothese kommt aber nicht nur beim Angriff zum Einsatz, sondern dient zudem als Greifhaken, mit dem sich Sekiro auf markierte Stellen in der Spielwelt empor schwingt. Kombiniert mit einer dedizierten Sprungfunktion kommt so eine tolle Vertikalität ins Spiel. Mittels einer bestimmten Fähigkeit könnt ihr euch zudem an manche Feinde mit dem Greifhaken heranziehen und direkt zum Angriff übergehen. Die flüssige Bewegung in der Luft macht enorm viel Spaß, sieht cool aus und ist ein großer Pluspunkt.

Was passiert, wenn ich sterbe?
Wer in Sekiro stirbt, verliert die Hälfte seiner gewonnenen Erfahrung, die ihr für einen neuen Erfahrungspunkt benötigt. Ähnlich verhält es sich mit eurem Geld, das ihr für den Kauf von Items benötigt und das man zudem für den Erwerb von Prothesen-Upgrades braucht. Es besteht jedoch die Chance, dass der Verlust von Erfahrung und Geld verhindert wird. Diese Chance wird nach einer gewissen Anzahl an Toden aber stetig geringer und kann nur mit einem speziellen Item wieder erhöht werden. Der Malus nennt sich Drachenfäule und ist tief mit der Geschichte von Sekiro verbunden. Greift die Fäule zu weit um sich, schwächt sie NPCs zu stark und ihre Questreihen können nicht weiter verfolgt werden.

All diese Fähigkeiten sorgen im Kampf für coole Momente und verschaffen euch je nach Gegnertyp einen Vorteil. Das Problem an den Upgrades ist allerdings, dass ich im Test bis zum Schluss keine Verbesserung gefunden habe, die mir in den wirklich entscheidenden Momenten des Spiels gegen die richtig dicken Brocken etwas gebracht hätte. Klar, ganz nutzlos sind die Erweiterungen nicht, doch im Endeffekt lief es immer wieder darauf hinaus, dass ich perfekt parieren muss. Und so kommen wir zum größten Kritikpunkt an Sekiro.

Bis hierhin und nicht weiter

So kann es passieren, dass euch das richtige Timing bei einem Gegner einfach nicht gelingt und die Fähigkeiten nicht die Hilfe bieten, die man benötigt. Doch es muss doch noch irgendwas geben, um die Chancen im Kampf zu erhöhen? Zwar findet ihr eine kleine Hilfe in Form von Items, die eure Statuswerte vorübergehend buffen, abseits davon seid ihr aber komplett aufgeschmissen.

Gab es in den Souls-Spielen dank Rollenspiel-System noch die Möglichkeit zu leveln oder die Waffe eurer Wahl zu verbessern, so fallen in Sekiro diese beiden Punkte komplett weg. Es gibt abseits der Gadgets für eure Prothese keine weiteren Waffen und wie in der Souls-Serie mal eben beim Levelaufstieg zehn Punkte auf eure Angriffsstärke packen, das fällt ebenfalls flach.

Viele Gegner sind echte Brocken und zählen mit zum Schwersten, was das Genre zu bieten hat. Viele Gegner sind echte Brocken und zählen mit zum Schwersten, was das Genre zu bieten hat.

Auf NPCs zur Unterstützung im Kampf müsst ihr bis auf eine Ausnahme ebenso verzichten wie auf andere Mitspieler, die ihr via Multiplayer-Komponente zur Hilfe holt, um den Boss kooperativ zu meistern. Ein Mehrspieler-Element hat sich From Software nämlich bei Sekiro einfach gespart. So kann es durchaus passieren, dass ihr an einem bestimmten Punkt im Spiel einfach komplett ratlos und frustriert seid. An manchen Flaschenhals-Bossen müsst ihr für den weiteren Fortschritt nämlich vorbei, müsst jede schnelle Bewegung eures Gegenübers perfekt kontern und alle Phasen heil überstehen.

Und selbst wenn euch das Kampfsystem liegt, ihr ab einem bestimmten Zeitpunkt im Spiel nur so die Funken vor perfekten Kontern fliegen lasst, seid trotzdem gewarnt. Für einen Boss können gut und gerne mehrere Stunden verstreichen, bis endlich der finale Todesstoß folgt. Es würde mich nicht wundern, wenn selbst erfahrene Souls-Spieler nicht mehr als die Hälfte von Sekiro zu sehen bekommen, weil sie vorher frustriert das Katana ins Korn werfen.

Zwei Wochen Sightseeing in Japan, bitte!

Optisch macht Sekiro hingegen vieles richtig und präsentiert sich als echter Augenschmaus. Sanft rieselt der Schnee leise vom Himmel und fällt danach von den Ästen, Laub weht dem Helden um die Nase und sorgt so für eine stimmige Atmosphäre. All das sieht nicht nur traumhaft aus, sondern zeigt sich auch technisch von seiner besten Seite. So konnten wir das Spiel auf der PS4 Pro mit einer zu jeder Zeit flüssigen Bildrate und frei von jeglichen Bugs testen.

War speziell die Präsentation mit Blick auf altbackene Texturen (Bäume/Dark Souls 2) und teils stark schwankende Bildraten (Schandstadt/Dark Souls) ein großer Kritikpunkt vieler FromSoft-Titel, ist Sekiro neben Bloodborne optisch und technisch das mit Abstand beste Gesamtpaket.

An den Statuen könnt ihr von Beginn an von Punkt zu Punkt in der Welt reisen.An den Statuen könnt ihr von Beginn an von Punkt zu Punkt in der Welt reisen.

Hinzu gesellt sich eine gelungene deutsche Sprachausgabe und ein wunderbar zur Stimmung passender, japanisch-angehauchter Soundtrack. Allerdings hätte es in puncto optischer Abwechslung ruhig ein klein wenig mehr sein dürfen. Vor allem, da man von den Entwicklern mit Blick auf fantastische Spielwelten wie Lordran und Yharnam einfach besseres gewohnt ist.

Im Verlauf des Spiels kommt es zudem zu Levelrecycling. Ein Gebiet, in dem ihr viele Stunden verbringt, müsst ihr später in leicht veränderter Form erneut bezwingen. Das ist zwar nicht tragisch, hätte man seitens der Entwickler aber mit ein wenig mehr Kreativität besser lösen können.

Überzeugt die Geschichte?

Doch weiter mit der schönen Seite von Sekiro, und zwar der Geschichte. Die war für mich, da bin ich ganz ehrlich, in den geistigen Vorgängern der Souls-Reihe im ersten Durchgang meist nur eine Notiz am Rande. Zu sehr war ich mit der Welt und seinen Gefahren beschäftigt. Hinzu kommt, dass man sich schon sehr intensiv mit Item-Beschreibungen und den kryptischen NPC-Dialogen beschäftigen musste, um sie zu verstehen.

Der Plot um Shinobi Sekiro bleibt bis zum Ende spannend. Der Plot um Shinobi Sekiro bleibt bis zum Ende spannend.

Die Entwickler machen es uns in Sekiro deutlich leichter, der Geschichte zu folgen. Es gibt klar verständliche Missionsziele für die Haupt-und Nebenmissionen inklusive Zwischensequenzen samt sprechendem Helden. In der Spielwelt finden wir ab und an leuchtende Erinnerungen aus der Vergangenheit. Wenn man die aktiviert, erleben wir das Gespräch zweier Charaktere.

Nebenmissionen:
Ab und an findet ihr in der Welt Charaktere, die kleine Aufgaben für euch haben. So bewahrt ihr einen Händler vor Feinden oder befreit ein Gebiet von einer Rattenplage. Auch gibt es von den Entwicklern wie aus den Souls-Spielen gewohnt komplexere Questreihen, die nicht auf den ersten Blick offensichtlich sind. Hier hat kein NPC ein Ausrufezeichen über dem Kopf und ein Untermenü, in dem ihr nochmal alles genau nachlesen könnt gibt es auch nicht. Um die Aufgaben zu lösen, müsst ihr ein wenig um die Ecke denken und genau auf die Hintergrundgeschichte achten. Eine dieser Questreihen erklärt auch, was es mit der ominösen Drachenfäule auf sich hat und woher sie kommt.

Auch die Schauplätze liefern uns ganz ohne Worte ausreichend Hinweise auf die Hintergrundgeschichte. Ein noch loderndes Schlachtfeld voller Leichenberge macht unmissverständlich deutlich, dass hier noch vor kurzem eine gewaltige Schlacht tobte.

Ein ausgehobenes Grab wirft die Frage auf, wer hier wohl exhumiert wurde. Wie wir es aus Spielen von From Software gewohnt sind, gibt es unterschiedliche Enden. Bei manchen Dialogen mit den NPCs solltet ihr also ganz genau überlegen, für welche Antwort ihr euch entscheidet.

All die Punkte machen aus der Geschichte und der Atmosphäre von Sekiro eine runde Sache. Der Plot bleibt dabei bis zum Ende spannend und wird gespickt mit interessanten und gewohnt verrückten Charakteren. Zwar ist das erzählerisch nach wie vor weit entfernt von westlichen Standards anderer Action-Adventures wie Assassin's Creed oder The Last of Us, wo einem die meisten Punkte der Geschichte auf dem Silbertablett präsentiert werden, aber das macht den besonderen Reiz der Spiele von From Software aus. Sie sind nicht komplett angepasst und scheren sich wenig darum, einem jeden Spieler zu gefallen.

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