Sonys PC-Offensive galt lange als strategischer Öffnungsschritt. Große Singleplayer-Titel wie The Last of Us Part 2 oder Ghost of Tsushima erschienen zeitversetzt auf Steam – mit dem Ziel, neue Zielgruppen zu erschließen. Doch laut mehreren Branchenquellen könnte sich diese Strategie bald wieder ändern.
Singleplayer-Titel könnten wieder PS-exklusiv bleiben
Im Triple-Click-Podcast deutete Journalist Jason Schreier an, dass Sony sich von der Idee entfernt, traditionelle Singleplayer-Blockbuster regelmäßig auf PC zu bringen. Live-Service-Spiele sollen weiterhin plattformübergreifend erscheinen, klassische Story-Titel hingegen womöglich nicht mehr.
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Banger oder Bruchlandung: Zwischen God of War Remake und der großen PlayStation-Leere
Auch Digital-Foundry-Redakteur John Linneman sowie Insider NateTheHate berichten von ähnlichen Signalen. Sony scheint aktuell zu prüfen, ob sich PC-Ports wirtschaftlich wirklich lohnen.
Laut vergangenen Geschäftsberichten machen Portierungen nur rund zwei Prozent des Gesamtumsatzes aus. Gemessen am Aufwand ist das kein besonders starkes Argument für eine aggressive Multiplattform-Strategie.
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Warum Sony umdenkt
Die ursprüngliche Idee war nachvollziehbar: PC-Spieler sollten durch Ports an die Marke PlayStation herangeführt werden – in der Hoffnung, dass sie für Fortsetzungen oder neue Ableger zur Konsole greifen. Wer Ghost of Tsushima liebt, kauft sich vielleicht für Ghost of Yotei eine PS5.
Doch dieses Kalkül scheint nur bedingt aufzugehen. Viele PC-Spieler warten offenbar lieber auf die spätere Steam-Version, statt sich zusätzlich eine Konsole anzuschaffen.
Gleichzeitig zeigte der versuchte Account-Zwang bei Helldivers 2, wie empfindlich der PC-Markt auf Plattformbindung reagiert. Steam bleibt für viele das Zentrum. Zusätzliche Accounts sind dort ungern gesehen, ein eigener Launcher ist kaum durchsetzbar – das zeigt Epic seit Jahren.
Mit Blick auf die kommende PS6 verschärft sich die Frage zusätzlich: Wenn Konsolenpreise weiter steigen, überlegen sich viele zweimal, ob sie nicht gleich in einen PC investieren, der neben Sony-Titeln auch Microsoft-Spiele und PC-Exclusives abdeckt.
Exklusives als Hardware-Motor
Nintendo zeigt seit Jahren, wie stark exklusive Inhalte Hardware verkaufen können. Dort gelten First-Party-Titel klar als System-Seller – selbst bei steigenden Preisen. Denn exklusive Titel bieten einen Mehrwert.
Auch Microsoft justiert seine Strategie nach der gescheiterten "This is an Xbox“-Kampagne sichtbar nach. Der Fokus scheint wieder stärker auf die Konsole zu rücken.
Sollte Sony also tatsächlich wieder konsequenter auf Exklusivität setzen, wäre das weniger eine radikale Kehrtwende als eine Anpassung an den Markt.
Ob Sony den "Genie zurück in die Flasche" bekommt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass der Wettbewerb um Plattformbindung wieder Fahrt aufnimmt – und eine Rückkehr des Konsolenkrieges auf uns warten könnte.
Wären mehr echte PlayStation-Exclusives für euch ein Kaufargument oder eher ein Rückschritt?
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