Seite 2: Splatoon im Test - Farbe bei die Fische!

Farbenfrohe Monotonie

Diese Begeisterung weicht allerdings schnell wieder der Ernüchterung. Zum einen, weil das miserable Matchmaking gerne mal vier Level-20-Spieler zusammenwürfelt und gegen eine Gruppe Neulinge in die Arena schickt. Zum anderen, weil die Kartenvielfalt zu wünschen übrig lässt. Daran können auch die zwei neuen Mehrspielermaps nichts ändern, die Nintendo seit Ende Mai veröffentlicht hat. Auf »Heilbutt-Hafen« erwarten uns schmale Gänge und viele Frachtcontainer, die sich wunderbar für einen Überraschungsangriff aus dem Verborgenen eignen.

Per Druck auf das GamePad springen wir sofort zu einem Teamkollegen - sehr praktisch. Per Druck auf das GamePad springen wir sofort zu einem Teamkollegen - sehr praktisch.

Die zweite neue Karte »Tümmlerkuppel« erinnert an ein riesiges Gewächshaus mit vielen höher gelegenen Stegen. Die frischen, erneut fantasievoll gestalteten Levels sind allerdings nur ein Farbtropfen auf dem heißen Stein, denn wir spielen ohnehin immer nur eine von zwei gerade angesagten Karten, die nach mehreren Stunden durch zwei andere ersetzt werden.

Kurzum: Wir färben immer und immer wieder die gleichen Schlachtfelder - schon nach zehn Runden hängt uns der Heilbutt-Hafen zum Halse raus.

Amiibo-Unterstützung
Auch Splatoon unterstützt spezielle Amiibos. Bisher hat Nintendo drei passende Plastikfigürchen veröffentlicht: ein Inkling-Mädchen, einen Inkling-Jungen sowie einen Kalmar. Letzterer ist ausschließlich im 95 Euro teuren Amiibo-Bundle mit allen drei Figuren enthalten, die anderen beiden sind für jeweils 23 Euro auch separat erhältlich. Jede Figur schaltet 20 Bonusaufgaben in Splatoon frei. Wer diese Zusatzmissionen meistert, erhält Amiibo-exklusive Waffen und neue Retrominispiele für die Ladepausen.

Antiquiert und umständlich

Womit wir wieder beim Kernproblem von Splatoon wären: dem lächerlich geringen und künstlich beschränkten (Online-)Inhalt. Nur sieben Karten und zwei Onlinemodi, ernsthaft?! Man stelle sich nur ein Mario Kart mit einer Handvoll Strecken vor, von denen nur zwei gespielt werden können. Oder ein Smash Bros. mit gerade mal zwei Stages - undenkbar! Okay, in Zukunft sollen kostenlose DLC-Pakete folgen, doch Nintendo hätte bereits zum Verkaufsstart mindestens doppelt so viele Karten und Spielmodi aus dem Ärmel schütteln müssen.

Beim Schwarzmarkthändler kaufen wir besondere Items. Die kosten extrem viel, sind aber auch weit besser als normale Shop-Items. Beim Schwarzmarkthändler kaufen wir besondere Items. Die kosten extrem viel, sind aber auch weit besser als normale Shop-Items.

Außerdem ärgerlich: Die rückschrittliche Netzwerkfunktionalität. Map-Auswahl, Lobby-Übersicht, Server-Filter? Fehlanzeige! Es ist nicht mal möglich, die Spielersuche zu verlassen. Bei Verbindungsproblemen, die uns im Test gelegentlich plagten, hilft also nur ein langwieriger Neustart der Konsole. Das ist alles andere als nutzerfreundlich. Dabei ist gerade das Nintendos große Stärke.

Die Japaner sind berühmt für ihre zugänglichen Spiele. Eine einfache Bedienung, eine sanfte Lernkurve und trotzdem genügend Tiefgang - diesen Standard ist man von Big N gewohnt. Doch die unnötig umständliche, bewegungssensitive Gamepad-Steuerung von Splatoon flutscht erst nach einigen Stunden Eingewöhnungszeit.

Die Tintenballerei kann uns letztlich zwar nicht tagelang fesseln, wer sich online zwei, drei Runden lang austoben möchte, wird dennoch seinen Spaß haben, zumal es durchaus seinen Reiz hat, im Level zu steigen und Geld für neue Klamotten zu sparen, um noch mehr und noch bessere Charakterboni (mehr Schaden, schneller laufen etc.) zu kassieren. Nach Stufe 20 allerdings geht der Ballerei endgültig die Puste aus. Vielleicht ändert sich das mit weiteren Inhalts-Updates. Wir behalten Splatoon jedenfalls auch in Zukunft im Auge.

Splatoon - Gameplay-Trailer zur Single-Player-Kampagne 1:50 Splatoon - Gameplay-Trailer zur Single-Player-Kampagne

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