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Star Wars Jedi: Fallen Order im Test - Keine Sorge, es ist gut geworden

Jedi: Fallen Order ist nicht nur ein sehr gutes Singleplayer-Spiel. Es setzt auch das Star Wars-Universum großartig in Szene und lässt uns wieder zum richtigen Jedi werden.

von Maximilian Franke,
15.11.2019 06:00 Uhr

Star Wars Jedi: Fallen Order ist ein sehr gutes Singleplayer-Spiel geworden. Star Wars Jedi: Fallen Order ist ein sehr gutes Singleplayer-Spiel geworden.

Star Wars-Fans sind schon länger auf der Suche nach einem guten Singleplayer-Spiel im beliebten SciFi-Universum. Nachdem die Kampagne von Battlefront 2 eher enttäuschend ausfiel und sich das Spiel ohnehin auf den Multiplayer-Part konzentrierte, bleibt der Wunsch nach einer gelungenen Star Wars-Geschichte bestehen. Jedi: Fallen Order von Respawn Entertainment will diese Lücke nun füllen.

Die gute Nachricht gleich vorweg: Den Entwicklern ist es gelungen, die Magie der Original-Filme mit einem wenig innovativen, aber hervorragend umgesetzten Gameplay-Gerüst auf die Bildschirme zu zaubern. JFO ist ein stimmiges und in sich geschlossenes Einzelspieler-Erlebnis, komplett ohne Multiplayer oder Mikrotransaktionen. Während das Kampfsystem und das Metroidvania-Leveldesign der frei erkundbaren Planeten sehr gut umgesetzt sind, gibt es aber ein paar Abzüge bei der Story und den teils wenig motivierenden Belohnungen.

Genau wie versprochen
EA hat im Vorfeld bereits angekündigt, dass es in Fallen Order keine Mikrotransaktionen geben wird. Das Versprechen wurde zum Release gehalten. Es gibt keine Lootboxen und ihr könnt, abgesehen von ein bisschen Kosmetik in der Deluxe Edition, kein echtes Geld für Zusatz-Items ausgeben. Einen Multiplayer gibt es ebenfalls nicht. Ihr bekommt mit Fallen Order ein klassisches Einzelspieler-Erlebnis. Das Ende der Story kommt ohne Cliffhanger aus. DLCs oder Fortsetzungen sind damit möglich, aber nicht notwendig.

Neuer Padawan in alter Geschichte

Wir übernehmen für eine Spielzeit von circa 15 bis 20 Stunden die Rolle des Padawans Cal Kestis nach den Ereignissen von Episode 3. Der Imperator hat die Auslöschung aller Jedi angeordnet. Cal hat das Massaker überlebt und versteckt sich seitdem als Schrottsammler auf dem Planeten Bracca.

Als seine Tarnung auffliegt, ist er gezwungen zu fliehen und schließt sich mit der ehemaligen Jedi Cere, dem Piloten Greez und dem kleinen Droiden BD-1 zusammen, um den Orden der Jedi wieder aufzubauen. Von diesem Plan hält das Imperium natürlich wenig. Angeführt von der Zweiten Schwester, einer Inquisitorin, folgt uns die dunkle Seite auf Schritt und Tritt. Zum Glück sind wir nicht ganz wehrlos.

Unser treuer Begleiter BD-1 ist spielerisch eine große Hilfe und wirklich sehr, sehr niedlich. Unser treuer Begleiter BD-1 ist spielerisch eine große Hilfe und wirklich sehr, sehr niedlich.

Verteidigung ist der beste Angriff

Kämpfe mit dem Lichtschwert sind eines der Highlights von Fallen Order. Es nützt nichts, einfach nur auf die Angriffstaste zu hämmern. Stattdessen fühlen wir uns sehr an die Spiele von From Software erinnert, allen voran Sekiro. Passend zu Cals Rolle als angehender Friedenswächter verlässt er sich vor allem auf seine Verteidigung.

Wir müssen die Angriffe unserer Gegner blocken, besonders starken Attacken ausweichen und die Haltung der Feinde durchbrechen. Letzteres funktioniert am besten, indem wir im richtigen Moment die Block-Taste antippen und parieren, was enormen Haltungsschaden beim Gegner verursacht. Ist die Leiste leer, können wir einen mächtigen Finisher ausführen, der bei den meisten Widersachern das direkte Aus bedeutet. Die Kämpfe fühlen sich gut an und gehen mit etwas Eingewöhnung schnell in Fleisch und Blut über.

Für jeden die passende Herausforderung
Wir können jederzeit zwischen vier unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden wählen, die übrigens an keine Trophäen gekoppelt sind. Wenn ihr euch nicht mühsam in das Kampfsystem einarbeiten wollt, sind die unteren beiden Einstellungen 'Jedi-Schüler' und 'Jedi-Ritter' wie für euch gemacht. Hier erleidet ihr weniger Schaden und Parieren ist deutlich einfacher. Wenn ihr das knallharte Sekiro-Erlebnis haben wollt, geht mit 'Jedi-Großmeister' aber auch das.

Mit präzisen Paraden bringen wir unsere Gegner aus dem Gleichgewicht, was einen Finisher ermöglicht. Mit präzisen Paraden bringen wir unsere Gegner aus dem Gleichgewicht, was einen Finisher ermöglicht.

Schusswaffen dürfen wir nicht nutzen. Cal verlässt sich voll und ganz auf sein Lichtschwert. Durch unterschiedliche Gegnertypen wie Nahkampf-Schocktruppen, Sicherheitsdroiden und die gefährlichen Tierwelten der unterschiedlichen Planeten wird das auch nie langweilig. Unsere Waffe selbst gestaltet sich durch verschiedene Farben und Griffe ebenfalls sehr abwechslungsreich.

Cal hüpft nicht wild mit dreifachen Saltos durch die Gegend oder wirbelt die ganze Zeit mit seinem Schwert herum, wie wir es in den Prequel-Filmen gesehen haben. Stattdessen führt er gezielte Schläge ohne viele Schnörkel aus. Normale Feinde sterben schnell, sobald ihre Haltung durchbrochen ist. Das sorgt für ein sehr gutes, befriedigendes Lichtschwert-Gefühl.

Aufgelockert werden die Kämpfe durch unsere Machtfähigkeiten. Deren Nutzung wird durch die Macht-Anzeige beschränkt, die sich mit erfolgreichen Treffern wieder auflädt. Im Laufe der Zeit lernen wir Ziehen, Stoßen und Verlangsamen, die jeweils noch verstärkt werden können. So lassen wir später mühelos ganze Gruppen von Feinden durch die Luft segeln, oder schwächen schnelle Attacken etwas ab, um leichter reagieren zu können. Dazu kommen Techniken wie zum Beispiel der Lichtschwert-Wurf. Übermächtige Skills wie die Super-Druckwelle mit 20 Metern Radius aus The Force Unleashed gibt es nicht. Das passt zum eher geerdeten Stil von Fallen Order.

Mit der Macht können wir unter anderem Sturmtruppen greifen und dann durch die Gegen werfen. Mit der Macht können wir unter anderem Sturmtruppen greifen und dann durch die Gegen werfen.

Für besiegte Feinde und gefundene Geheimnisse füllt sich unsere XP-Leiste. Ist sie voll, erhalten wir einen Fähigkeitspunkt für den Skilltree. Sterben wir, verlieren wir unseren aktuellen Balken-Fortschritt. Um die Erfahrung wiederzuerlangen, müssen wir zu dem Gegner, der uns getötet hat, zurückkehren und ihm einen Treffer verpassen. Einmal erhaltene Skillpoints bleiben uns erhalten. Gespeichert wird an fair verteilten Meditationskreisen. Hier heilen wir uns, füllen Stimpaks wieder auf und schalten neue Fähigkeiten frei. Beim Ausruhen spawnen allerdings die meisten Gegner erneut.

Wunderbare Welten

Das Leveldesign ist das zweite große Highlight. Fünf abwechslungsreiche Planeten können wir im Metroidvania-Stil frei erkunden. Mit dabei sind zum Beispiel das frostige Zeffo oder die Wookie-Heimat Kashyyyk. Allerdings sind zu Beginn viele Wege versperrt. Im Laufe der Zeit lernen Cal und BD-1 neue Fähigkeiten, mit denen sich diese Passagen und Abkürzungen öffnen. Wir können mit unserem Raumschiff, der Mantis, frei entscheiden, zu welchem der bereits freigeschalteten Planeten wir als nächstes reisen. Dazu kommen mehrere lineare Story-Missionen in weiteren Welten, wie das Tutorial auf Bracca.

Noch mehr Abwechslung bringen die Dungeons. Cals Reise führt ihn hin- und wieder in alte Grabstätten, in denen vor allem Rätsel auf dem Programm stehen. Deren Anforderungen sind sehr gut ausbalanciert. Wirklich schwer wird es nie, aber das ein oder andere Mal mussten wir durchaus ein paar Minuten grübeln, wie wir beispielsweise mit Machtstoß und -ziehen eine große Steinkugel in ihre Halterung befördern, um die nächste Tür zu öffnen. Dank der sehr guten Physik-Engine lassen sich diese Aufgaben stets nachvollziehbar lösen. Wer Spiele wie Ocarina of Time oder Darksiders gespielt hat, kann sich bereits ein gutes Bild von Rätsel- und Leveldesign in Fallen Order machen.

Einige Planeten, die ihr besuchen werdet:

Bogano Bogano ist ein friedlicher und seit Jahrhunderten nahezu unberührter Planet.

Zeffo Auf Zeffo erwarten uns karge, Tundra-ähnliche Landschaften.

Kashyyyk Kashyyyk ist die Heimat der Wookies, die sich gegen das Imperium auflehnen.

Es lohnt sich regelmäßig zu bereits besuchten Orten zurückzukehren. Während Zeffo zu Beginn noch wie ein überschaubares Fleckchen Erde aussieht, erstreckt sich zum Schluss ein riesiges Netz aus Gängen, Kreuzungen und Abkürzungen über die Map. Auf unserer 3D-Karte werden unentdeckte und verschlossene Wege angezeigt. Wo genau sich Sammelitems befinden, sehen wir jedoch nicht. Das ist gut, denn so gibt es genug selbst zu entdecken. Das Spiel gibt uns lediglich Hinweise, wo wir uns noch umschauen sollten.

Die Sammelitems sind allerdings ein deutlicher Kritikpunkt. Zwar finden wir hier und da sinnvolle Ergänzungen wie mehr Stimpaks, doch neben Hintergründen zur Lore gibt es meistens rein kosmetische Skins für unser Lichtschwert, die Mantis, BD-1 oder Cal. Besonders letzteres ist nicht gut umgesetzt, denn unser Held hat nur ein Outfit. Das bedeutet, dass wir in vielen der teils mühsam zu erreichenden Kisten nur den x-ten Poncho mit anderem Farbmuster finden.

Cal hat nur ein Outfit - nämlich seinen Poncho, den er immerhin auch ausziehen kann. Das macht das Sammeln von Extras eintöniger, als es sein müsste. Cal hat nur ein Outfit - nämlich seinen Poncho, den er immerhin auch ausziehen kann. Das macht das Sammeln von Extras eintöniger, als es sein müsste.

Hier wären richtige Kostüme, die das Aussehen von Cal maßgeblich verändern, deutlich motivierender gewesen. Das hat The Force Unleashed beispielsweise deutlich besser gelöst. Es fühlt sich nach einer verpassten Chance an, die mechanisch hervorragend umgesetzte Erkundung noch besser zu gestalten.

Technik
Fallen Order sieht sehr gut aus. Die Planeten sind detailverliebt umgesetzt und zaubern einige schicke Panoramen auf den Bildschirm. Kampf- und Kletteranimationen sind ebenfalls sehr gut. Beim Sound gibt es nichts zu meckern. Die deutschen Sprecher leisten gute Arbeit. Allerdings hatten wir mit der von uns getesteten PS4 Pro-Version auch ein paar Probleme. Auf der schnelleren Konsole könnt ihr, genau wie auf der Xbox One X, den optionalen Leistungsmodus aktivieren. Der hebt die Bildrate deutlich an und versucht stetig 60 FPS zu erreichen. Das gelingt allerdings selten, was in spürbaren Schwankungen resultiert. Zudem bricht die Framerate ab und zu unter die 30 FPS-Marke. Den Spielspaß hat das aber nie gestört.

In unterirdischen Dungeons müssen wir mit unseren Machtfähigkeiten Schalter- und Physik-Rätsel lösen. In unterirdischen Dungeons müssen wir mit unseren Machtfähigkeiten Schalter- und Physik-Rätsel lösen.

Mehr Rogue One als Episode 7

Jedi: Fallen Order macht in Sachen Atmosphäre vieles richtig. Optisch und thematisch orientiert sich Respawn an der Original-Trilogie und den neueren Star Wars-Storys Rogue One und Solo. Das bedeutet einen etwas düsteren, leicht ausgegrauten Look. Dazu passen auch die schnörkellosen Kampfanimationen und die überschaubare Anzahl an Macht-Fähigkeiten. Fallen Order wirkt stets bodenständig. Trotzdem warten viele schöne, märchenhafte und spannend inszenierte Sequenzen auf uns, sei es in Bosskämpfen gegen riesige Kreaturen oder in Rückblicken auf Cals Vergangenheit.

Bei den Charakteren fällt unsere Crew positiv auf. Besonders wenn wir die optionalen Dialoge mit Cere, Greez und anderen Gefährten führen, gewinnen sie an Sympathie. Unser treuer, drolliger Droide BD-1 ist ebenfalls hervorragend gelungen und uns schnell ans Herz gewachsen. Leider trifft das nicht auf Cal zu. Unser Protagonist bleibt bis zum Ende langweilig und blass, weil er abseits der üblichen Helden-Eigenschaften wie einem gesunden Sinn für Gerechtigkeit kaum nennenswerte Persönlichkeitsmerkmale zugeschrieben bekommt.

Unsere Crew wächst uns mit der Zeit ans Herz. Cal hat uns dagegen bis zum Ende ziemlich kalt gelassen. Unsere Crew wächst uns mit der Zeit ans Herz. Cal hat uns dagegen bis zum Ende ziemlich kalt gelassen.

Die Geschichte hinterlässt uns gespalten. Die streng lineare Story ist durchschnittlich und erfüllt ihren Zweck. Gerade im letzten Drittel dreht Respawn aber immerhin ordentlich am Erzähltempo und der Inszenierung. Allerdings lassen die Ereignisse selbst zu wünschen übrig, denn Cals Weg ist sehr vorhersehbar und lässt interessante Wendungen vermissen. Das war durch die Einbindung in den offiziellen Kanon bereits absehbar, macht es aber nicht weniger schade. Es gilt das bekannte Prinzip der Heldenreise (nach dem schon Episode 4-6 aufgebaut waren), im Guten wie im Schlechten.

Thematisch dreht sich alles um den Kampf zwischen Gut und Böse, Schuld, Verantwortung und Freundschaft. Neu ist davon gar nichts. Trotzdem motiviert die Story bis zum Ende, was vor allem der gelungenen Inszenierung zu verdanken ist, die in ihren besten Momenten an Uncharted erinnert. Neben schicken Zwischensequenzen jagt uns Respawn gekonnt durch actionreiche Verfolgungsjagden und emotionale Rückblicke in die tragische Vergangenheit der Charaktere. Hier trägt auch der Star Wars-typisch hervorragende Soundtrack seinen Teil bei. Das Schicksal der Figuren hat uns daher einige Male berührt, große Überraschungen und neue Ideen solltet ihr aber nicht erwarten.

Weder die Story, noch das Gameplay sind eine Revolution. Respawn Entertainment hat es allerdings geschafft, viele aus anderen Spielen bekannte Elemente zu einem überaus gelungenen Ganzen zu verschmelzen. Nach der enttäuschenden Story-Kampagne von Battlefront 2 ist es umso schöner, dass es nun ein modernes, cooles Singleplayer-Spiel für Star Wars-Fans gibt, das uns endlich wieder Jedi sein lässt.

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