Steelrising angespielt: Mit dem Fächer durch die Französische Roboter-Revolution

Wir konnten das neue Action-RPG des Greedfall-Teams bereits einige Stunden lang spielen und haben außerdem erfahren, was uns später im Spiel noch erwarten wird.

von Samara Summer,
16.06.2022 09:00 Uhr

In Steelrising schlüpfen wir in die Rolle eines Roboters namens Aegis. In Steelrising schlüpfen wir in die Rolle eines Roboters namens Aegis.

Genre: Action-RPG  Entwickler: Spiders Plattform: PC, Xbox Series X/S, PS5 Release: 8. September 2022

Schon das Story-Konzept von Steelrising hat es in sich: König Ludwig XVI zweckentfremdet während der Französischen Revolution eine Roboter-Armee, um die Rebellion des Volkes blutig niederzuschlagen. Passend zum Setting des neuen Action-RPG von Greedfall-Studio Spiders handelt es sich bei den Robotern nicht um moderne Androiden, sondern um sogenannte Automaten mit Steampunk-Charme. Einen von ihnen – Aegis – spielen wir. Ihr Ziel ist es, ihren Schöpfer, den genialen Ingenieur Eugène de Vaucanson zu finden, der die Gräueltaten womöglich beenden kann. 

Auf dem Weg dorthin muss Aegis im von Automaten verseuchten Paris nicht nur ihre Kampfkünste unter Beweis stellen, sondern auch lernen, was es bedeutet, unabhängig zu handeln und eigene Entscheidungen zu treffen. Wir durften bereits die ersten drei Stunden von Steelrising spielen, uns an einem großen Bossgegner versuchen und haben in einer Präsentation erfahren, was uns im weiteren Verlauf des Spiels noch erwartet. 

Hinweis:
Die Screenshots entstammen allesamt B-Roll-Material, das uns vom Studio zur Verfügung gestellt wurde.

Automaten-Vielfalt

Steelrising spielt während einer einzigen Nacht in Paris. Die Revolution ist in vollem Gange, die Straßen sind menschenleer. Vor den verschlossenen Türen patrouillieren die unterschiedlichsten Automaten-Varianten, vom klassischen zweibeinigen Roboter mit Axt über feuerspuckende wirbelnde Feinde mit scharfen Klingen bis hin zu Blechhunden. Auch Minibosse und gewaltige Bossgegner wie der dampfbetriebene “Bischof“, der auf einer Kugel herumrollt und ein Buch nach uns schleudert, erwarten uns. 

Der Bischof der Cité ist ein Boss, den wir mit einem Level 20-Charakter spielen durften. Der Bischof der Cité ist ein Boss, den wir mit einem Level 20-Charakter spielen durften.

Aegis: Unsere Protagonistin Aegis ist ein menschenähnlicher Automat, der eigentlich zur Belustigung bei Hofe entworfen wurde. König Ludwig XVI beschließt jedoch, sie zu einer Kämpferin umzurüsten und sie als Leibwache für Königin Marie-Antoinette abzustellen, als diese von der tobenden Revolution bedroht wird. 

Starker Story-Fokus mit Entscheidungsmöglichkeiten 

Die Königin ist von Aegis nicht sonderlich angetan, entsendet sie aber zähneknirschend, um ihre Kinder zu suchen, die in den Wirren der Kämpfe verschwunden sind – und so beginnt Aegis‘ Mission, bei der sie anfangs noch den Befehlen ihrer Herrscherin folgt, dann jedoch ihre eigene Agenda entwickelt. 

Wie das Entwicklerteam verraten hat, werden wir dabei auf einige historische Persönlichkeiten wie den berühmten Revolutionär Robespierre treffen. Zudem wurde angekündigt, dass ein großer Fokus auf der Geschichte liegt, wir Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen treffen und damit sogar das Ende der Story beeinflussen. 

Dies wird vermutlich wie bei Greedfall mit Dialogoptionen umgesetzt. Bei der Anspiel-Session standen allerdings klar die Kämpfe im Vordergrund. 

Kampfsystem nach Souls-Vorbild 

Bei den Gefechten orientiert sich Steelrising deutlich stärker an der Souls-Serie, als das noch bei Greedfall der Fall war. Wir können Attacken ausweichen, blocken und parieren, Items finden, die uns mehr Heilungen gewähren und Aegis an einem Pendant zu den Souls-Leuchtfeuern aufleveln und verstärken. Dafür benötigen wir Anima Essenz, die Währung im Spiel, die wir beim Tod verlieren und am Ort des Ablebens wieder einsammeln müssen. 

Hinter Aegis könnt ihr einen der Checkpoints sehen, die wir aus dem Boden hinauffahren lassen können. Hinter Aegis könnt ihr einen der Checkpoints sehen, die wir aus dem Boden hinauffahren lassen können.

Aegis aufrüsten: Alle Elemente sind alle auf das Steampunk-Setting abgestimmt: bei den „Vestalinen“ genannten Checkpoints, die wir in der Spielwelt aktivieren können, handelt es sich um mechanische Plattformen, die aus dem Untergrund hinauffahren und einen mit Instrumenten ausgestatteten Stuhl in einem Käfig beherbergen. Dort können wir verschiedene Attribute leveln. Genug Anima Essenz für die ersten Verbesserungen bekommen wir auch sehr schnell zusammen. Für jede neue Stufe benötigen wir jedoch mehr.

Zudem können wir Module in Aegis‘ Wirbelsäule einsetzen, die uns dann bestimmte Vorteile wie mehr Gesundheit oder ein besseres Ausdauer-Management gewähren. Die Slots dafür müssen wir durch Schlüssel freischalten, die in der Spielwelt versteckt sind und wir beispielsweise nach Minibossen erhalten haben. 

Attribute Hier seht ihr die Attribute, die wir leveln können.

Module Hier seht ihr das Modul-Menü.

Waffen und Gadgets 

Entscheidend für unseren Spielstil sind aber nicht nur die Verbesserungen für Aegis, sondern auch die Waffenwahl. Wir konnten beim Anspielen zwischen vier Klassen wählen, die mit unterschiedlichen Attributen, vor allem aber auch sehr unterschiedlichen Startwaffen, daherkommen. 

Sie variieren nicht nur in der Angriffsgeschwindigkeit, sondern besitzen auch Spezialfähigkeiten. Die relativ schnelle Fächerwaffe besitzt etwa eine Schildfähigkeit, die schwere langsame Hellebarde hat dagegen eine Fernkampfattacke. Daneben gibt es Paradewaffen und alchemistische Waffen, die Elementarschaden verursachen. 

Klassenwahl Hier seht ihr die Charakterklassen, zwischen denen wir wählen durften.

Weitere Waffen Die Waffen passen alle ins Steampunk-Setting.

Besonders gut hat uns der Fächer gefallen, da die vergleichsweise hohe Geschwindigkeit uns entgegenkam und dessen Moveset äußerst stylisch wirkt und gut zu Aegis passt. Neben den Primärwaffen können wir zudem eine Schusswaffe ausrüsten.

Gadgets zur Erkundung: Aegis stehen außerdem vier Werkzeuge zur Erkundung von Paris zur Verfügung, die allerdings zunächst gefunden werden müssen: ein Zielmarker, ein Stoßwerkzeug zum Zerstören von Objekten, ein Dash-Tool, um große Distanzen zu überbrücken und ein Greifhaken. Letzteren bekamen wir nach dem Zusatz-Bosskampf, sodass wir ihn nur noch an einem Zielpunkt testen konnten.

Hier bekämpft Aegis einen der harmlosereren Automaten in der Spielwelt. Hier bekämpft Aegis einen der harmlosereren Automaten in der Spielwelt.

Soulslike – Bedeutet das auch schwer? 

Das Studio erklärt, Steelrising sei ein anspruchsvoller Titel mit nur einem Schwierigkeitsgrad und vor den Gegnern stehen und wir können verraten: Stumpf auf Knöpfe hämmern wird euch sicher nicht weiterbringen. So viel Tiefgang und einen so hohen Anspruch wie bei Elden Ring solltet ihr aber nicht erwarten, gerade was die gegnerische Attackenvielfalt angeht. 

Boss- und Levelgegner halten einiges aus und Letztere und können im Mob schon mal anstrengend werden, aber eine Strategie, die fast immer funktionierte, war Attacken um die Gegner herum auszuweichen und direkt danach von hinten anzugreifen. 

Hier könnt ihr euch unser Vorschau-Video ansehen:

Steelrising - Vorschau-Video zum neuen Soulslike in der Französischen Roboter Revolution 12:04 Steelrising - Vorschau-Video zum neuen Soulslike in der Französischen Roboter Revolution

Ausdauer-Management: Das Anspruchsvollste war für uns das Haushalten mit der Ausdauer. Hier gibt es eine interessante Funktion: Wir können Aegis per Tastendruck im richtigen Moment abkühlen, wenn sie bei verbrauchter Ausdauer überhitzt. Dadurch lädt die Leiste schneller wieder auf. Das erinnert ein wenig an Nioh. 

Aber wer die Funktion zu oft in Serie nutzt, riskiert einen Kälteschock, der Aegis für einige Momente komplett lähmt, was meist mit dem Tod bestraft wurde. Meisterten wir das System perfekt, so fühlte sich das sehr befriedigend an. Zudem brachte es mehr Tempo in die Kämpfe.

Aegis wirbelt um den großen Boss herum. Aegis wirbelt um den großen Boss herum.

Bosskampf: Der Bischof der Cité, den wir mit einem Level 20-Charakter bekämpfen konnten, versuchte bei halbem Lebensbalken, uns zu überfahren, indem er Klingen hervorholte und uns durch die Arena jagte - eine sehr lang andauernder Angriff, der sich nicht so einfach wie seine Hiebattacken ausweichen ließ. Erschwert wurde das Ganze gegen Ende des Kampfs noch durch eine Feuerspur, die der Boss hinter sich herzog. 

Das ließ bereits erahnen, dass die Komplexität sich im Spielverlauf steigern wird, aber diesbezüglich darf gerne noch mehr kommen, damit die Schwierigkeit noch mehr auf Präzision und weniger auf langen Boss-Lebensbalken basiert.

Die alternative Version der historischen Vorlage ist ein frisches unverbrauchtes Setting. Die alternative Version der historischen Vorlage ist ein frisches unverbrauchtes Setting.

Spielhilfemodus gegen Frust 

Ihr seid gar nicht frustresistent oder benötigt Unterstützung  bei den Kämpfen? Dann haben wir einen gute Nachricht für euch: Im Spielhilfemodus könnt ihr verschiedene Frustfaktoren entschärfen. Ihr könnt beispielsweise den Schaden reduzieren – falls ihr möchtet, sogar um bis zu 100 Prozent.

Auch falls es euch zu anstrengend ist, die Anima Essenz nach dem Ableben wieder einzusammeln oder ihr Probleme mit dem Ausdauer-Management habt, könnt ihr in diesem Modus nach Belieben nachregeln.

Samara Summer
@Auch_im_Winter

Steelrising hat meine Aufmerksamkeit bereits mit dem ersten Teaser geweckt. Die Kombination aus historischem Setting und stylischer Retro-Technik spricht mich deutlich mehr an als das Setting von Greedfall – und schon dieses Spiel war für mich ein echter kleiner Hit. Beim Anspielen von Steelrising hat sich mein erster Eindruck bestätigt: Elemente wie ein mechanischer Stuhl zum Leveln und eine pferdelosen Kutsche zum Reisen konnten mich auf Anhieb begeistern. Auch dass wir selbst einen Automaten spielen (den wir sogar optisch ein wenig anpassen können) finde ich spannend. 

Ich bin daher optimistisch, bin aber auch der Meinung, dass sich Steelrising noch in einigen Punkten beweisen muss: Das Spielerlebnis steht und fällt für mich mit der Langzeitmotivation bei Kämpfen, aber vor allem auch mit Dichte und Qualität der Geschichte. Das Soulslike-Kampfsystem hat für mich während der kurzen Spielzeit gut funktioniert und durchaus Spaß gemacht. Gerade das Ausdauer-System gefällt mir. Ich hoffe aber, dass die Kämpfe auf Dauer noch etwas mehr taktischen Tiefgang bieten. 

Was mich bei einem Spiders-Spiel jedoch mehr reizt als das Kampfsystem, ist die Story: Die Eckpunkte klingen vielversprechend, in den ersten drei Stunden habe ich allerdings noch nicht genug gesehen, um mir eine Meinung über die Umsetzung bilden zu können. Ich hoffe also, dass das Entwicklerteam es mit dem versprochenen Story-Fokus ernst meint und freue mich schon darauf, das chaotische Paris zu erkunden.

Was sagt ihr zum Konzept von Steelrising? Werdet ihr das Spiel auf dem Schirm behalten?

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