Stray hat einen Miau-Knopf und schon deshalb das Potential zum Spiel des Jahres

In Stray durchstreifen wir als Katze eine Cyberpunk-Welt. GamePro konnte sich vorab Gameplay-Szenen anschauen und mit den Machern des Spiels reden. Wir erklären euch, was euch im PlayStation-Exclusive erwartet.

von Eleen Reinke,
08.06.2022 18:00 Uhr

Das Katzenabenteuer Stray in der Preview. Das Katzenabenteuer Stray in der Preview.

Seit mittlerweile sieben Jahren werkelt das Team von BlueTwelve Studio am Katzenabenteuer Stray. Erst 2020 wurde das ursprünglich als HK bekannte Projekt aber offiziell als PlayStation-Exklusivspiel enthüllt und damit gingen automatisch auch hohe Erwartungen an den kleinen Titel einher.

Kurz vor Release konnte GamePro sich nun in einer knapp 30-minütigen Präsentation live-Gameplay anschauen und mit den Entwickler*innen unterhalten. Und es sieht zumindest ganz danach aus, als könnte Stray den hohen Ansprüchen tatsächlich gerecht werden.

Eine fremde Welt aus Katzensicht

Allzu viel wollten die Entwickler*innen zwar noch nicht über die Story von Stray verraten, ein bisschen was wissen wir aber schon: Als flauschiger Vierbeiner sind wir zu Beginn des Spiels in einer mysteriösen Stadt gelandet, nachdem wir von unserer Familie getrennt wurden. Unser Ziel ist nun, die Regeln dieser für uns neuen Welt und ihrer Bewohner zu verstehen und einen Weg zu finden, der Stadt zu entkommen.

Insgesamt sollen wir mit der Geschichte etwa 7-8 Stunden beschäftigt sein, wollen wir wirklich alles erkunden, sollten wir 9-10h einplanen.

Die Grafik von Stray sieht durchaus beeindruckend aus, was nicht zuletzt am stimmungsvollen Licht liegt. Die Grafik von Stray sieht durchaus beeindruckend aus, was nicht zuletzt am stimmungsvollen Licht liegt.

Die Story soll dabei sowohl durch Zwischensequenzen und Dialoge, als auch durch die Umgebung erzählt werden. Dabei können wir die weitläufigen Stadtareale frei erkunden und dabei mehr über die Cyberpunk-Welt und ihre Roboter-Bewohner lernen: An einer Straßenecke setzen wir uns etwa zu einem Roboter, der auf seiner Gitarre spielt, anderswo spielen zwei Blechköpfe miteinander Schach und an wieder anderer Stelle laufen wir an einem Roboter vorbei, der allem Anschein nach gerade von einer Art Robo-Polizei durchsucht wird. Auch ohne “echte” menschliche Bewohner wirkt die Welt so erstaunlich lebendig. 

Die Stadt selbst sieht bei unserer Erkundung dabei typisch für den Cyberpunk-Stil düster und stylisch zugleich aus. Überall blinken uns Leuchtreklamen an, während sich in den dunkleren Ecken gammelnder Dreck und Unrat sammelt. Für grafische Abwechslung im urbanen Setting sollen dabei unterschiedliche Areale sorgen. So konnten wir in der Präsentation nicht nur die Innenstadt, sondern auch eine düster-modrige Kanalisation und einen alten begrünten Wasserturm entdecken.

Neben Betonlandschaften erwarten uns auch einige grüne Landschaften. Neben Betonlandschaften erwarten uns auch einige grüne Landschaften.

Mit Robo-Begleiter ist es gleich sicherer

Während wir zu Beginn des Spiels noch alleine unterwegs sind und uns mit den Bewohnern der Stadt kaum verständigen können, bekommen wir im Spielverlauf unseren eigenen kleinen Robo-Begleiter namens B-12, den wir in einem Rucksack mit uns herumtragen.

Natürlich nicht ganz uneigennützig, denn B-12 hat einige praktische Hilfsmittel dabei. So besitzt er nicht nur eine Taschenlampe für dunkle Areale und kann uns an unser aktuelles Ziel erinnern, sondern auch die Sprache der Roboter für uns übersetzen, damit wir mit ihnen kommunizieren und Aufgaben von ihnen annehmen können. 

Wir können mit den Robo-Bewohnern nicht nur reden, sondern auch Aufträge für sie erfüllen. Wir können mit den Robo-Bewohnern nicht nur reden, sondern auch Aufträge für sie erfüllen.

Wie genau die Haupt- und Nebenmissionen im Spiel aussehen und wie spannend sie sind, bleibt noch abzuwarten. Bislang konnten wir nur am Rande eine kleine Sammelaufgabe entdecken, bei der wir Daten überall in der Stadt suchen, um dadurch mehr über die Hintergründe der Charaktere und Welt zu lernen.

Zusätzlich scheint B-12 uns auch offensiv unterstützen zu können. In einem der früheren Trailer konnten wir bereits sehen, wie wir uns gegen die Zurks genannten Scharen an kleinen insektenartigen Feinden verteidigen werden. Ohne B-12 an unserer Seite sind wir dagegen ziemlich hilflos, sodass uns nur Flucht oder Verstecken bleibt:

Stray - Frisches Gameplay zum Katzenabenteuer zeigt mehr von der faszinierenden Spielwelt 4:29 Stray - Frisches Gameplay zum Katzenabenteuer zeigt mehr von der faszinierenden Spielwelt

Ein klassisches Kampfsystem gibt es also nicht. Zwar sollen wir im Spiel auch sterben können, respawnen aber an Ort und Stelle wieder, müssen uns also keine Sorgen machen, Fortschritt zu verlieren.

Barrierefreiheitsoptionen

Stray soll auch einige Accessibility-Optionen bieten, von denen uns die Entwickler*innen ein paar verraten haben. Zwar wissen wir noch nicht, ob es Schwierigkeitsgrade geben wird, das Spiel soll aber nicht zu fordernd sein. Außerdem wird es die Möglichkeit geben, die Tasten des Controllers neu zu belegen und die Kamera automatisch unseren Bewegungen folgen zu lassen.

Weniger Plattforming, dafür mehr Erkunden

Obwohl wir viel auf Dächern und Containern herumhüpfen, ist Stray übrigens kein Plattformer. Schwere Sprungpassagen brauchen wir also nicht zu erwarten, vielmehr drücken wir die X-Taste an geeigneten Stellen, um automatisch zu hüpfen. Laut den Entwickler*innen hätte es sich merkwürdig angefühlt, wenn wir als Katze einen knackigen Sprung nicht schaffen würden, immerhin sind die Vierbeiner für ihre Agilität bekannt.

Stattdessen will das Spiel sich mehr auf das Erkunden der Welt und Lösen von Umgebungs-Rätseln fokussieren. Dazu können wir auch Gegenstände nutzen, die wir etwa ins Maul nehmen oder später im Spiel auch in unserem Rucksack mit uns tragen.

Unterwegs müssen wir uns auch vor den Scharen an Zurks in Acht nehmen. Unterwegs müssen wir uns auch vor den Scharen an Zurks in Acht nehmen.

So lassen sich beispielsweise Ventilatoren anhalten, indem wir leere Dosen darin verkanten oder ein Metallbalken in die gewünschte Position zum Weiterkommen manövrieren, indem wir aus der richtigen Richtung draufspringen und ihn mithilfe unseres Schwungs bewegen. An anderer Stelle lassen wir einen Eimer auf ein Glasdach fallen, um so in ein Haus zu gelangen. Klar, als Katze gehört Sachen runterschmeißen schließlich ohnehin zu unseren liebsten Hobbys.

Echtes Samtpfoten-Feeling

Und Stray schafft es bislang wirklich glaubwürdig zu vermitteln, dass wir eben eine Katze spielen. Die charmantesten Gameplay-Mechaniken sind ganz klar die, die einfach typisch für die Samtpfoten sind. Einige davon bringen uns tatsächlich weiter – etwas wenn wir an einer Tür kratzen und diese dann von einem freundlichen Roboter geöffnet wird.

Haptisches Feedback macht den PS5-Controller zur Katze

Stray will auf PS5 die verschiedenen Funktionen des DualSense Controllers nutzen. So sollen wir haptisches Feeback bekommen, wenn wir uns etwa die Krallen wetzen und auch Lautsprecher- und Vibrationsfunktion sollen zum Einsatz kommen. Legen wir uns etwa auf einer Bank schlafen, kommt nicht nur das Schnurren aus dem Controller, er soll auch vibrieren als würden wir eine echte Katze in den Händen halten.

Andere dienen vielmehr dazu, dass sich unsere Katze auch wie eine Katze anfühlt: Wir können Robotern schnurrend um die Beine streichen, uns an allerhand Orten Schlafen legen, an Sofas die Krallen wetzen oder TV gucken. Unser absolutes Highlight: Es gibt einen Miauen-Button, den wir so oft drücken dürfen, wie wir wollen – selbst in einigen Zwischensequenzen.

Auch Putzen gehört natürlich zum Katzenleben. Die Katze in Stray wurde ohne Motion Capture und komplett von einer Person animiert. Beim Gameplay fällt auf, wie angenehm flüssig die Bewegungen aussehen und damit tatsächlich wie die einer Katze wirken. Auch Putzen gehört natürlich zum Katzenleben. Die Katze in Stray wurde ohne Motion Capture und komplett von einer Person animiert. Beim Gameplay fällt auf, wie angenehm flüssig die Bewegungen aussehen und damit tatsächlich wie die einer Katze wirken.

Trotz des düsteren Settings und einiger stressiger Passagen, in denen wir Gegnern entkommen müssen, macht Stray so eher den Eindruck eines entspannenden Spielerlebnisses, das uns Lust auf das Erkunden seiner bizarren Cyberpunk-Stadt und ihrer Robo-Bewohner macht. Ohnehin will Stray kein herausforderndes Spielerlebnis werden, auch wenn es durchaus einige Challenges geben soll, die uns etwas mehr abfordern.

Was Kollegin Ann-Kathrin von Stray hält, hat sie in ihrer Video-Preview festgehalten:

Eines der schönsten Spiele des Jahres hat ein großes Geheimnis - Stray Video-Preview 9:26 Eines der schönsten Spiele des Jahres hat ein großes Geheimnis - Stray Video-Preview

Wir zumindest sind gespannt darauf, ob dieser Entdeckerdrang, den wir bei der Präsentation verspürt haben, sich auch durch die komplette Spielzeit von Stray hält. Genaueres wissen wir am 19. Juli 2022, wenn Stray für PS4 und PS5 und PC erscheint.

Eleen Reinke
@ottadice

Die Entwicklung von Stray habe ich bereits verfolgt, seit das Spiel 2015 als Project HK mit ersten Bildern enthüllt wurde. Auf den Titel freue ich mich nicht ohne Grund, immerhin verbindet er mit Cyberpunk und Katzen gleich zwei meiner liebsten Dinge. Ein wenig besorgt war ich allerdings schon, als das Spiel dann 2020 im PlayStation-Showcase als einer der großen kommenden PS5-Titel vorgestellt wurde – immerhin steckt ein relativ kleines Team hinter dem Spiel und die Erwartungen sind groß.

Diese Sorge ist aber zumindest erst einmal beruhigt. Stray macht nicht nur optisch einen guten Eindruck, es sieht auch einfach so aus, als würde es viel Spaß machen. Ich freue mich schon darauf, über die Dächer der Cyberpunk-Stadt zu streifen und das Leben seiner Roboter-Bewohner zu ergründen. Bleibt nur zu hoffen, dass das Spiel diesen Entdeckerdrang auch regelmäßig belohnt und hier und da eine spannende Mission bereithält.

Aber vermutlich werde ich auch schon glücklich damit, meinen vierbeinigen Protagonisten auf einer Bank schlafen zu legen und mir dann den Controller auf die Brust zu packen, während ich dem Schnurren lausche.

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