Nintendo Switch hat jetzt Cloud Gaming & so funktioniert's

Remedy und 505 Games haben Control in einer Cloud Edition veröffentlicht. Wir haben den neuen Service ausprobiert.

von Sebastian Zeitz,
29.10.2020 17:01 Uhr

Es gibt jetzt Cloud Gaming auf der Switch und so funktioniert es. Es gibt jetzt Cloud Gaming auf der Switch und so funktioniert es.

Völlig aus dem Nichts hat Nintendo mit dem heutigen Partner Showcase eine neue Technik präsentiert, die in Zukunft wahrscheinlich vor allem AAA-Spiele nutzen werden. Denn ab sofort gibt es eine Cloud Edition von Control und Hitman 3 soll 2021 ebenfalls folgen. Wir haben das Spiel ausprobiert und zeigen euch, wie das Cloud Gaming auf der Nintendo Switch funktioniert.

Hinweis: Der folgende Artikel basiert auf der Cloud Edition von Control. Es könnte sein, dass Hitman 3 eine andere Technologie und andere Optionen nutzen wird. Ebenfalls ist es ein anderes System als die für Japan-exklusiven Cloud-Versionen von Assassin's Creed: Origins und Resident Evil 7.

Die Eckdaten zu Control:

  • Preis: 40 Euro (einmalig)
  • Release: 28. Oktober 2020
  • Kostenlose, zehnminütige Demo vorhanden
  • Zwei Modi: Performance & Grafik

Cloud Gaming auf der Switch - So funktioniert's

Ladet euch den kostenlosen Clienten herunter: Geht in den eShop und sucht dort nach Control. So findet ihr einen kostenlosen Download, der knapp 100 MB groß ist. Um überhaupt Control: Cloud Edition kaufen zu können, müsst ihr diesen erst einmal herunterladen und dann die Verbindung zum Cloud-Server starten.

Control ist jetzt auf der Switch spielbar - über einen Cloud-Service. Control ist jetzt auf der Switch spielbar - über einen Cloud-Service.

Technischer Test: Damit ihr nicht die Katze im Sack kauft und am Ende das Spielerlebnis über die Cloud nicht dem entspricht, wie ihr es euch vorstellt, gibt es vorab zwei unterschiedliche, zehnminütige Demos. Davon müsst ihr eine mindestens fünf Minuten gespielt haben, bevor ihr überhaupt in den eShop dürft. Das sind die Unterschiede der beiden Demo-Versionen:

  • Performance-Modus: 60 FPS als Ziel ohne Raytracing und weniger Details
  • Grafik-Modus: 30 FPS als Ziel mit Raytracing

Hier einige Vergleiche der beiden Modi:

Habt ihr eine der Demos mindestens für fünf Minuten gespielt, könnt ihr jederzeit in den eShop wechseln. Dort wird das Spiel dann für einen einmaligen Preis von 40 Euro in der Ultimate Edition angeboten. Habt ihr den bezahlt, könnt ihr Control auf der Switch solange und so oft spielen, wie ihr wollt. Es ist also weder ein Aboservice noch ein zeitlich begrenzter Zugang.

Mögliches Problem: Ihr solltet euch dabei aber bewusst sein, dass das nur geht, solange der Service auch angeboten wird. Sind die Server irgendwann mal nicht mehr verfügbar, habt ihr womöglich keinen Zugriff mehr auf das Spiel und auch kein Recht darauf, euer Geld zurückzubekommen.

Jede Demo nur einmal spielbar: Habt ihr eine der beiden Varianten auf eurem Account ausprobiert, könnt ihr sie nicht erneut starten. Das könnt ihr aber damit umgehen, wenn ihr ein weiteres Profil auf eurer Konsole habt. Jeder Nintendo Account kann nämlich einmal beide Versionen antesten.

So spielt sich Control in der Cloud für Switch

Ich hab beide Modi mehrfach ausprobiert, sowohl am Handheld als auch am Fernseher. Es ist ein neuartiges Gefühl, ein Spiel so auf der Nintendo Switch zu spielen. Wichtiger Hinweis: Der Test erfolgte mit einer sehr guten Leitung über WLAN. Die Erfahrung kann für jeden variieren, weshalb ihr die zehnminütigen Demos beide definitiv vorher testen solltet.

Auflösung des Streams: Ich kann leider nicht genau testen, mit welcher Auflösung gestreamt wird, jedoch ist das Bild auf dem Handheld sehr gut erkennbar. Am Fernseher hingegen ist das Bild extrem matschig und voll mit Artefakten. Da ist es dann auch egal, ob ihr im Performance- oder im Grafik-Modus spielt. Beides sieht einfach nicht gut aus und bleibt stark hinter dem, wie es auf anderen Konsolen aussieht.

Control spielt viel mit farblichen Kontrasten. Im Stream ist es eher ein Einheitsbrei mit schlecht erkennbaren Untertiteln. (Bild aus dem Grafik-Modus) Control spielt viel mit farblichen Kontrasten. Im Stream ist es eher ein Einheitsbrei mit schlecht erkennbaren Untertiteln. (Bild aus dem Grafik-Modus)

Delays: Beim wichtigen Thema dem Delay, der auch einigermaßen subjektiv ist, bin ich eher zwiegespalten. Während es sich wunderbar steuern lässt und eine Verzögerung nur selten spürbar ist, macht der Sound enorme Probleme. Gefühlt eine Sekunde nach dem Abfeuern der Waffe, ist erst der Schuss zu hören. Das mindert den insgesamt eigentlich gut spielbaren Eindruck und reißt immer wieder aus dem Spiel heraus. Die Soundqualität ist sowieso leicht blechern und längst nicht so klangvoll, wie auf anderen Konsolen.

Auch im Performance-Modus gibt es immer noch genug Details zu sehen. Auch im Performance-Modus gibt es immer noch genug Details zu sehen.

So spielt es sich am besten: Am Ende hat sich für mich eine Variante herausgestellt, wie ich Control am liebsten auf der Switch spiele. Raytracing und Details sind zwar schön und gut aber der Stream läuft deutlich schlechter und gerade am Fernseher ist sowieso kaum etwas zu erkennen. Deshalb ist der Performance-Modus die einzige Wahl, die mir wirklich Spaß gemacht hat, vor allem im Handheld-Modus.

GamePro-Eindruck


Sebastian Zeitz
@Citronat

Es ist ein sehr interessanter Weg, den 505 Games nimmt, um Control auf der Switch anzubieten. Es ist die perfekte Möglichkeit, um grafisch anspruchsvollere Spiele doch noch für eine Zielgruppe anzubieten, die sonst hätte drauf verzichten müssen. Ich kann zwar nicht den mobilen Aspekt der Konsole nutzen, bekomme dafür aber ein Spiel, das anders nicht möglich gewesen wäre.

Die Technik hat noch so seine Macken und vor allem die Auflösung des Streams lässt stark zu Wünschen übrig. Aber letztlich spielt es sich dann doch besser als gedacht und sieht auf dem Handheld gut aus. Wer wirklich nur eine Nintendo Switch hat, aber auf manche Spiele nicht verzichten will, bekommt hier eine erstaunlich adäquate Umsetzung – vor allem, wenn ihr in 60 FPS spielt. Am Ende scheitert es nur an der eigenen Internetverbindung, die aber zum Glück vorab mit einer kostenlosen Demo getestet werden kann.

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