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The Gunk im Test: Das perfekte Game Pass-Spiel

In The Gunk befreien wir einen Planeten von einer schleimigen Substanz. Klingt eklig, machte im Test aber wirklich viel Spaß.

von Tobias Veltin,
16.12.2021 15:00 Uhr

The Gunk im Test für Xbox Series X. The Gunk im Test für Xbox Series X.

Knapp anderthalb Jahre ist es her, dass der erste Trailer zu The Gunk für Aufmerksamkeit sorgte. Das lag einerseits am interessanten Look des Spiels und andererseits an der Tatsache, dass Image & Form für das Spiel verantwortlich zeichnen, die kreativen Köpfen hinter der SteamWorld Dig-Serie. The Gunk ist ihr erstes 3D-Spiel, aber macht es auch Spaß? Nach dem Test der Xbox Series X-Version sagen wir ganz klar: Ja!

Die Story von The Gunk dreht sich um die beiden Schrottsammlerinnen Becks und Rani, die im All und auf Planetenoberflächen nach Energie und verwertbaren Teilen suchen, um diese dann zu Geld zu machen. Eines Tages landen die beiden auf einem scheinbar verlassenen Planeten, der außer verödeten Arealen auf den ersten Blick nicht viel zu bieten hat. Im Gegenteil, große Teile des Planeten sind mit einer zähen, schmodderigen Masse bedeckt, die die beiden als "The Gunk" bezeichnen. 

Tolle Charaktere

Rani und Becks wittern dahinter zunächst ein großes Energievorkommen und damit enormen Reichtum, doch schnell stellt sich heraus, dass der Planet eben doch mehr zu bieten hat und auch nicht so unbewohnt ist, wie er scheint. Und so entwickelt sich die zunächst banale Schrottsammelmission im Laufe des Spiels immer mehr zu einer Rettungsaufgabe. 

Becks und Rani ahnen zunächst nicht, was sie auf dem Planeten erwartet. Becks und Rani ahnen zunächst nicht, was sie auf dem Planeten erwartet.

Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, generell erzählt The Gunk aber eine nette, wenn auch später ziemlich vorhersehbare Story, spätestens dann, wenn das größte Mysterium des Planeten entschlüsselt ist. Das ist aber nicht weiter tragisch, denn sehr viel wird vom Zusammenspiel und den unterschiedlichen Standpunkten der beiden Schrottsammlerinnen aufgefangen.

Während sich die von uns gespielte Rani nämlich weiter und weiter auf dem Planeten vorwagt und dabei ein immer größeres Hilfebedürfnis entwickelt, will die im Basiscamp gebliebene Becks den Planeten lieber seinem Schicksal überlassen. Die dadurch entstehende Dynamik in den Funkgesprächen der beiden hat uns jedenfalls gut gefallen, dazu trägt auch die gelungene englische Vertonung bei. Eine deutsche Synchronisation gibt es dagegen nicht, wir können lediglich Untertitel zuschalten. 

Weg mit dem Schleim!

Spielerisch präsentiert sich The Gunk als ausgewogener und dementsprechend angenehmer Mix aus Action, kleineren Hüpfpassagen und Rätseln und natürlich der Erkundung des Planeten. Wir bewegen uns mit Rani durch mehrere lineare, dafür aber thematisch und optisch abwechslungsreiche Gebiete wie etwa alte Ruinen, am Ufer eines vergifteten Sees entlang oder durch eine düstere Mine, und versuchen dem Geheimnis des Planeten auf den Grund zu gehen. Das Beseitigen des überall herumwabernden Gunk-Schmodders gehört dabei zu den wichtigsten Aufgaben. Dafür nutzt Rani ihren Multifunktionshandschuh, der den Gunk einsaugen und absorbieren kann. 

Manche der Gunk-Batzen bewegen sich auch und fliegen buchstäblich durch die Luft. Manche der Gunk-Batzen bewegen sich auch und fliegen buchstäblich durch die Luft.

Das erinnert ein bisschen an den Schreckweg-Sauger aus den Luigi’s Mansion-Spielen und sorgt für echt tolle Momente im Spiel. Denn sobald der Gunk in einem bestimmten Bereich komplett abgesaugt ist, kommt im wahrsten Sinne des Wortes Leben in die Bude. Bäume, Blumen und Gräser schälen sich aus der vormals verdorrten Landschaft, und alles erstrahlt in bunten Farben.

Das ist jedes Mal aufs neue ein toller Moment. Gleichzeitig legen wir so auch neue Wege frei oder lassen etwa zungenartige Gebilde wachsen, mit denen wir dann über Abgründe hüpfen können.

In diesem Trailer bekommt ihr einen Eindruck von The Gunk in Aktion:

Seht im Trailer zu The Gunk faszinierende Alien-Welten. 1:58 Seht im Trailer zu The Gunk faszinierende Alien-Welten.

Ein Handschuh als Multitalent

Ranis Handschuh ist aber auch für die anderen Mechaniken im Spiel nützlich, etwa die kleinen Rätsel. Beispielsweise müssen wir an manchen Stellen nussartige Objekte ansaugen, und die dann in einen kleinen grünen Tümpel werfen, um einen Pilz wachsen zu lassen, der uns dann wiederum auf höhere Ebenen bringt. Praktisch: Der Handschuh lässt sich im Verlauf des Spiels upgraden, etwa mit Energiemunition, die entfernte Schalter drücken kann, oder einem schnelleren Aufsaugtempo. 

Dafür müssen wir allerdings zunächst ausreichend Objekte wie Pflanzen oder Kristalle in der Umgebung scannen und zudem Rohstoffe sammeln, die teils offensichtlich, teils aber auch recht gut versteckt in den Arealen verteilt sind. Darüber hinaus gibt es auch einige kleinere Geschicklichkeitspassagen, etwa wenn Rani über rotierende Steinelemente hopsen oder an Schlingpflanzen entlangklettern muss.

Die Platforming-Passagen lockern immer wieder auf, fallen aber wie das gesamte Spiel zu leicht aus. Die Platforming-Passagen lockern immer wieder auf, fallen aber wie das gesamte Spiel zu leicht aus.

Das klappt generell wirklich gut, weil unter anderem die Steuerung sehr präzise funktioniert. Wir hätten uns allerdings noch ein bisschen mehr Variation bei den stets ähnlich aufgebauten Rätseln und einen dadurch entstehenden fordernderen Schwierigkeitsgrad gewünscht. Zudem gibt es hier und da ein paar Übersichtsprobleme, etwa wenn sich bewegende Schmodderwolken uns kurzzeitig die Sicht versperren. 

Nicht ohne Problemchen

Ein weiterer Kritikpunkt sind die Kämpfe: In regelmäßigen Abständen bekommen wir es unter anderem mit kleinen, wuseligen Igelwesen oder spuckenden Pflanzen zu tun. Dafür nutzen wir ebenfalls den Handschuh, allerdings steuern sich diese Duelle immer gleich und sie können sogar nervig sein, wenn man sich um einen größeren Batzen Gunk kümmern möchte, aber ständig von den kleinen Igeln malträtiert wird. Glücklicherweise gibt es nicht allzu viele dieser Kämpfe im Spiel.

Der Handschuh kann mit diversen Upgrades verbessert werden. Der Handschuh kann mit diversen Upgrades verbessert werden.

Und zu guter Letzt hatten wir es bei unserem Test an zwei Stellen Probleme mit der Gunk-Erkennung. Denn obwohl wir in einem Bereich sämtlichen Schmodder beseitigt hatten und uns davon minutenlang überzeugten, wurde keine “Erblühen”-Sequenz getriggert, was somit den Fortschritt unmöglich machte. Ein Neustart des letzten Speicherpunktes schaffte dann glücklicherweise Abhilfe. 

Ein wirklich schöner Planetenausflug

Dass wir uns trotzdem gerne durch die Levels des Spiels bewegen, liegt dabei auch an der gelungenen Optik des Spiels auf Basis der Unreal Engine, bei der vor allem die atmosphärischen Lichteffekte und die bunte und teils skurrile Fauna des Planeten hervorstechen. Nur die Animationen der Charaktere in den Zwischensequenzen wollen nicht ganz zu diesem Bild passen, denn die wirken arg steif und ungelenk.

Atmosphärische Gebiete, geheimnisvolle Fauna, stabile Framerate: Die Technik von The Gunk macht eine tolle Figur. Atmosphärische Gebiete, geheimnisvolle Fauna, stabile Framerate: Die Technik von The Gunk macht eine tolle Figur.

Nichtsdestotrotz spielt sich The Gunk sehr gefällig runter, sodass die Zeit bis zum Abspann - etwa vier bis fünf Stunden, was für den Preis und die Größe des Projektes völlig in Ordnung ist - wie im Flug vergeht. Danach können wir zwar versuchen, alle scanbaren Objekte in den Gebieten zu finden, um sämtliche Fähigkeiten freizuschalten, einen wirklich großen Wiederspielreiz bietet The Gunk aber trotzdem nicht. Den will es vermutlich aber auch gar nicht bieten und passt deswegen perfekt in die Kategorien "Unterhaltsamer Spiel-Snack für einen verregneten Nachmittag oder Wochenende" und "da kann jede*r mal reinschauen". Es ist also das perfekte Game Pass-Spiel, in dem der Titel direkt zum Launch erscheint.

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