Seite 2: The Jak and Daxter Trilogy im Test - Klassisches Ottsel, auf Hochglanz poliert

Das Sequel: Mach alles neu!

Im zweiten und dritten Teil greift ihr auch zur Knarre. Im zweiten und dritten Teil greift ihr auch zur Knarre.

Statt das gleiche Erfolgssüppchen noch einmal zu kochen, hat Naughty Dog in Jak 2: Legacy ganz neue Zutaten in den Topf geworfen. Es ist der wahrscheinlich interessanteste und konsequenteste Bruch innerhalb einer Spieleserie überhaupt. Vorbei sind die launigen und kunterbunten Zeiten.

Jak 2 spielt in der dystopischen Metropole Haven City, die vom tyrannischen Baron Praxis kontrolliert wird. Jak ist nicht mehr der fröhliche und schweigsame Abenteurer, sondern ein grimmiger Widerstandskämpfer, an dem jahrelang Experimente durchgeführt wurden. Daxter ist zwar immer noch dieselbe Spaßkanone, doch spießt sich sein Gagfeuerwerk ein bisschen mit dem ansonsten ernsteren Tonfall der Story.

In Jak 2 gibt es eine HUB-Welt, von der aus ihr Aufträge aus dem Untergrund annehmt – eine klare Anleihe aus dem damaligen Kracher GTA 3. Eure Aufgaben sind um einiges abwechslungsreicher: Jak muss zwar wie gewohnt viel rumhüpfen, darf jetzt aber auch ballern, mit Fahrzeugen durch Haven City brettern oder sogar wie ein Nachwuchs-Tony-Hawk mit einem Hover-Skateboard rumtricksen. Die Ziele und Missionen sind enorm abwechslungsreich und mit zahlreichen Minispielen gespickt. Jak 2 zeigt dadurch exemplarisch die langsame Entwicklung weg von reinen Plattformern und hin zur eierlegenden Wollmilchsau namens Action-Adventure.

Der mutige Schritt von Naughty Dog ist aufgegangen. Das interessante Setting, die düstere und manchmal gar brutale Story, die tolle Abwechslung und die wieder mal feine technische Leistung ohne Ladezeiten – Jak 2 wirkt auch heute noch wie ein Paket aus vielen kleinen Spielen, manche besser manche schlechter, die sich zu einer enorm abwechslungsreichen Reise summieren. Doch solltet ihr eine dicke Haut mitbringen, denn der Anspruch ist deutlich härter als im ersten Teil und die Checkpoints sind an vielen Stellen einfach nur unfair gesetzt.

Das Finale: Konsequent zu Ende gebracht

GTA lässt grüßen: Ihr klemmt euch hinters Steuer von Schwebe-Autos, Buggys und sogar Dino-Vögeln. GTA lässt grüßen: Ihr klemmt euch hinters Steuer von Schwebe-Autos, Buggys und sogar Dino-Vögeln.

Den großen Bruch gibt es in Jak 3 nicht mehr, das Serienfinale geht den eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Die größte Änderung ist die neue Umgebung der Wastelands, einem riesigen Wüstengebiet mit der Siedlung Spargus City. Im Gegensatz zu Jak 2 ist die frei begeh- und befahrbare Welt mit ein bisschen mehr Seele gefüllt. Ihr absolviert viel mehr Aufgaben innerhalb der Wastelands und fühlt euch auch wegen der ausufernden Kämpfe mit Wüstenbuggys an Mad Max erinnert.

Naughty Dog hat aus den kleineren Schnitzern des Vorgängers gelernt. Der Schwierigkeitsgrad ist um einiges ausgeglichener, die Welt noch belebter, beziehungsweise versprüht als hart umkämpftes Kriegsgebiet auch mehr Endzeit-Charme. Und nicht zuletzt bringt Jak 3 die Trilogie dank toller Plottwists und einiger bombastischer Bosskämpfe zu einem mehr als würdigen Abschluss.

Alles in allem ist die Jak and Daxter Trilogy ein feines Sammelsurium toller und auch heute noch enorm unterhaltsamer Spiele, mehr aber nicht. Extras oder neue Inhalte gibt es keine, eben nur den optischen HD-Aufputz, stereoskopisches 3D und die obligatorischen Trophies. Abgesehen vom ersten Teil schlägt sich die Grafik gut. Die Animationen, Effekte und vor allem die kreativen Umgebungen gefallen in HD noch besser, nur The Precursor Lergacy sieht mit seinen klobigen Charakteren nicht mehr ganz zeitgemäß aus.

Launch-Trailer zu Jak & Daxter HD 1:05 Launch-Trailer zu Jak & Daxter HD

Nur wegen der aufgehübschten Optik braucht ihr die Collection nicht. Es sei denn, ihr habt die Serie oder einen Teil damals versäumt, denn dann solltet ihr das auf alle Fälle nachholen. Für einen fairen Preis bekommt ihr tagelange Unterhaltung auf hohem Niveau. Die Jak and Daxter Trilogy ist nämlich das beste Beispiel dafür, dass großartige Spiele dabei rauskommen, wenn fähige Entwickler auch mal Risiken eingehen. Und das passiert heutzutage viel zu selten.

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