The Outer Worlds - Wie eine unsichtbare Leiter eure Begleiter tötete

In The Outer Worlds gab es einen Bug, der eure Begleiter das Leben kosten konnte. Die Ursache dafür zeigt, wie komplex und undurchsichtig das Finden von Fehlern in einem Spiel sein kann.

von Maximilian Franke,
16.12.2019 14:01 Uhr

Ein Bug in The Outer Worlds ließ eigentlich unsterbliche Begleiter sterben. Ein Bug in The Outer Worlds ließ eigentlich unsterbliche Begleiter sterben.

Bugs sind ein Problem. Viele Spiele leiden unter ihnen und treiben die Fans zur Weißglut. Dabei können bereits kleinste Fehler und Ungereimtheiten im Code fatale Folgen haben. Ein Beispiel dafür hat Taylor Swope von Obsidian Entertainment nun genauer aufgedröselt. Es geht um ein Problem, durch das es nicht mehr möglich war eine Begleiter-Quest zu beenden, weil der Begleiter angeblich starb.

Swope ist der Auffassung, dass er wohl für keinen anderen Bug in seiner Karriere so viel Zeit in die Ursachenfindung gesteckt hat, wie bei diesem Beispiel. Die gute Nachricht ist, dass es mit dem kürzlichen Release von Update 1.2 an dieser Stelle keine Probleme mehr gibt.

Tatort: Die Unreliable

Die meisten Begleiter in The Outer Worlds haben eine eigene Quest-Reihe, die sich näher mit dem Leben des jeweiligen Charakters auseinandersetzt. Es konnte vorkommen, dass eine dieser Missionen nicht mehr beendet werden konnte und als "fehlgeschlagen" im Log geführt wurde. Der Grund: Angeblich sei die Begleitung gestorben.

Das ist sehr merkwürdig, denn abgesehen vom höchsten Schwierigkeitsgrad "Albtraum" können die Crewmitglieder nicht sterben. Es gab bereits vor dem Release beim Testen dieses Phänomen, allerdings konnten sich die Entwickler einfach keinen Reim darauf machen.

Verliert ein Begleiter im Kampf alle HP, geht er zu Boden und wacht wieder auf, wenn der aktuelle Kampf vorbei ist, solange er oder sie in der Party des Spielers ist. Sollte das nicht der Fall sein, markiert sie das Spiel als "wirklich tot".

Der einzige Ort, an dem Begleiter existieren ohne in der Spieler-Party zu sein, ist auf dem eigenen Raumschiff.

Der Fehler musste also irgendwo in den Gängen der Unreliable liegen. Doch auch hier ergab es nicht wirklich Sinn, denn auf dem Schiff kann eigentlich keiner der Begleiter Schaden nehmen.

Fast alle Begleit-NPCs haben eine eigene Quest-Reihe und können normalerweise nicht sterben, außer auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad. Fast alle Begleit-NPCs haben eine eigene Quest-Reihe und können normalerweise nicht sterben, außer auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad.

Tod durch Fallschaden

Diese "Unbesiegbarkeit" gilt allerdings nur für Schaden durch Angriffe. Tod durch die Umgebung war in der Theorie möglich, nur gibt es auf der Unreliable keine tiefen Abgründe oder Fallen. Zumindest keine, die man sehen kann.

Theorien für einen Tod durch Fallschaden gab es viele. Möglicherweise spinnt das Physiksystem und schießt die NPCs in die Luft, wenn sie an einer bestimmten Stelle stehen? Oder löst die Schnellreise zwischen den Planeten den Fehler aus?

Den entscheidenden Hinweis gab Swope zufolge ein unscheinbarer User-Kommentar. Dieser berichtete davon, dass seine Begleiter auf der Unreliable offenbar in der Luft ins Nichts kletterten.

Leiter ins Nirgendwo

NPCs können in The Outer Worlds mit "Furniture" interagieren. Dahinter verbergen sich alle möglichen Objekte wie Stühle, Terminals oder eben Leitern. Der Code des Spiels beinhaltete, dass kein NPCs mit eine Interaktion mit Furniture-Objekten starten kann, solange sich der Spieler in einem Gespräch befindet.

Das Nutzen einer Leiter besteht aus zwei Furniture-Komponenten: Dem "Betreten" und dem "Loslassen" der Leiter.

Wenn einer der Begleiter die unsichtbare Leiter benutze, während der Spieler gerade mit einem anderen NPC sprach, konnte die Leiter-Animation aufgrund der Regeln im Code nicht abgebrochen werden.

Die arme Seele kletterte also solange nach oben ins Weltall, bis der Spieler den Dialog beendete. Erst dann ließ der Kletterer die Leiter los und fiel entsprechend wieder nach unten, was seinen oder ihren Tod bedeutete. Fall gelöst.

Das sieht im Spiel dann so aus:

Der Twitter-Thread gibt einen guten Einblick in das Finden und Beheben von Bugs, die in den undurchsichtigen Weiten eines Codes entstehen können. Außerdem zeigt er auch, wie wichtig kleine Hinweise aus der Community sein können.

The Outer Worlds erscheint im kommenden Jahr für die Nintendo Switch. Außerdem hat Obsidian vor kurzem bekannt gegeben, dass die Story des Rollenspiels mit einem DLC erweitert wird, das ebenfalls 2020 erscheinen soll. Mehr Details dazu sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

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