Ubisoft kündigt 'spielbare' NFTs für Ghost Recon an und niemand freut sich drüber

Ubisoft will als erster der größten Spiele-Publisher ein Stück vom NFT-Kuchen und enthüllt seine Pläne für Ubisoft Quartz: Die spielbaren Digits gibt es zuerst in Ghost Recon: Breakpoint.

von David Molke,
08.12.2021 16:00 Uhr

Ghost Recon Breakpoint soll das erste große Ubisoft-Spiel werden, in dem NFTs aka Digits eine Rolle spielen. Ghost Recon Breakpoint soll das erste große Ubisoft-Spiel werden, in dem NFTs aka Digits eine Rolle spielen.

Ubisoft kündigt NFTs in Spielen an. Das gibt es zwar schon eine Weile in anderen Titeln, aber noch nicht von einem Publisher dieser Größenordnung. Die Ubisoft-Pläne sind ebenfalls schon etwas länger bekannt, jetzt werden sie aber offenbar in die Tat umgesetzt. Das erste Spiel mit in Game-NFTs, die Ubisoft Digits beziehungsweise Ubisoft Quartz nennt, soll Ghost Recon: Breakpoint werden. Das kommt bei den meisten Spieler*innen allerdings überhaupt nicht gut an. Die Reaktionen auf die Ankündigung fallen überwältigend negativ aus.

Ubisoft bringt NFTs schon am Donnerstag in Ghost Recon Breakpoint an den Start

Worum geht's? NFTs scheinen sich zum nächsten großen Gaming-Goldrausch zu entwickeln. Von den riesigen Spiele-Publishern unternimmt jetzt Ubisoft als erstes Schritte, NFTs auch in Videospielen einzuführen, um damit Geld zu machen. Spieler*innen sollen daran ebenfalls verdienen können. Gewissermaßen eine weitere In-Game-Währung mit sehr viel stärkeren Auswirkungen auf die reale Welt.

Was sind NFTs? NFT steht für "Non-Fungible Tokens" und die stellen gewissermaßen und grob vereinfacht Besitzurkunden einzigartiger digitaler Inhalte dar. Das können zum Beispiel simple Bilder oder eben jetzt auch Items in Videospielen sein. Die gehören dann theoretisch euch, wenn ihr das NFT gekauft habt und dieser Besitzanspruch wird mit Hilfe von Blockchain-Technologie gespeichert. Praktisch können die Inhalte aber immer noch vervielfältigt werden.

Ubisoft Quartz angekündigt: Ubisoft bringt jetzt eine eigene Plattform namens Ubisoft Quartz an den Start und führt in Ghost Recon: Breakpoint sogenannte Digits ein. Diese Digits sind NFTs und mehr oder weniger einzigartige Items wie zum Beispiel eine Gesichtsmaske, die ihr im Spiel eurem Charakter anziehen könnt. Sie hat dann eine Seriennummer, anhand der ihr euer Item identifizieren können sollt.

Außer diesem Helm mit Maske soll es auch noch einen Beinpanzer sowie einen Waffen-Skin geben. Diese Digits kosten natürlich echtes Geld und können dann theoretisch von ihren Besitzer*innen dann auf der Ubisoft Quartz-Plattform weiterverkauft werden. Der Gedanke dahinter ist, dass diese digitalen Items im Wert steigen.

Es gibt viel Kritik: Ubisoft gelobt zwar, eine Blockchain-Technologie zu nutzen, die nicht so schlimm für die Umwelt sein soll, wie es bei den meisten derartigen Lösungen der Fall ist. Aber einer der Hauptkritikpunkte an Blockchain-Technologie sowie den darauf basierenden NFTs und Krypto-Währungen ist und bleibt der unglaubliche Stromverbrauch und CO2-Fußabdruck. Außerdem beruht das Ganze auf einer Art Pyramiden-System und ist durchzogen von Betrugsversuchen.

Dazu kommt natürlich die Frage, was NFTs überhaupt in Videospielen verloren haben, beziehungsweise, wie sie dieses Medium bereichern sollen. Es gibt bereits In-Game-Items, die verkauft werden können und es gibt auch schon In Game-Währungen und -Ökonomien. Das einzige Argument für NFTs in Spielen lautet: Schneller mehr Geld verdienen. Mehr dazu könnt ihr zum Beispiel in diesem Bloomberg-Artikel lesen.

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Fans reagieren sauer: Dementsprechend fallen die Kommentare unter Ubisofts Ankündigungsvideo zu Quartz und Digits überwiegend negativ aus. Der Top-Kommentar mit über 6.200 Likes lautet "Ihr habt großes Glück, dass die Leute keine Dislike-Zahlen mehr sehen können". Direkt darunter beklagen Ghost Recon-Fans, dass das Franchise jetzt wohl wirklich eindeutig erkennbar nur noch gemolken werden soll.

Die meisten Kommentare schlagen in dieselbe Kerbe:

"Ubisoft gibt uns wieder einmal etwas, wonach wir nicht gefragt haben, was wir nicht wollen und das wir nicht genießen werden."

"Der Tag, an dem Ubisoft sich entschieden hat, sie könnten genauso gut einfach komplett böse werden."

Ein anderer Mensch kommentiert, mit Hilfe von Plug-Ins könne der Dislike-Counter angezeigt werden, der momentan bei deutlich über 13.000 Daumen nach unten im Vergleich zu um die 800 Daumen nach oben liege. Das wirkt insbesondere heftig, weil das Ankündigungsvideo offiziell gar nicht auf YouTube gelistet ist.

Was sagt ihr zu der Ankündigung im Speziellen und was haltet ihr von NFTs und Blockchain-Technik im Allgemeinen?

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