92 Punkte auf Metacritic, 93 Punkte auf OpenCritic – Mina The Hollower hat es sich gerade an der Spitze der bisher besten Spiele des Jahres gemütlich gemacht. Vor Forza Horizon 6, 007: First Light und Resident Evil: Requiem!
Und auch auf meinem Wunschzettel stand das charmante 2D-Action-Adventure ganz weit oben, da es mit seinem Game Boy Color-Look bei mir genau ins Schwarze trifft.
Ironischerweise ist es aber gerade die Grafik, die mich fast davon abgehalten hat, weiterzuspielen. Nach gut 8 Stunden kann ich jetzt allerdings sagen: Gottseidank ist das nicht passiert!
Das perfekte Spiel gegen Zelda-Müdigkeit
Bevor ich zum eigentlichen Thema komme, muss ich etwas gestehen: Die aktuellen Zelda-Spiele haben mich mittlerweile ein gutes Stück verloren. Breath of the Wild und Tears of the Kingdom sind mir schlicht zu groß und zeitaufwendig, bei Echoes of Wisdom haben mich die massiven Framerate-Ruckler genervt.
Zu meinen Lieblingsreihen zählt The Legend of Zelda aufgrund dieser persönlichen Durststrecke nicht mehr. Daher schaue ich momentan auch lieber zurück in die Vergangenheit – mit Spielen, die selbst in die Vergangenheit schauen.
Und das machte bisher kein Spiel so gut, wie das neue Action-Adventure Mina The Hollower, das sich dank zahlreicher Top-Wertungen zum absoluten Kritikerliebling gemausert hat. Hier seht ihr es im aktuellen Trailer:
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Mina the Hollower ist das neue Spiel der Shovel Knight-Macher
Das ist Mina The Hollower: Die Entwickler*innen von Shovel Knight haben ein 2D-Spiel gezimmert, das an klassische Game Boy Color-Spiele erinnert. Mäuschen Mina strandet zu Beginn der gut 20 bis 30 Stunden langen Geschichte an den Klippen von Finsteringen und wird beauftragt, sechs Funkengeneratoren zu reaktivieren, um die Insel von Monstern zu befreien.
Wichtige Infos auf einem Blick
- Plattform: Switch 2, Switch 1, PS5, Xbox Series X|S, Windows, Linux, macOS
- Release: 29. Mai 2026
- Angespielt auf: PC, Steam Deck
Mina ist eine sogenannte Höhlerin, sich in die Erde zu graben ist also ihr Handwerk. Und das macht sie auch, beispielsweise um Attacken flott auszuweichen oder Anlauf für weite Sprünge zu nehmen. Außerdem ist sie äußerst kampferprobt und kann zu Beginn zwischen drei Waffen wählen, die dem Kampfsystem ihren ganz eigenen Stempel aufdrücken:
- Wisper & Vesper: Zwei Dolche, die in schneller Abfolge Schaden verursachen und Mina viel Mobilität verleihen.
- Nachtstern: Eine Peitsche mit einem Morgenstern an der Spitze, die Minas Reichweite steigert, aber ihr kurzzeitig nach einem Angriff die Agilität raubt.
- Sprengschlag-Hammer: Ein riesiger Hammer, der mit einem Schlag massiven Schaden anrichtet, aber sehr langsam ist. Kann für noch mehr Schaden aufgeladen werden und erlaubt Ausweichrollen.
In Kombination mit der Top-Down-Perspektive fühlen sich die beiden Dolche am ehesten wie ein klassisches 2D-Zelda an, während die Peitsche an Castlevania erinnert. Beim Sprengschlag-Hammer musste ich hingegen an Dark Souls-Builds mit schweren Waffen, aber ohne jegliche Rüstung denken.
Später im Spiel gesellen sich dann noch ein mutierter Sarg hinzu, der eine Parier-Mechanik mitbringt, also genau abgepasste Konter belohnt, sowie ein Blaster, der mit Schlägen aufgeladen werden kann, und dann auf Distanz abgeschossen wird.
Zu Minas Repertoire gehören darüber hinaus begrenzt verfügbare Seitenwaffen wie Wurfdolche, ein Gesundheit regenerierender Dash und ein Fahrrad mit einer riesigen Lanze am Lenker. Die Zusatzwaffen werden per Item-Drop aufgenommen und sorgen im Zusammenspiel mit den sehr variabel agierenden Gegnertypen bei mir dafür, dass mir nie langweilig wird, da ich mich stets neuen Situationen anpassen muss.
Es steckt viel Souls im Spiel, aber nicht zu viel
Neben den Kämpfen, die vor allem bei Bossen ganz schön knackig und fordernd, aber nie unfair geraten sind, steht die Erkundung der in unterschiedliche Biome unterteilten Spielwelt im Fokus. Aus dem Kopf könnte ich nicht sagen, dass ich jemals ein Spiel mit so vielen Abzweigungen, Abkürzungen und Geheimräumen gespielt habe.
Ich sprenge beispielsweise Grabsteine und meistere im Anschluss knifflige Sprungpassagen oder grabe mich hinter verdorbenem Blattwerk durch zähen Morast, um zu einer Truhe mit einem Schmuckstück zu gelangen. Diese seltenen Gegenstände kann Mina anlegen, um sich schneller zu heilen, Items in der Nähe magnetisch anzuziehen oder aggressive Fliegen um sich herum zu sammeln.
Auf jedem zweiten Bildschirm kann Mina etwas zerstören, sich hineinbuddeln oder Rätsel absolvieren, um in geheime Areale vorzustoßen und lohnenswerten Loot abzugreifen.
Im Spiel verdient ihr zudem Knochen, die bei Händler*innen als Währung unter anderem für Waffen- oder Gesundheits-Upgrades dienen, aber auch für Level-Ups notwendig sind – ähnlich wie in einem Souls-Like.
Kann sich Mina "aufknochen" (ja, das heißt wirklich so), steht es euch frei, ob ihr euch für mehr Schaden oder eine bessere Verteidigung entscheidet, oder die Knochen in Steinform presst, um sie nicht bei einem Tod zu verlieren.
Aber keine Sorge, Mina The Hollower macht es euch nicht so schwer, wie die FromSoftware-Spiele. Bei einem Tod müsst ihr nicht sofort losziehen und eure Knochen wiedererlangen, stattdessen behaltet ihr sie, bis ihr sämtliche "Funken" in eurem Inventar verloren habt.
Die Funken fungieren als eine Art Extraleben, sie müssen aber auch wieder eingesammelt werden, um sie wiederzuerlangen. Seid ihr bei eurem letzten Funken angekommen, könnt ihr idealerweise alle Knochen, die ihr besitzt, zum Beispiel in Upgrades investieren und damit die Auswirkungen des entgültigen virtuellen Ablebens in theoretisch auf Null schmälern.
Unter anderem deshalb empfinde ich Mina The Hollower bisher auch nicht als so hart wie ein richtiges Soulslike. In acht Stunden Spielzeit bin ich Stand jetzt sieben Mal gestorben, vor allem zu Beginn, als ich noch nicht wusste, wie ich das Mause-Adventure spielen sollte.
Accessibility-Optionen
Mina The Hollower hat einen Standardschwierigkeitsgrad, den könnt ihr jedoch nach Belieben modifizieren. Ihr könnt die Maus beispielsweise unbesiegbar machen, den ausgeteilten Schaden erhöhen, euch vor Stürzen schützen, unbegrenzt im Boden herumbuddeln oder Gefahren in der Umgebung deaktivieren.
Aber Achtung: Ihr schaltet dann keine Erfolge mehr auf der jeweiligen Plattform frei!
Das größte Fragezeichen ist für mich die Story
Mina The Hollower legt mit ordentlichem Tempo los und verschwendet buchstäblich keine Sekunde, mich in seine Welt zu schmeißen. Von der Geschichte der Insel erfahre ich bisher aber lediglich in Häppchen und auch nur äußerst lückenhaft.
Es zeichnet sich zwar ab, dass es im Kern um gesellschaftliche Ungerechtigkeiten sowie die Gier mächtiger Individuen geht, das Mysterium löst sich aber erst nach und nach auf, weshalb ich derzeit nur erahnen kann, was hinter allem steckt.
In den ersten Spielstunden sind es daher vor allem die charmant geschriebenen Nebencharaktere, mit denen ich mich beschäftige, um mehr über die Hintergründe von Finsteringen zu erfahren und kleine Geschichten mit ihnen zu erleben.
So bin ich etwa auf eine ungewöhnliche Hasenjagd mit zwei überhaupt nicht treffsicheren Jäger*innen gegangen und habe mich mit Midden, einem miefenden Schleimmonster, gezankt, das Mina ständig vorwirft, wie die Pest zu stinken.
Früher war nicht alles besser
Coole und reichlich skurrile Charaktere, ein abwechslungsreiches Kampfsystem und eine gefühlt endlos verschachtelte Spielwelt – alles perfekt also? Ich würde sagen: das hängt von der gewählten Plattform ab. Mina The Hollower ist in seinen Kerndisziplinen herausragend gelungen, allerdings reibe ich mich ausgerechnet an dem Aspekt, der mich überhaupt erst auf das Spiel aufmerksam gemacht hat: dem Look.
Zwischensequenzen, aufwendigere Gegner-Designs und gelegentliche Pseudo-3D-Abschnitte wirken eher wie vom Super Nintendo oder Mega Drive, ein Großteil der Charaktere und Umgebungen hingegen wie vom Game Boy oder NES.
Auf dem Steam Deck, der Switch 2 oder generell einem Handheld hat das seinen Charme, am Monitor oder TV ist die blockige Ästhetik jedoch nicht sonderlich hübsch, da nicht viele Details herausgearbeiten wurden.
Mein Fazit ist daher: Wenn ihr auf dem Steam Deck, der Switch 2 oder einem anderen Handheld zockt, und sowohl klassisches Zelda-Gameplay als auch Souls-Anleihen mögt, dann solltet ihr euch unbedingt Mina The Hollower anschauen. Dort kann sich die simpel gehaltene Game Boy-Grafik dann auch gut entfalten.
In spielerischer Hinsicht gebe ich aber keine Plattformeinschränkung, da ich schon lange keinen Genre-Vertreter mehr gespielt habe, der mich innerhalb kürzester Zeit so sehr in seinen Erkundungs-Bann gezogen hat!
Das zockt der Rest der GamePro-Crew:
- Samara fängt mit 007: First Light erst an, Testerin Annika ist hingegen schon eine ganze Nummer weiter, denn sie schaut sich den TacSim-Modus an und versinkt aktuell im Puristen-Schwierigkeitsgrad. Wenn Bond, dann richtig.
- Yoshi-Ultra Tobi spielt mit seinen Töchtern "full force" The Mysterious Book, aber auch Bluey and the Quest for the Golden Pen. Nur beim Finale von 007: First Light dürfen sie nicht zuschauen.
- LEGO-Fan Kevin vergnügt sich weiter mit Batman und startet ebenfalls 007.
- Dennis murmelt schon die ganze Zeit von Gothic. Wie es um unseren Test bestellt ist, lest ihr aber lieber bei ihm selbst nach.
- Rae hat Gotham City bereits von allen Bösewichten befreit, liest jetzt im Anschluss aber jede Menge Bat-Comics und startet noch einmal die Arkham-Reihe. Außerdem steht bei ihr Zero Parades auf dem Programm, das sie bisher besser findet als Disco Elysium. Gewagter Take!
- Hannes möchte Mixtape abschließen und dann anspruchsvolle Sprungpassagen im Celeste-artigen TetherGeist bestehen.
- Myki zieht es hingegen in Xenoblade Chronicles X, in dem sie nach 10 Stunden endlich den Prolog bestanden hat. Das wird eine lange Reise...
Jetzt seid ihr dran: Was spielt ihr? Schließt ihr euch bei einem Spiel vielleicht sogar uns an?
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