In Zelda: Ocarina of Time gibt es viele schöne Übersetzungen in der deutschen Version. Bis heute erinnere ich mich etwa liebend gerne an den Goronen-König, der auf den krassen Beat von Salias Lied mit “Oh, wow, das groovt!” reagiert. Manche Begriffe schießen aber echt den Vogel ab, wie das folgende Beispiel zeigt.
Ehm, wie heißen die?!
Im Geistertempel trifft Link nicht nur auf allerlei finstere Gestalten, sondern muss sich am Ende natürlich auch einem Bosskampf stellen. Dabei tritt er gegen die beiden Gerudo-Hexen Kotake und Koume an und das ältere Schwesternpaar wird in der ursprünglichen Fassung einfach mal nebenbei “Killa Ohmaz” genannt.
Es. Ist. Famos.
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Zelda: Ocarina of Time - Erster Teaser bestätigt das Remake für Nintendo Switch 2
Die normale Variante “Killer Omas” wäre schon gut genug, aber die alberne Gangster-Schreibweise aus einer längst vergangenen Zeit setzt dem Ganzen rückblickend noch einmal die Krone auf.
Doch das war noch nicht alles. Im Laufe des Kampfes fusionieren sich die beiden nämlich zu einer noch stärkeren Form, der zweiten Phase des Bossfights. Ihre kombinierte Gestalt heißt dann “Sexy Thermo Hexy” auf dem N64.
Nicht ganz so elegant wie “Killa Ohmaz”, aber auch dieser Name zeigt, wie viel Spaß die zuständige Person bei der Übersetzung gehabt haben muss.
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“Es war ein bisschen Wilder Westen”
Dass die Bezeichnungen etwas aus dem Ruder laufen, wirkt weit weniger überraschend, wenn wir uns die Historie des zuständigen Übersetzers einmal anschauen (danke für den Tipp, Garo263!).
Claude M. Moyse arbeitete bis 2001 unter anderem als Chefredakteur beim Club Nintendo-Magazin und war auch an Lokalisierungen verschiedener Nintendo-Klassiker beteiligt.
In einem alten Interview mit Classic-Zone ging er selbst darauf ein, dass Spiele-Übersetzungen zum damaligen Zeitpunkt “ein bisschen Wilder Westen” waren und es keine “richtigen Regeln” gegeben habe.
Dazu kam, dass er keinerlei Japanisch-Kenntnisse hatte. Als Basis für seine Arbeit dienten dementsprechend oft nur das japanische Spiel und ein Dokument mit englischen Übersetzungen, die aber häufig “lausig” gewesen sein sollen.
Im Zuge dieses chaotischen Kauderwelschs gingen viele Details aus den originalen Texten einfach verloren und so mussten für manche Situationen einfach Dinge improvisiert werden – etwa bei Secret of Mana, für das Moyse ebenfalls zuständig war.
“Inzwischen war an manchen Stellen wirklich nicht mehr bekannt, was im Original dort stand. Ich wusste zum Beispiel nur, dass die Zwerge schnell wegmussten. Ob zum Tanz, aufs Klo oder wohin auch immer, musste ich mir selbst ausdenken.”
Damit bezieht er sich auf eine Stelle im SNES-Klassiker, bei dem eine Gruppe Goblins die Flucht ergreift. In der deutschen Version rennen sie davon, weil die neue Folge der damals beliebten TV-Serie Lindenstraße gleich anfängt. Im japanischen Original wollen sie die Aufführung eines Tanzes nicht verpassen.
Ins Remake von Secret of Mana hat es diese ARD-Referenz übrigens nicht geschafft. Und auch die Killa Ohmaz aus Zelda kennt ihr nur, wenn ihr das N64-Original gespielt habt. In Ocarina of Time 3D für den Nintendo 3DS heißt das Schwesternpaar (leider) Twinrova, so wie auch im Englischen.
Was denkt ihr: Freut ihr euch über schrullige Übersetzungen wie in diesem Beispiel oder wäre es euch doch lieber gewesen, damals wäre originalgetreuer gearbeitet worden?

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