Fazit: Diablo Immortal im Test - Es ist die Hölle

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Fazit der Redaktion

Kevin Itzinger
@Aldred138

Während ich diese Zeilen tippe, sitze ich auf meinem Balkon. Ich höre die Vögel zwitschern und die Sonne scheint. Es fühlt sich regelrecht wie Erlösung an. Nur noch ein paar Wörter, die Korrektur überstehen und spätestens dann muss ich mich hoffentlich nie wieder mit Diablo Immortal befassen.

Das Spiel hat mich fast gebrochen und meinen Puls zwischenzeitlich so hoch gedrückt, dass mir meine Smartwatch beim Spielen zum sportlichen Workout gratulierte. Als ich zum dritten mal drei, vier oder fünf Level ergrinden musste, um in der Story voranzukommen, wollte ich einfach nur noch, dass es vorbei ist. 

Mir ist bewusst, dass der Grind in einem Diablo-Spiel irgendwie dazugehört. Aber bisher konnte ich jederzeit selbst entscheiden, wann ich auf eine ausdauernde Beutejagd gehen wollte. Hatte ich darauf keine Lust, konnte ich die alten Teile auch einfach und ungehindert für die Story durchspielen.

Was habe ich mich beim Spielen geärgert, obwohl sich hinter all den Fehlern ein richtig tolles Spiel versteckt. Die Jagd nach neuen Waffen und Rüstungen macht auch auf dem Handy eine Menge Spaß. Diablo Immortal hätte also wirklich die perfekte Diablo-Experience für den Weg zur Arbeit, die Pause oder die Wiese im Park werden können. Stattdessen entschied sich Blizzard für einen Weg, dem ich selbst als großer Fan der Reihe leider nicht mehr folgen kann und will. 

Klar, Free2Play-Spiele müssen auch Rechnungen zahlen und gerne hätte ich ein Spiel, dass mir Spaß macht, mit dem Kauf des Premium BattlePass oder ein paar coolen Skins unterstützt. Dass ich ohne Echtgeldeinsatz aber kaum in der Lage bin, im Endgame wirklich gleichberechtigt mitzumischen, verdirbt mir jegliche Lust darauf.

Diablo Immortal ist keine Vollkatastrophe, es ist im Fundament sogar ein anständiges Diablo. Allerdings gibt sich Blizzard alle Mühe, diesen Umstand ab der Hälfte des Spiels unter den Teppich zu kehren und das macht mich wütend, aber vor allem auch sehr traurig.

Was mir nach den Erfahrungen der letzten Tage bleibt, ist die Hoffnung, dass Diablo 4 ganz anders wird. Aber diese Hoffnung schwindet leider mit jedem Gedanken an Immortal.

Stephan Zielke
@GamingUndKatzen

Diablo Immortal ist ein geschickter Blender, der ungefähr bis Stufe 30 einen riesigen Spaß macht. Besonders die Interaktion mit der Umgebung und die Dungeons haben es mir sehr angetan. Aber in den Momenten, in denen ich zum Grind gezwungen wurde, offenbarte das Spiel seine Schwächen.

Stufenaufstiege machen absolut keinen Spaß. Ich bekomme zu selten Fähigkeiten und die Levelaufstiege bringen spielerisch überhaupt nichts. Da fehlen entweder ein Skillbaum oder die Runen aus Diablo 3. Mein Mönch unterscheidet sich in keiner Weise von dem Mönch neben mir und wirkt dadurch beliebig.

Legendäre Items sind gerade einmal ein schwacher Ersatz für das Runensystem des Vorgängers. Meine Fähigkeit macht leicht was anderes und gut ist. Manchmal wird sogar nur das Element gewechselt. Dadurch, dass ich alle Edelsteine und Aufrüstungen sogar übernehmen, sowie legendäre Items einfach überschreiben kann, mutiert Ausrüstung zu einem reinen Wegwerfartikel.

Ohne die Motivation von Stufenaufstiegen oder Loot grinde ich dann Gegner in den immer gleichen Dungeons, vollkommen banalen Portalen oder bei nervigen Kopfgeldjagden, bei denen ich mich auch noch mit anderen Spieler*innen um 20 Spinnen prügeln muss. Als Abwechslung mal ins PvP fällt auch weg. Dieses ist nicht nur Pay2Win, sondern auch noch auf bestimmte Uhrzeiten beschränkt, als müsste ich aufs Bürgeramt.

Wenn Diablo Butter ist, dann ist Diablo Immortal Halbfett-Sojamargarine. Es funktioniert, ist aber irgendwie nur halb so schmackhaft.

Dennis Michel
@DemiG0rgon

Ein Aprilscherz ist Diablo Immortal leider nicht, dafür aber ein Spiel, dass mich als langjährigen Fan der Reihe in den vergangenen Tagen so wütend und traurig wie kein zweites gemacht hat. Lautete mein Eindruck basierend auf den ersten Spielstunden noch „ungewohnt, aber richtig gut“, bin ich nach Überschreiten von Level 30 bei „was eine Mikrotransaktions-verseuchte, gierige und der Reihe unwürdige Grütze“ angelangt.

Blizzard hätten nach all den haarsträubenden Meldungen aus der jüngsten Vergangenheit, inklusive Warcraft 3 Reforged, zeigen können, dass noch ein Hauch von der Firma in ihnen steckt, die ich einst abgöttisch gefeiert habe. Doch diese Firma ist mausetot und lediglich Überreste erinnern in Immortal daran, was mich einst hunderte Stunden magisch vor den Bildschirm gezogen hat.

Denn das Kern-Gameplay macht auch hier weiter Laune und kommt teils sogar mit frischen Ideen daher. Jeglicher Spaß verfliegt jedoch durch omnipräsente Shop-Angebote, irreführende Bezahlmechaniken und absurdes Pay2Win. Es macht einfach wütend, wie Blizzard versucht Grenzen im F2P-Bereich weiter zu verschieben und dabei all jene, die sie früher groß gemacht haben, Diablo zum Fraß vorwirft.

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