Santiago Ziesmer ist nicht der einzige Synchronsprecher, der Inhalten, die eine KI-generierte Version seiner Stimme nutzen, den Kampf angesagt hat.
Auch im japanischen Raum stellt sich ein beliebter und berühmter Synchronsprecher entschieden gegen KI: Kenjiro Tsuda – die japanische Stimme hinter bekannten Anime-Figuren wie Seto Kaiba (Yu-Gi-Oh), Fan-Liebling Keno Nanami (Jujutsu Kaisen) und Bösewicht Overhaul (My Hero Academia).
Japanischer Synchronsprecher verklagt TikTok
Der japanische Synchronsprecher Kenjiro Tsuda ist besonders für seine markante Stimme bekannt, mit der er unzählige Zuschauer*innen verzaubert hat. In der kommenden Anime-Adaption des beliebten Souls-Spiels Sekiro wird er der Hauptfigur Genichiro Ashina seine Stimme verleihen.
Den Trailer zur kommenden Anime-Serie von Sekiro könnt ihr hier sehen:
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Die Anime-Adaption von Sekiro zeigt bekannte Gesichter aus dem Spiel und könnte schon dieses Jahr erscheinen
Die charakteristischen tiefen und rauen Töne in Tsudas Stimme sind sein Markenzeichen und nicht einfach zu imitieren oder nachzuahmen – außer mit KI.
Genau das soll TikTok laut den Vorwürfen des Synchronsprechers getan haben (via nhk.or.jp und japantimes.co.jp). Tsuda wirft dem Social Media-Giganten vor, absichtlich seine Stimme mit KI gefälscht und für bessere Aufrufzahlen imitiert zu haben.
Über 188 Video sind betroffen
Der Klage zufolge sind mindestens 188 Videos auf der Plattform betroffen, die die charakteristischen Züge seiner Stimme fast exakt mittels KI imitiert und somit sein öffentliches Recht missachtet hätten.
Als Synchronsprecher, oder generell als Person des öffentlichen Lebens, hat Kenjiro Tsuda das Recht zu bestimmen, wer oder wo seine Stimme für werbliche Hintergründe benutzt wird.
Da TikTok durch die Imitation seiner Stimme ohne sein Einverständnis zwischen Juli 2024 und September 2025 schätzungsweise einen Gewinn zwischen 500.000 und 750.000 Yen (zwischen 2.700 und 4.000 Euro) gemacht haben soll, wird der Social Media-Riese aktuell von Tsuda verklagt.
Viele Synchronsprecher*innen in der japanischen Community vertreten die gleiche Meinung wie SpongeBob-Sprecher Santiago Ziesmer gegenüber der Nutzung von KI. Mehr zu Santiagos Statement könnt ihr hier nachlesen:
TikTok streitet die Vorwürfe ab
Aktuell beharrt TikTok als Reaktion auf die Klage von Tsuda darauf, dass die Stimme in den betroffenen Videos nur eine “generische männliche Stimme” sei und nicht distinktiv wie die von Tsuda klinge.
Sie behaupten, dass der Synchronsprecher anhand subjektiver Wahrnehmung seine Stimme höre und daher die Klage auf einer persönlichen Beurteilung beruhe, anstelle eines Fakts.
Um zu erforschen, um es sich hierbei wirklich um einen Verstoß von Tsudas Recht handelt, hat das japanische Justizministerium im April eine Expertengruppe zur Einschätzung des Falls herangezogen. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Fall zwischen den beiden Parteien entwickeln wird.
Wie ist eure Meinung zu KI-generierten Inhalten und Synchronstimmen und wie würdet ihr euch in der Position des Synchronsprechers fühlen?
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