Beim Klabautermann, sieht Assassin’s Creed Black Flag Resynced gut aus. Das Wasser, die Blätter, das Licht. Dieses Remake ist wirklich eine Augenweide. Aber auch, wenn Black Flag im Vergleich zum Original grafisch einen großen Sprung macht, bleibt Resynced inhaltlich recht altmodisch. Und das ist gut so!
Hinter der hübschen Fassade steckt nämlich die gleiche großartige Mischung aus Erkundung, Seeschlachten und abwechslungsreichen Missionen wie schon 2013. Deswegen können wir euch direkt sagen: Wenn ihr das originale Black Flag liebt, dann werdet ihr Resynced genauso – ja vielleicht sogar noch mehr – lieben.
Denn die Neuauflage des Action-Adventures für PS5, Xbox Series X/S und PC sieht nicht nur besser aus, sie passt auch das Gameplay an und fügt einen Schwung neuer Missionen hinzu. Das klingt erst einmal sehr gut, bringt aber auch einen großen (Enter)haken mit sich. Welchen genau und warum das Remake trotzdem eines der besten Piratenspiele aller Zeiten ist, erfahrt ihr hier im Test.
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Assassin's Creed Black Flag Resynced ist ein großartiges Open-World-Abenteuer mit einem Enterhaken
Edward bekommt Verstärkung
Genau wie im originalen Black Flag folgen wir im frühen 18. Jahrhundert dem Piraten Edward Kenway auf seiner Jagd nach Reichtum. Während er so durch die Karibik schippert, rutscht er eher zufällig in den Serien-typischen, Jahrhunderte umspannenden Konflikt zwischen Assassinen und Templern hinein. Da er darin die Chance auf eine Menge Gold wittert, versucht er, die Fraktionen gegeneinander auszuspielen, während er nebenbei mit Blackbeard und anderen Freibeutern daran arbeitet, eine freie Piratenrepublik aufzubauen.
Kennt ihr die Story bereits, klingt das nicht mehr ganz so aufregend, aber 2026 macht das Erzählerisch tatsächlich immer noch viel Spaß. Wie Edward komplett planlos zwischen die Fronten gerät, mit seiner Ego-Tour beide Lager verärgert und sich schließlich selbst nach und nach verändert, ist einfach ein unterhaltsames Story-Gerüst.
Angereichert wird das durch komplett neue Story-Inhalte. Wir bekommen nicht nur neue Missionen zu beliebten Charakteren wie Blackbeard, es gibt auch mehr Inhalte und Quests im Piratenversteck Great Inagua und sogar drei neue Offiziere: Schiffbauerin Lucy Baldwin, Waffenmeister Padre und Kanonier Tobias „Deadman“ Smith.
Alle drei kommen mit eigenen Missionen daher. Die neuen Charaktere fügen sich gut in die Welt ein, sind allerdings sehr von der eigentlichen Kampagne abgegrenzt. Wären sie Teil der Hauptstory, würden sie uns sicherlich mehr ans Herz wachsen, aber das hätte noch einmal viel mehr Arbeit für die Entwickler*innen bedeutet. So bleiben die drei in ihren Geschichten tolle Ergänzungen, wirken im restlichen Spiel aber Story-technisch eher drangeklatscht.
Das ist aber Meckern auf hohem Niveau. Die neuen Charaktere und Aufträge passen hervorragend ins Spiel und erweitern Black Flag um gute sechs Stunden Spielzeit.
Die Geschichte zündet aber auch deswegen noch so gut, weil Ubisoft die alte Synchronisation für das Remake einfach komplett übernommen hat. Tobias Kluckert ist also nach wie vor die Stimme von Edward in der deutschen Vertonung.
Es bleibt aber nicht alles beim Alten. Resynced übernimmt in der Hauptkampagne zwar viele Zwischensequenzen fast eins zu eins, es baut aber auch immer mal wieder kleine neue Szenen ein, die besonders die Atmosphäre bereichern. Beispielsweise sucht er sich auf einer Taverne einen Schlafplatz und präsentiert uns, wie sich der Freibeuter in Rage säuft.
Einige Charaktere lassen auch völlig neue Sprüche vom Stapel. Ubisoft hat hier bei der Bearbeitung der Voice Lines wirklich gute Arbeit geleistet, denn die neuen Aufnahmen der gleichen Sprecher*innen passen nahtlos zu den alten – ein Wechsel fällt nicht auf.
Lediglich Edwards Piraten-Kollege Charles Vane bildet eine Ausnahme, was daran liegt, dass seine deutsche Stimme Ekkehardt Belle 2022 verstorben ist. Im Remake übernimmt deshalb Michael Iwannek seine Rolle. Da der aber auch die Piratenlegende Käpt'n Benjamin Hornigold spricht, hätte es sich wohl eher angeboten, für Vanes einen neuen Sprecher an Bord zu holen.
All diese Ergänzungen machen die Story insgesamt noch ein gutes Stück runder. Sie helfen dabei, dass wir besser verstehen, was die Charaktere antreibt und wie sie ticken. So konnten wir dem teils episodenhaften und etwas zerstückelten Plot besser folgen als noch im Original.
Das die Gegenwartsequenzen bei Abstergo Entertainment fehlen, hilft ebenfalls. Das lenkte uns nicht mehr von Edwards Reise ab. Leider bedeutet das aber auch, dass ein ganz besonderer Twist aus dem Original nicht mehr vorhanden ist. Auch vier neue Animus-Missionen, in denen wir alternative, sehr kurze Geschichten erleben, können das leider nicht kompensieren.
Der gute, alte Piratenalltag
Auch das Gameplay bleibt abseits von ein paar Anpassungen sehr dicht am Original. Wir erkunden nach wie vor die Städte Havanna, Nassau und Kingston, sammeln Collectibles wie Shanty-Notenblätter ein, bekommen für fast alles Belohnungen (wie bessere Waffen) und absolvieren zahlreiche Haupt- und Nebenmissionen.
Die Missionen laufen meistens genau so wie im Original ab. Wir liefern uns actionreiche Seeschlachten oder rauben eine Plantage für Materialien aus. Wir lösen Rätsel in einem alten Azteken-Tempel, tauchen nach Medizin und kämpfen uns durch den dichten Dschungel zu einem Kriegsschiff.
Die Kampagne ist dank der Vorlage abwechslungsreich und jagt uns gut 25 Stunden quer durch die ganze Karibik. Wer wirklich jede Muschel in der Karibik umdrehen will, darf mit etwa 70 Spielstunden rechnen.
Ubisoft entschärft die Beschattungsmissionen
Neu bei den Missionen ist vor allem eine Sache: Es gibt keine Beschattungsmissionen mehr, die sofort scheitern, wenn wir einmal entdeckt werden oder den Belausch-Radius verlassen. Das war im Original wirklich nervig.
Im Remake folgen wir zwar nach wie vor heimlich einigen Zielen, werden wir entdeckt, ist aber nicht sofort Schluss. Entweder flüchten wir oder kloppen die Gegner um und erhalten von ihnen so ein Schriftstück, das uns passenderweise immer die nötigen Informationen liefert, um in der Mission voranzukommen.
Das ist übrigens kein Einzelfall: Die Missionen sind durch die Bank weg offener als 2013. Wir erhalten sehr oft ein Ziel, bei dem es ganz uns überlassen ist, ob wir es laut oder leise erreichen. Wir können zum Beispiel, weil Edward jetzt überall im Meer tauchen kann, unter Schiffen durchtauchen und so ungesehen von der Rückseite Feinden auflauern. Alternativ rennen wir direkt in die Offensive, zücken die Schwerter, jagen Kugeln in unsere Widersacher oder treten auch mal ordentlich zu.
Wir müssen sogar hin und wieder Orte untersuchen und selbst herausfinden, wie es weitergeht. Das ist eine willkommene Abwechslung, weil wir so auch mal mehr machen müssen, als nur von A nach B zu laufen.
Edward, der Konter-König und Leisetreter
Mehr Freiheit und mehr Möglichkeiten klingen super, führen in der Praxis aber zu einem Balance-Problem. Assassin’s Creed Black Flag Resynced ist viel zu leicht und untergräbt damit seine eigentlich sehr guten Ideen – eine Befürchtung, die wir schon in der Preview hatten und sich nun bewahrheitet hat. Selbst als wir Stealth und Kämpfe auf Schwer gestellt haben, glich Resynced an Land meist einem Spaziergang.
Schwierigkeitsgrad & Barrierefreiheit
Das Remake bietet einige Accessibility-Optionen im Bereich Gameplay, Audio, Bild, Steuerung, Menüs, Navigation und Schwierigkeit.
Wir können den Schwierigkeitsgrad in vier Kategorien (Kampf, Stealth, Seekampf, Aktivitäten) jederzeit auf Geschichte (Leicht), Normal oder Schwer anpassen.
Neben üblichen Hilfen wie Auto-Nachladen, Zielhilfe, Steuerung oder Untertitel anpassen sind das Überspringen der Quick-Time-Events, unendlicher Sauerstoff bei Tauchgängen und die Gebietsplünderung, um mehrere Leichen zeitgleich zu looten, recht praktisch. Linkshänder bekommen ein extra Layout und wer kein Blut sehen will, kann den Effekt deaktivieren.
Zuerst zum Schleichen: Genau wie in AC Shadows können wir jetzt auf Knopfdruck überall statt nur in hohem Gras auf leisen Sohlen unterwegs sein. Auf Schwer sehen uns Gegner sogar hoch oben in den Bäumen, das war’s aber auch.
Der Radius, in dem uns die Feinde sehen, ist sehr klein. Wir können etwa in einem Plantagenfeld ganz entspannt einen Gegner nach dem anderen durch Pfiffe anlocken und Attentate ausschalten. Die Wachen weiter hinten bekommen davon meistens nichts mit. Und selbst wenn doch, ist das sogar gut, weil dann laufen sie uns in die tödlichen Arme.
Die Gegner vergessen zudem extrem schnell, was sie gesehen haben. Wir laufen einfach vor ihren Nasen ins Gebüsch, wo sie uns schnell nicht mehr finden. Kurze Zeit später haben auch sie die Klinge im Hals stecken.
Wir brauchen in Resynced nicht die Schleichvielfalt eines Shadows, allerdings wären etwas aufmerksamere und intelligentere Feinde schön, um Stealth nicht zu übermächtig zu machen. Wir haben zumindest kein einziges Mal die Unterstützung von Schlägern oder Dirnen genutzt, die wir in brenzligen Lagen anheuern können, da es einfach nie nötig war.
Selbst wenn es doch mal in den Nahkampf geht, stellt uns das nie groß vor Probleme. Die Gefechte sind nämlich ebenfalls keine allzu große Herausforderung.
Die Kämpfe laufen genau wie in Assassin’s Creed Shadows ab, nur dass Edward auf keine Spezialattacken und weniger Tools zurückgreift. Wir schauen Edward über die Schulter, visieren einzelne Feinde an und hauen mit Attacken die gelbe Blockleiste des Gegenüber herunter. Ist der Balken leer, schnetzeln wir die Lebensleiste in den Keller. Für ein Attentat spielen die Leisten übrigens keine Rolle, die Klinge streckt jeden Feind sofort nieder.
Das Problem ist nur: Während wir in Shadows verschiedenen Gegnertypen gegenübertreten, die alle ihre Stärken und Schwächen besitzen, ist in Resynced fast jeder Feind eine leichte Beute. Das liegt in erster Linie am Konter, in zweiter Linie am Wurfpfeil.
Ganz wie im Original kann Edward nach einem perfekten Block eine unaufhaltsame Kill-Serie starten. Bis zu vier Feinde müssen dann ohne Gegenwehr dran glauben. Und dieses Manöver funktioniert, abgesehen von drei Gegnertypen und den Bossen, viel zu einfach.
Damit sind wir von Anfang an sehr mächtig. Wir warten wie zu Anfängen der Assassin’s Creed-Serie einfach ab und kontern alle aus. Und selbst die Gegner, die den Konter etwas abschwächen sollen, sind zwei, drei Pistolenschüsse später weg vom Fenster.
Der Wurfpfeil verschärft das Balance-Problem noch weiter. Den erhalten wir dieses Mal nämlich schon sehr früh – und er besitzt lediglich einen Cooldown. Wir können ihn also munter einsetzen. Mit ihm ziehen wir etwa Säbelrassler zu uns hin, treten ihnen dann noch die Beine weg und… genau, Tod.
Die Gefechte fordern uns damit – je nach Schwierigkeitsgrad – gar nicht oder kaum heraus. Das originale Black Flag war durch die mächtigen Konter auch schon sehr einfach, das Remake setzt mit dem erweiterten Stealth und frühen Wurfpfeil aber noch einen drauf. Die Verbesserungen kommen daher nicht ohne Nebenwirkungen.
Die unausgegorene Balance untergräbt so im Umkehrschluss auch den Sandbox-Gedanken der Missionen. Es gibt nämlich keine optionalen Ziele mehr, die uns in den Missionen zu einem bestimmten Spielstil motivieren.
Nicht einmal unter Wasser gibt’s wirkliche Gefahren. Haien weichen wir in Resynced leicht aus und die bissigen Moränen gibt es nicht mehr.
All das macht das Remake und seine Missionen nicht automatisch schlecht. Tatsächlich hatten wir trotz der unausgegorenen Balance noch sehr viel Spaß beim Schleichen und Kämpfen. Allerdings hätten viele Missionen noch spannender sein können, wenn uns das Spiel mehr fordern würde. Hier ist Ubisoft mit seinen gut gemeinten Anpassungen etwas über das Ziel hinausgeschossen.
Traumhafte Karibik 2.0
Ubisoft beweist mit Resynced einmal mehr, dass seine Teams die Meister der wunderschönen Open Worlds sind. Fast jede Szenerie gleicht einem Postkartenmotiv. Und wenn wir so am malerischen Strand entlang flanieren, wollen wir direkt den nächsten Karibik-Urlaub buchen. Das Original war seinerzeit schon hübsch, jetzt kommen wir aus dem Träumen gar nicht mehr raus.
Das Remake profitiert ungemein von der modernen Anvil-Engine. Sonnenstrahlen fallen realistisch durch den dichten Dschungel, es gibt viele dynamische Lichtquellen und wir können jetzt sogar Edwards Brusthaare zählen, wenn wir wollen.
Tatsächlich übernimmt Resynced die Spielwelt des Originals nicht eins zu eins. Einige Bereiche, wie etwa das allererste Gebiet Cape Bonavista, staucht das Remake zusammen. An anderer Stelle fügt es sogar neue Gebiete hinzu, wie etwa den Norden von Havanna.
Genau wie in Shadows wechselt das Wetter zudem jetzt dynamisch und viel natürlicher, was für noch spektakulärere Stürme auf hoher See und für wunderschöne Sonnenuntergänge sorgt. Hoher Wellengang und Windhosen beeinflussen sogar die Steuerung des Schiffes.
Shadows wirft seine Parkour-Schatten
Die Open World sieht aber nicht nur technisch hervorragend aus, die Erkundung macht auch extrem viel Spaß, weil diese Karibik unsere Zeit nicht verschwendet. Wie gewohnt klettern wir durch Stadt und Natur und sammeln Loot aus Truhen, fliegende Shanty-Notenblätter und Co. ein.
Wenn wir die volle Parkour-Kontrolle über Edward aktivieren, können wir uns auch endlich wieder seitlich von Wänden abstoßen oder auf Knopfdruck springen. Trotzdem ist das hier eindeutig das System aus Shadows. Will heißen: Die einzelnen Aktionen wirken sehr voneinander abgehakt. Edward springt zum Beispiel unnatürlich weit und nimmt das Momentum vom Rennen dabei auch nicht immer mit. Auch kommt es mal vor, dass er irgendwo kurz festhängt.
Im Original hatten wir doch schon eher das Gefühl, dass die Klettereien einen sehr natürlichen Flow haben. Resynced geht im Vergleich zu Shadows aber trotzdem in die richtige Richtung, da die Kraxeleien sich dank der vertikalen Struktur der Städte und Umgebungen auch wieder richtig lohnen.
Weniger ist oft mehr
Was das Remake wiederum sehr viel besser als sein Vorbild macht, sind die Collectibles. Im Original ploppen auf der Ingame-Karte überall weiße Fragezeichen auf, hinter denen sich eine Menge Items verbergen.
Resynced hat die Anzahl der Collectibles massiv runtergeschraubt. In Havanna gibt es zum Beispiel nur noch 7 statt 20 Truhen. Auf offener See können wir die ganzen Mini-Inseln sogar komplett ignorieren, da warten nämlich keine Kisten mehr auf uns.
Dadurch sind wir nicht stundenlang nur mit Sammeln beschäftigt. Und falls wir doch mal auf Sammeltour gehen, macht das in Resynced auch mehr Spaß. Denn das Spiel versteckt Truhen und Geheimnisse deutlich besser. Für eine Kiste müssen wir mit Edward zum Beispiel erstmal in ein Haus klettern, während er für eine andere ordentlich zum Alkohol greifen muss, um neben ihr verkatert aufzuwachen.
Auch bei den Lagerhäusern, bei denen wir Materialien klauen, wartet jetzt bei der ersten Diebestour immer eine kleine Mission auf uns. Mal müssen wir Wachen ausspionieren oder finden den Schlüssel für das Lager bei einem bissigen Zeitgenossen.
Spielmechanisch ändert sich dadurch nicht viel im Vergleich zum Original, aber Resynced verpackt die schlichte Sammelei weitaus schöner.
Und natürlich können wir nach wie vor Tiere jagen und aus ihren Überresten Upgrades herstellen. So kann Edward etwa mehr Heilitems oder mehr Kugeln bei sich tragen. All diese Collectibles lohnen sich also auch: Entweder erhalten wir Geld oder Materialien, die wir wiederum in neue Ausrüstung, oder in unser Schiff, die Jackdaw, stecken können. Oder wir bekommen neue Shantys, die unsere Crew auf See munter vor sich hin trällern. Erstmals können wir sogar eine Katze oder einen Affen mit an Bord nehmen.
Besonders gut haben uns die spielerisch eigentlich völlig irrelevanten Ereignisse gefallen. Auf unseren Segeltouren trafen wir etwa auf eine merkwürdige Hochzeitsgesellschaft oder eine verlassene Insel mit einer Leiche.
An solchen Orten bekommen wir maximal ein bisschen Geld, aber die Karibik wirkt durch diese kleinen Geschichten, oder das, was wir uns zusammenreimen, viel lebendiger. Wir sehen jetzt nicht mehr nur Schiffe gegeneinander kämpfen, sondern auch die Auswirkungen an Land.
Die Seeschlachten sind nach wie vor Extraklasse
Während die Balance bei den Kämpfen an Land nicht ganz stimmig ist, können wir für die arcadigen Schiffskämpfe Entwarnung geben. Denn bei den actionreichen Gefechten auf hoher See stimmt die Balance. Ohne entsprechende Upgrades haben wir gegen starke Schaluppen absolut keine Chance. Selbst mit allen Verbesserungen bleiben sogar die vier legendären Schiffe wirklich knackig.
Sammeln wir alle drei Offiziere ein, können wir zudem auf drei neue Fertigkeiten zurückgreifen. Mit Lucy gibt es den perfekten Block auch für die Jackdaw – wir stecken also so gut wie keinen Schaden bei der ersten feindlichen Salve ein. Mit Tobias feuern wir gleich mehrere Kanonenschüsse hintereinander ab. Wenn wir alle Quests absolvieren, gibt es sogar noch einen besseren Mörser obendrauf. Und Padre schaltet eine mächtige Rammattacke frei, die wir im Original erst bekommen, wenn wir alle vier legendären Schiffe versenkt haben.
Nach erfolgreicher Schiffsschlacht können wir die Feinde wie gewohnt direkt versenken oder entern. Letzteres lässt uns im Anschluss die Jackdaw reparieren, unseren Bekanntheitsgrad (Kopfgeld) senken oder das feindliche Schiff in unsere Flotte aufnehmen – das Flotten-”Minispiel”, bei dem wir Schiffe auf Missionen schicken um extra Belohnungen einstreichen, gibt es nämlich nach wie vor. Das Entern wird also nach wie vor stärker belohnt – und macht dazu auch noch richtig Laune.
Zu viel Money, Money, Money
Einen kleinen Makel gibt’s auf hoher See dann aber doch. Und das liegt an der Wirtschaft. Abseits von Missionen haben wir eigentlich nie auch nur ein Schiff angreifen müssen. Durch das Folgen der Kampagne erhalten wir nämlich mehr als genug Materialien und Geld.
Auch unsere Basis auf Great Inagua ist an dem Geldüberfluss nicht ganz unschuldig. Die wurde mit Resynced ausgebaut und liefert uns so neue Möglichkeiten. Milo van der Graaff ist jetzt ein richtiger Charakter samt eigener Questreihe, wir haben einen Butler, der uns mehr von dem Anwesen erzählt und ein paar mehr Gebäude als im Original können wir ebenfalls freischalten.
Wir besitzen jetzt auch eine Kasse, die uns kontinuierlich Geld einbringt, wenn wir das Versteck und unsere Flotte ausbauen. Das erinnert uns stark an Assassin’s Creed Brotherhood, wo wir ebenfalls nach ein paar Investitionen nie wieder Geldprobleme hatten.
An sich sind das alles tolle Ideen, die aber gleichzeitig dafür sorgen, dass wir passiv Geld und Materialien erhalten. Dadurch haben wir kaum noch einen Grund, einfach mal ein paar Schiffe zu überfallen. Das reduziert lästigen Grind, aber eben auch das Gefühl, ein richtiger Freibeuter zu sein.
Der Käptn hat die Technik im Griff
Assassin’s Creed Black Flag Resynced ist ein waschechtes Remake. Ubisoft hat das Piratenabenteuer also noch einmal von Grund auf in der aktuellen Version der Anvil-Engine neu gebaut. Das sieht man bei der schicken Grafik, das spürt man auch beim eigentlichen Gameplay.
Wir können etwa endlich nahtlos in die großen Städte segeln und anlegen. Auch Umgebungen fühlen sich durch die vielen Details gleich viel lebendiger an. Die vielen NPCs tragen ebenfalls dazu bei, wobei Resynced hier klar von starker PC-Hardware profitiert. Auf den Konsolen dürfen wir nicht ganz so volle Städte erwarten.
Die Figuren sprechen dagegen nur im Englischen lippensynchron. Dafür läuft die Release-Version an sich sehr rund – sowohl auf dem PC als auch auf Konsolen.
Hier schwebte mal ein Grasbüschel in der Luft, da clippte Kleidung unschön durch Waffen, aber wir hatten keinen einzigen Absturz, nennenswerte Bugs oder Glitches. Allerdings können wir uns nach wie vor nicht erklären, warum Edward immer wieder das Bedürfnis hat, das Steuerrad mit aller Kraft wild hin- und herzureißen, obwohl wir die Jackdaw kaum bewegen.
Auflösung und Bildraten lassen sich auf den Konsolen über Modi anpassen:
PS5 & Xbox Series X
- Performance: 60 FPS, eingeschränktes Raytracing
- Bildtreue: 30 FPS, erweitertes Raytracing
PS5 Pro
- Performance: 60 FPS, erweitertes Raytracing, PSSR
- Bildtreue: 30 FPS, erweitertes Raytracing, PSSR
Die Xbox Series S bietet lediglich 30 FPS mit Standard-Raytracing.
Wer einen 120/240hz-Bildschirm mit HDMI 2.1 nutzt, kann auch auf den Balanced-Modus mit 40 FPS und erweiterten Ray-Tracing umschalten.
Assassin's Creed Black Flag Resynced erscheint am 9. Juli 2026 für PS5, Xbox Series X/S und PC. Wie es um eine Switch 2-Version steht, lest ihr oben im verlinkten Artikel.
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