Star Fox im Test: Ich habe mich zum dritten Mal in das gleiche Nintendo-Spiel verliebt

Einer der größten N64-Klassiker erstrahlt auf der Switch 2 in nie dagewesener optischer Pracht – im Test hat es Tobi aber vor allem ein neuer Modus angetan.

Star Fox für Nintendo Switch 2 im Test. Star Fox für Nintendo Switch 2 im Test.

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Für nicht wenige ist Star Fox 64 bzw. Lylat Wars eines der besten Action-Spiele aller Zeiten – unter anderem auch für mich. Sowohl auf dem Nintendo 64 Ende der 90er, als auch auf dem 3DS im Jahr 2011 hab ich das Teil rauf- und runtergespielt und absolut geliebt. Entsprechend happy war ich, als Nintendo das Remake Star Fox für die Switch 2 angekündigt hat.

Gleichzeitig war ich aber auch etwas angespannt. Spielt sich das immer noch so klasse wie früher? Packt das Raumschiff-Geballer immer noch? Und bietet die Neuauflage auch alten Hasen wie mir noch genug Neues, immerhin kostet die Neuauflage 50 Euro? Viele Fragen, auf die ich jetzt eine Antwort geben kann, denn ich habe das Star Fox Remake in den vergangenen Tagen ausführlich gespielt.

Okaye Story schick verpackt

Ich sags direkt vorweg: Kennt ihr das Original, dann kennt ihr auch das Remake, denn wirklich große Änderungen hat Nintendo abseits der Optik nicht vorgenommen. Falls ihr bislang gar nichts mit Star Fox am Hut hattet, gibts jetzt erstmal einen ganz kurzen Abriss, was es mit dem Spiel auf sich hat und worum es geht. 

Star Fox 64 ist ein Rail-Shooter, in dem ihr euch die meiste Zeit durch Levelkorridore auf Planeten oder im All bewegt, Feinde abballert und riesige Bosse ins Nirvana pustet. 

Im Gegensatz zum Original gibt es im Remake jetzt ausgearbeitete Zwischensequenzen mit toll animierten Figuren. Im Gegensatz zum Original gibt es im Remake jetzt ausgearbeitete Zwischensequenzen mit toll animierten Figuren.

Dabei schlüpft ihr in die Rolle von Fox McCloud, der zusammen mit seinem Söldnertrupp den fiesen Wissenschaftler Dr. Andross aufhalten muss. Andross bedroht nämlich mit Heerscharen von Truppen das Lylat-System und die Star Fox-Truppe muss die Kohlen aus dem Feuer holen. 

Viel mehr gibt’s zur Story auch nicht zu sagen, denn die war auch schon im Original nicht unbedingt ein Aushängeschild und maximal ganz okay. Im Remake ist das Ganze jetzt aber wesentlich opulenter und ausgeschmückter präsentiert und die toll animierten Zwischensequenzen tragen enorm dazu bei, dass man die Crew mit Flieger-Ass Falco, dem tollpatschigen Ingenieur Slippy und dem Veteranen Peppy schnell ins Herz schließt. 

Das Ganze hat fast schon die Anmutung eines Animationsfilms, eine wirklich packende oder interessante Story bietet aber auch das Remake nicht. Gut gefallen hat mir dafür die neue Einführung, die ganz knapp die Vorgeschichte des Spiels schildert und dann nahtlos ins Tutorial übergeht.

Video starten 9:28 Star Fox Remake - Nintendo bringt meine Kindheit auf der Switch 2 zurück!

Immer noch allerfeinste Arcade-Action

Das Training in diesem Tutorial ist ebenfalls ziemlich gut gelungen, allzu viel zu lernen oder wissen gibt es in Sachen Gameplay allerdings nicht, da Star Fox keine sonderlich große Einstiegshürde hat. 

Standardmäßig seid ihr mit dem Raumgleiter Arwing unterwegs, könnt mit dem Laser schießen, Bomben werfen, eine schnelle Rolle oder einen Looping machen, abbremsen oder einen kurzen Turbo zünden.

Der Anflug auf Corneria verschwindet im Remake nicht mehr in einer Nebelsuppe – und spielt sich immer noch klasse. Der Anflug auf Corneria verschwindet im Remake nicht mehr in einer Nebelsuppe – und spielt sich immer noch klasse.

Und ja, das alles spielt sich auch im Remake genauso knackig und gut wie damals, vor allem dank der sehr guten Steuerung. Es ist immer noch unheimlich befriedigend, sich mit einem Looping hinter einen Gegner zu setzen und ihn dann vom Himmel zu holen, mit einem aufgeladenen und zielsuchenden Laserschuss gleich eine ganze Gruppe ins Nirvana zu befördern oder mit einer Bombe für Ruhe auf dem Bildschirm zu sorgen.

Auch das Remake ist immer noch allerfeinste Arcade-Action, die für mich nichts von ihrem ursprünglichen Charme verloren hat.

Abwechslungsreiche Missionen mit Ausnahmen

Dazu kommt eine schöne Abwechslung bei den insgesamt 16 Missions-Orten im Lylat-System. Von denen besucht ihr in einem Run bis zum Endboss allerdings immer nur sieben und könnt zwischen ihnen teils unterschiedliche Routen nehmen. 

Zu Beginn gehts auf den erdähnlichen Planeten Corneria, später kann es das Star Fox-Team auch auf die Sonne des Systems Solar, den Eisplaneten Fichina oder das Asteroidenfeld Meteo verschlagen. Dabei seid ihr nicht immer in Korridoren unterwegs, sondern fliegt hin und wieder auch in offener Formation, könnt euch also frei innerhalb eines bestimmten Gebietes bewegen. In ein paar Missionen klemmt sich Fox zudem auch in einen Panzer oder ein U-Boot.

Korridorlevel Die meisten Abschnitte durchfliegt oder durchfahrt ihr streng linear bis zum jeweiligen Boss – wie hier auf Solar.

Offene Formation In diesen Abschnitten könnt ihr euch beliebig in alle Richtungen bewegen, die Missionsgebiete sind allerdings begrenzt.

Panze In zwei Missionen steigt Fox auch in den Landmaster-Panzer – eine coole Abwechslung.

U-Boot Auch wenn die U-Boot-Mission auf dem Wasserplaneten Aquas eine nette Idee ist, ist sie spielerisch und steuerungstechnisch das Lowlight von Star Fox.

Die meisten Missionen sind ziemlich cool. Mal darf man sich etwa nicht von Suchscheinwerfern entdecken lassen oder muss dicke Raketen abschießen, bevor sie die schwebende Basis des Star Fox-Teams zerstören. 

Es gibt aber auch Ausnahmen. Die U-Boot-Mission auf dem Wasserplaneten Aquas etwa mochte ich wegen der ziemlich schwammigen Kontrolle schon damals nicht besonders und das ist auch im Remake nicht wirklich besser geworden. Im Vergleich zu anderen Einsätzen ist das ständige Torpedos verballern, um in dem düsteren Level überhaupt etwas sehen zu können, zudem etwas nervig, weswegen Aquas auch in Star Fox wieder ein ziemliches Lowlight ist.

Schnell durchgespielt, aber ein hoher Wiederspielwert

Wer das Original kennt, wird wenig überrascht sein, aber Neueinsteiger*innen könnten sich vielleicht darüber wundern, wie kurz die Missionen sind.

Die meisten Einsätze habt ihr in fünf bis maximal zehn Minuten abgeschlossen und da ihr auf einem Run immer nur sieben Stationen abklappert, dauert es auch auf dem normalen Schwierigkeitsgrad nur etwa eine gute Stunde, bis ihr die Kampagne durchgespielt habt.

Wer in der Zoness-Mission alle Suchscheinwerfer zerstört, schaltet eine alternative Route frei. Wer in der Zoness-Mission alle Suchscheinwerfer zerstört, schaltet eine alternative Route frei.

Fürs einmalige Durchspielen eignet sich Star Fox also nicht unbedingt, Anreize fürs erneute Durchspielen gibt es aber eine Menge. Denn wie im Original könnt ihr auch im Remake in einigen Missionen Abzweigungen entdecken. 

Auf Corneria müsst ihr beispielsweise in einer Szene Falco retten und anschließend durch eine Reihe von Steinbögen fliegen, denn nur so landet ihr beim alternativen Level-Boss und könnt danach einen anderen Weg auf der Übersichts-Karte nehmen. Insgesamt gibt es über 20 unterschiedliche Routen durch das System.

Im Vergleich zum Original könnt ihr jetzt bei den einzelnen Planeten auf der System-Karte auch genau sehen, welche Abzweigungen es gibt und was ihr dafür tun müsst – zumindest nach dem ersten Durchspielen.

Dann könnt ihr wie im Original auch Medaillen sammeln, indem ihr eine bestimmte Punktzahl erreicht und gleichzeitig dafür sorgt, dass eure drei Teamkollegen nicht abgeschossen werden. Wer eine Medaille bei jedem Planeten einsackt, schaltet den Experten-Modus frei, der noch einmal deutlich schwieriger ist, weil ihr weniger aushaltet und die Gegner zäher sind.

Accessibility-Einstellungen
Bezüglich Barrierefreiheits-Optionen sieht es bei Star Fox leider mau aus. Ein gesonderter Bereich in den Einstellungen fehlt, auch Standards wie Anpassungen für farbfehlsichtige Menschen fehlen. Immerhin könnt ihr die Y-Achse für die Fahrzeuge invertieren und die Kameradrehung im Cockpit ausstellen. 

Überraschend motivierend: Der Herausforderungs-Modus

Völlig neu und meiner Meinung nach auch der Grund, warum das Remake auch für Star Fox 64-Cracks interessant sein dürfte, ist der Herausforderungs-Modus. Für jede Stage bzw. jede Mission gibt es jeweils 12 Herausforderungen. 

Die sechs normalen Herausforderungen sind mit etwas Übung gut machbar, die Expertenmissionen dagegen deutlich knackiger. Die sechs normalen Herausforderungen sind mit etwas Übung gut machbar, die Expertenmissionen dagegen deutlich knackiger.

Da müssen Level beispielsweise in einer bestimmten Zeit absolviert werden oder ihr müsst alle Gegner einer bestimmten Sorte erledigen. Das ist im normalen Modus noch ganz gut schaffbar, spätestens die Experten-Herausforderungen sind aber wirklich knackig und machen ihrem Namen alle Ehre.

Ich habe Lylat Wars sicher Dutzende Male durchgespielt und bin extrem motiviert, all diese Herausforderungen noch zu meistern, auch weil sie meinen Ehrgeiz kitzeln. Für mich funktioniert der Herausforderungsmodus also super, aber das muss natürlich nicht heißen, dass er euch genauso motivieren kann. 

Für wen Star Fox ist – und für wen weniger

Und ihr merkt sicher schon, in welche Richtung das geht. Star Fox ist ein Spiel, das mehrfach durchgespielt werden und perfektioniert werden möchte, gerade für die Experten-Challenges ist das notwendig. Wenn man darauf Lust hat und auf Highscore-Jagden steht, wird man sicher auch eine ganze Menge Spaß damit haben. 

Für alle, die eine Kampagne nur einmal durchspielen wollen und kein Interesse an weiteren Durchgängen mit anderen Levels und neuen Herausforderungen haben, ist das hier vermutlich nicht das Richtige – erst recht nicht mit Blick auf den Preis von 50 Euro. 

Der Koop und Multiplayer von Star Fox

Ebenfalls nicht das Richtige ist Star Fox mit Sicherheit für alle Koop-Fans. Ja, es gibt einen Koop-Modus, aber der ist maximal ganz nett. Entweder lokal oder online über Game Share können zwei Personen die Kampagne zusammen spielen. 

Dabei steuert Spieler 1 den Arwing bzw. den Panzer oder das U-Boot und Spieler 2 zielt und schießt. Kann man machen, muss man aber nicht, zumal man zwingend die Joy-Con benutzen muss und nicht etwa mit einem Pro Controller spielen kann. 

Im Koop steuert ihr ein Gefährt zusammen – eine Person manövriert, die andere ballert. Im Koop steuert ihr ein Gefährt zusammen – eine Person manövriert, die andere ballert.

Wesentlich spaßiger ist da schon der Versus-Multiplayer, der schon im Original sehr beliebt war und der im Remake noch einmal aufgebrezelt wurde. Auf insgesamt drei Karten duellieren sich zwei Viererteams und neben Abschüssen gibt es vor allem Punkte für die kartenspezifischen Ziele. 

Auf Corneria müssen bestimmte Zonen gehalten werden, auf Fichina solltet ihr möglichst viele Energiekristalle sammeln und in Sektor Y könnt ihr Fracht einstecken und in die eigene Basis bringen.

Ich konnte den Multiplayer für den Test nur mit Bots ausprobieren, aber hatte dabei schon eine ganze Menge Spaß. Anders als im Original ist nämlich deutlich mehr auf den Maps los, es gibt witzige Power-Ups und die Ziele variieren sehr schön. 

Der Multiplayer-Modus ist zwar umfangstechnisch beschränkt, mach aber Laune. Der Multiplayer-Modus ist zwar umfangstechnisch beschränkt, mach aber Laune.

Für meinen Geschmack hätten es zwar noch ein paar Karten mehr sein können, weswegen ich auch nicht sicher bin, ob der Multiplayer langfristig begeistern kann. Für eine launige Runde zwischendurch taugt das Ganze aber allemal. Falls es im regulären Online-Multiplayer nach dem Release auffällige Probleme geben sollte, wird es hier ein Update dazu geben.

Kleine aber feine Anpassungen

Darüber hinaus bietet das Remake noch ein paar kleinere Anpassungen. Sehr cool ist etwa, dass ihr jetzt die gesamte Kampagne auch in der Cockpitperspektive spielen könnt. Die Ego-Sicht gab es zwar auch schon im Original, allerdings nur in den Korridorabschnitten und nicht in der freien Formation, also in den Bereichen, in denen ihr euer Raumschiff tatsächlich mal in alle Richtungen steuern könnt. 

Die Cockpitperspektive ist besonders für die Experten-Aufgaben interessant, wenn besonders präzise geschossen werden muss. Solltet ihr keinen stabilen Magen haben, rate ich aber dringend, die Fassrolle in der Ego-Sicht nur sporadisch einzusetzen, weil sich dann das ganze Bild schnell dreht. Wenn euch das gar nicht taugt, lässt sich diese Kameradrehung in den Einstellungen allerdings auch deaktivieren. 

Cockpitperspektive Im Original gab es die Ego-Ansicht nicht in allen Abschnitten und in der 3DS-Neuauflage fehlte sie sogar ganz.

Chat-Avatare Die Chat-Avatare sind eine nette Spielerei, die Erkennung über eine beliebige USB-Kamera funktioniert meinen Erfahrungen nach gut.

Und auch die Chat-Avatare will ich nicht unter den Tisch fallen lassen. Habt ihr eine USB-Kamera an die Switch 2 angeschlossen, könnt ihr im Multiplayer eine von mehreren Figuren aus dem Spiel auswählen, die dann eure Kopfbewegungen und Mimik imitieren. Ist eine nette Spielerei, aber natürlich nichts, weswegen man dieses Spiel kaufen müsste.

So gut sah Star Fox 64 noch nie aus

Die größte Neuerung ist aber natürlich die überarbeitete Optik und die ist meiner Meinung nach ausnehmend gut gelungen.

Star Fox zaubert die Schauplätze des Originals, die auf dem N64 teilweise noch in der berühmten Nebelsuppe verschwanden, in einer derartigen optischen Brillanz auf den Bildschirm, dass es insbesondere für Kenner*innen und Fans eine echte Wonne ist, das Spiel noch einmal in der herausgeputzten Optik auf der Nintendo Switch 2 zu entdecken. 

Tolle Lichtstimmungen, viele Details, schöne Effekte: Die Optik von Star Fox ist ein Augenschmaus. Tolle Lichtstimmungen, viele Details, schöne Effekte: Die Optik von Star Fox ist ein Augenschmaus.

Hier und da gibts natürlich mal ne matschige Textur, die Ladezeiten könnten etwas kürzer sein und auch die Explosionen der Bossgegner sind im Vergleich zum Original fast schon etwas zu unspektakulär, aber das sind nur Kleinigkeiten in einem ansonsten ziemlich runden Technikeindruck. 

Das Spielgeschehen läuft zudem jederzeit butterweich mit 60 fps, kurioserweise hatte ich nur beim Abspann ein paar Ruckler, die waren dann entsprechend zu verschmerzen. Erst Recht bei den Klängen des fantastischen Soundtracks, der mir an der ein oder anderen Stelle eine echte Gänsehaut verpasst hat.

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