Konsolen werden immer teurer und teurer. Gerade hat es zum wiederholten Mal die Xbox Series X|S getroffen – je nach Speicherkonfiguration werden die Microsoft-Konsolen bis zu 200 Euro teurer. Damit stellt sich zwangsweise die Frage: Wird Sony bald nachziehen?
Ich bin mir ziemlich sicher: Ja, es könnte schon bald so kommen.
Update vom 04. August: Dieser Artikel ist bereits in früherer Form auf GamePro erschienen. Wir haben ihn noch einmal mit allen aktuellen Daten zur Xbox-Preiserhöhung aktualisiert und in den aktuellen Kontext um Xbox und GTA 6 gesetzt.
Die letzte Gelegenheit für eine bezahlbare PS5
Die Begründung für die Preisanstiege beziehungsweise generell teure Hardware-Launches, wie bei der Steam Machine, lesen sich eigentlich immer gleich: Speicher ist teuer beziehungsweise wird er für die Konsolenhersteller immer teurer.
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Gemeinsam durch die Hardware Krise: Warum die RAM-Knappheit uns alle angeht
Ursache dafür ist vor allem der Speicherhunger der KI-Industrie. RAM- und SSD-Module werden sowohl beim Training der Modelle benötigt, als auch letztendlich in der Anwendung.
Wie teuer der Speicher genau wird? Zum Teil sprechen wir von einer zwei- bis fünffachen Preissteigerung innerhalb von sieben Monaten.
So sieht die Preisentwicklung aus:
- 1 GB GDDR6-VRAM
- 2. Januar 2026: 5 Dollar
- 24. März 2026: 12 Dollar
- 26. Juni 2026: 11 Dollar
- 3. August 2026: 12 Dollar
- 2 GB DDR5-RAM
- 2. Januar 2026: 29 Dollar
- 24. März 2026: 38 Dollar
- 26. Juni 2026: 46 Dollar
- 3. August 2026: 51 Dollar
- 8 GB MLC-SSD
- 2. Januar 2026: 7 Dollar
- 24. März 2026: 17 Dollar
- 26. Juni 2026: 28 Dollar
- 3. August 2026: 33 Dollar
via DRAMeXchange (spontane On-the-Spot-Käufe, langfristige Vertragspreise sind günstiger)
Anhand der MLC-Preisentwicklung lässt sich ableiten, dass der hochwertigere TLC-Speicher der PS5-SSD ebenfalls einen entsprechenden Anstieg vollzogen haben wird. Die Zahlen vom März sind dabei auch von entscheidender Bedeutung, denn nur eine Woche später hat Sony die Preise für die PS5 um deftige 100 Euro angezogen:
Seitdem sind die 16 Gigabyte VRAM-Speicher, die in der PS5 verbaut sind, beim Preis stabil geblieben, SSD-Module haben allerdings einen Anstieg um satte 94 Prozent verzeichnet. Sony selbst hat zwar gegenüber Investoren bekannt gegeben, sich bis in 2027 hinein Speicherkapazitäten gesichert wurden, ob aber auch die Verkaufspreise gehalten werden können, ist nicht klar.
Bereits im Februar meinte Sonys Finanzchefin Lin Tao, dass man zuversichtlich sei, dass die Konsequenzen durch die Preisanstiege minimiert werden können, einen Monat später kam es dann aber trotzdem zur besagten Preiserhöhung um 100 Euro.
Und besonders mit Blick auf die Steam Machine zeichnet sich ein düsteres Bild:
- Valve konnte sich die Speichermodule kaum sichern
- und wenn, dann nur zu sehr hohen Preisen
Sony dürfte zwar besser mit den Speicherherstellern verzahnt sein, insbesondere mit Kioxia (früher Toshiba Memory), allerdings dürften auch hier auslaufende Verträge zu ansteigenden Kosten führen. Zumal es ja nicht ausgeschlossen ist, dass die Preise noch weiter in die Höhe gehen. Der Trend zeigt jedenfalls nach oben und er dürfte auch nicht so schnell abebben, insbesondere, wenn sich herausstellt, dass die Speicherhersteller ihre Produktion bewusst künstlich verknappen:
Was mich zu meiner jetzigen Empfehlung führt: Ich glaube, jetzt könnte ein guter Zeitpunkt sein, noch einmal zu einer PS5 oder PS5 Pro zu greifen. Es gibt die Disc-Variante der Slim aktuell bei vielen Anbietern vergünstigt für 549 Euro inklusive Blu-ray-Laufwerk, also auf dem preislichen Niveau von vor vier Jahren und der ersten großen Preiserhöhung.
Es könnte durchaus sein, dass solche Angebote in Anbetracht der Marktsituation bald wegfallen oder dann eben zusammen mit einer generellen Preiserhöhung nach oben geschraubt werden. Und die ist durchaus realistisch, wenn man sich die bisherige Historie der Preisanstiege anschaut.
Mit Blick auf die PS5 mit Laufwerk und die Xbox Series X mit Laufwerk ergibt sich folgende Timeline:
- November 2020
- PS5: 500 Euro
- Xbox Series X: 500 Euro
- August 2022
- PS5: 550 Euro
- August 2023
- Xbox Series X: 550 Euro
- Mai 2025
- Xbox Series X: 600 Euro
- April 2026
- PS5: 650 Euro
- August 2026
- Xbox Series X: 800 Euro
Beide Konsolen lagen grundsätzlich sehr nah beieinander, weshalb auch damit gerechnet werden kann, dass Sony bald nachziehen wird. Der Launch von GTA 6 könnte dabei das Zünglein an der Waage sein, da der Konsolenbauer einerseits viele Spieler*innen in sein Ökosystem ziehen möchte, andererseits aber auch den Hype nutzen könnte, um viele Konsolen zu einem hohen Preis zu verkaufen. Es könnte also durchaus zu einem Preisanstieg der PS5 kurz vor dem GTA 6-Launch kommen, wenn auch nicht direkt auf 800 Euro.
Vergesst nicht den Gebrauchtmarkt!
Eine weitere Sparoption ist der Gebrauchtkauf und ich habe damit in der Vergangenheit auch gute Erfahrungen gemacht. Bei mir sind zwei PS5-Launch-Modelle im Einsatz, die ich mir damals auf Ebay gekauft habe und die bis heute ohne Probleme laufen.
Und auch bei der PS4 und PS4 Pro hatte ich zu Gebrauchtkonsolen gegriffen. Konsolen sind nun einmal ziemlich robust geworden und das Ersparnis von 150 bis 200 Euro kann dann in Spiele oder PS Plus gesteckt werden.
Wie sieht es eigentlich bei Nintendo aus?
Die Switch 2 wird am ersten September teurer, allerdings "lediglich "nur" um 30 Euro. Sie verwendet wie die PS5 TLC-Speichermodule für den internen Speicher und energiesparenden LPDDR5X-RAM für Spieleberechnungen. Beides ist auf dem Markt gerade gefragt, weshalb auch die Switch 2 nicht von den Speicherpreisen verschont bleiben wird, Nintendo scheut sich aber wohl davor, den Preis für die Konsole noch weiter hochzuschrauben.
Laut Branchenanalysten wie Daniel Ahmad wohl aus dem Grund, dass sich Nintendo erst bei der neuen Konsole eine gewisse Spielerschaft aufbauen möchte. Für 2027 wird mit einer weiteren Preiserhöhung für die Switch 2 gerechnet, die dürfte aufgrund der niedrigeren Speicherkapazitäten und dem erst kürzlich erfolgten Launch aber nicht so heftig wie bei anderen Konsolen ausfallen.


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