Dieser bildhübsche Unreal Engine 5-Shooter liefert genau den Mix aus brutaler Action und urkomischen Cringe, auf den ich 10 Jahre gewartet habe

Chris konnte bereits in die Kampagne von Gears of War: E-Day schauen und ist sehr vom Spiel angetan, auch wenn es noch ein paar Baustellen gibt.

Marcus Fenix kämpft sich in Gears of War: E-Day durch die zerstörten Straßen Kalonas. Marcus Fenix kämpft sich in Gears of War: E-Day durch die zerstörten Straßen Kalonas.

In wenigen Monaten schon wird Gears of War: E-Day erscheinen – nach einer Wartezeit von knapp sieben Jahren seit Teil 5. Ich konnte daher kaum abwarten, meine Hände an die Einzelspielerkampagne zu bekommen, und das war mir im Vorfeld der Gamescom dann auch in einer knapp einstündigen Demo möglich. Und die hat mich beim Spielen wieder fühlen lassen, als wäre ich wieder 17.

Chris Werian
Chris Werian

Chris ist seit 2006 bei Gears of War an Bord und fetzt sich mit Kettensägen-Lancer und Gnasher-Shotgun bewaffnet durch Horden der reptilienartigen Locust. Der Erstling passte damals mit seiner brutalen, düsteren Atmosphäre und einer gehörigen Portion Dudebro-Cringe perfekt in seine edgy Teenager-Zeit, weshalb er lange am Franchise kleben geblieben ist. Insbesondere den vierten Teil hat er rauf- und runtergespielt, da er für ihn dem Original am nächsten kommt.

Alles wie damals, nur eine ganze Spur besser

Mit mittlerweile 37 Jahren merke ich mehr als deutlich, dass ich für Nostalgie maximal empfänglich geworden bin. Unter anderem auch bei E-Day: Ich kriege ein ähnliches Gefühl wie damals und kann endlich den Teil der Story spielen, von dem ich in den Spielen bisher nur wenige Ausschnitte erleben konnte – den beinahen Untergang der menschlichen Zivilisation auf dem Planeten Sera am sogenannten Emergence Day.

Im ersten Gameplay-Trailer beginnt die Invasion der Locust. Die Hauptfigur der Reihe, der grimmige Kriegsveteran Marcus Fenix, muss sich dort mit seinem Kindheits- und Soldaten-Kumpel Dominic Santiago dem zuvor unbekannten Feind in den brennenden Straßen Kalonas stellen. Daran knüpfen dann auch die beiden Kapitel nahtlos an, die ich jetzt spielen konnte.

Bereit zum Loslegen! Marcus' Squad hat sich zusammengefunden.

Auf zum Stadion Mein erstes Ziel: das Thrashball-Stadion von Kalona.

Als Erstes geht es mit Marcus‘ Theta Squad zur Rüstungskammer, in der er sich seine kultige Gear-Rüstung überstreifen darf. Kurz darauf befinde ich mich dann auch direkt in der Action: Ich soll mir den Weg über eine Brücke freischießen, um zu einem Stadion zu gelangen, das als Operationsbasis für die Koalition Ordentlicher Regierungen, kurz KOR, also der verbliebenen Menschenarmee dient.

In dem Abschnitt wirkt E-Day dann auch am meisten wie klassisches Gears of War, ich hechte also von Deckung zu Deckung und nehme die Locust-Soldaten aufs Korn, die sich ebenfalls hinter Absperrungen, Sandsackbarrikaden und Autos verschanzen.

Allerdings fallen auch direkt einige Neuerungen auf:

  • Groß angekündigt wurde bereits das neue Bewegungssystem – Marcus und Co. können jetzt springen, klettern und über den Boden schlittern. Und das macht auch viel Laune, wie ich bereits in meiner Multiplayer-Preview festgehalten habe:
  • Selbst die schlauchigen Level sind als Reaktion auf die höhere Bewegungsvielfalt ein gutes Stück weitläufiger im Vergleich zu den Vorgängern, um Flankenläufe zu ermöglichen und besser gelegene Deckungen zu erschließen.
  • Die Physik gibt den KOR-Soldaten mehr Gewicht, Autos wippen also leicht nach hinten, sobald ich mich gegen sie werfe. Zudem zerspratzen Betonabsperrungen, Glasscheiben und Holztafeln bei Beschuss. Etliche Teile der Spielwelt fühlen sich also interaktiver an.
  • Locust-Soldaten verhalten sich nicht mehr dusselig und statisch wie früher. Stattdessen versuchen sie Marcus flink zu umzingeln, sie wagen sogar häufig schnelle Vorstöße. Zum Teil laufen sie sogar bei Beschuss im Slalom, um Treffer zu vermeiden.
  • Neue Waffen wie das starke und mit einer Klinge versehene Breechshot-Scharfschützengewehr der Locust sowie eine riesige Boomshot-Kanone fügen sich großartig ins Arsenal ein und richten jede Menge Schaden an.
  • Werde ich abgeschossen, krabbel ich nicht wie in Gears of War 4 oder Gears 5 über den Boden und kann von meinen menschlichen oder KI-gesteuerten Kameraden endlos aufgehoben werden, sondern habe zwei Versuche pro fair gesetztem Checkpoint.

Damit ihr einen Eindruck vom Gameplay in der Mission erhaltet, habe ich einen kurzen Zusammenschnitt für euch:

Video starten 11:19 Chris hat sich für euch über die Brücke zum Kalona-Stadion gefightet und einige Kämpfe im Stadtzentrum bestritten

Bei mir kam dabei auch so richtig das Feeling von damals auf, ich hatte also viel Spaß dabei, mich langsam voranzuarbeiten, einen dumpf knackenden Kopfschuss nach dem anderen zu verteilen und Locust per Bordsteintritt unschädlich zu machen. Die Intensität der Gefechte kommt durch die teils zerstörbare Umgebung auch viel besser rüber, ich habe mich also rasch in einen regelrechten Rausch spielen können.

 FYNG auf der Gamescom

Meine Preview zu Gears of War: E-Day ist Teil unserer Gamescom-Berichterstattung. Neben einer eigenen Find Your Next Game-Show, die ihr am 26. August um 17 Uhr live auf Twitch verfolgen könnt, haben wir auch noch weitere Infos rund um die Messe für euch:

So funktioniert die "offene Welt" von Kalona

Im zweiten Kapitel konnte ich dann einen kurzen Einblick in die richtig große Neuerung von E-Day erhaschen. Vom Stadion aus geht es in Richtung eines Bahnhofs und der führt durch eine teilweise offene Spielwelt, in der auch einige Nebenaufgaben warten.

Ich habe beispielsweise zwei KOR-Soldaten in einem Autohaus unterstützt, während aus mehreren Löchern im Boden Locust herausstürmten. Die Kreaturen stammen nämlich aus dem Untergrund, können sich also prinzipiell überall hin durchgraben. Ihre Löcher lassen sich mittels gezielter Granatenwürfe umgehend nach ihrem Auftauchen schließen, man hat bestenfalls also immer ein wenig Sprengstoff dabei.

Als Belohnung für den Abschluss der Nebenaufgaben erhalte ich Mods für die Waffen im Spiel. Die können an speziellen Stationen an Marcus‘ Knarren angebracht werden und verbessern Schadenswerte oder auch die Genauigkeit, verleihen einigen Schießeisen eine höhere Zoom-Stufe oder auch der Shotgun ein Bajonett:

Nebenaufgabe finden In der Nähe einer Nebenaufgabe wird ein Hinweis angezeigt.

starten Sobald ich mich in das markierte Areal begeben habe, kann ich die optionale Mission starten.

kämpfen Bei der Verteidigung des Autohauses muss ich die Locust aufhalten und ihre Löcher schließen.

abschließen Als Belohnung gibt es Waffenmods – in diesem Fall eine Schulterstütze für die Lancer.

und dann die Belohnung einlösen An Stationen können die Mods dann angebracht werden, bis zu vier Stück pro Knarre.

In dem Bereich, in dem ich unterwegs war, waren jedoch nur ein paar Straßenzüge offen erkundbar, wohl um einen kleinen Eindruck von der spielerischen Freiheit zu vermitteln. Für das fertige Spiel wurde bereits angekündigt, dass Kalona recht groß ausfallen und es viele Waffen-Mods sowie Nebenaufgaben zu entdecken gibt.

Und auch einige Collectibles, deren Fund Marcus mit auflockernden Sprüchen quittiert. Beim Aufheben einer Klopapierrolle freut er sich beispielsweise mit einem rauen Grunzen, dass er ein paar „Shit Tickets“ gefunden hat. An anderer Stelle verhöhnt er per Kopfschuss gekillte Locust mit einem lockeren „Look Ma‘ – No Head!“. Solche dumpfbackige Situationen zaubern wie in den besten Gears-Tagen noch immer ein Lächeln auf mein Gesicht. Die Reihe ist einfach ganz großes Trash-Kino und ich liebe es!

Die Unreal Engine 5 macht dem perfekten Nostalgie-Gears of War noch einen Strich durch die Rechnung

Mich hat der neue Xbox-Shooter zwar direkt mit seinem dynamischeren und flexibleren Gameplay sowie mit seiner bedrückenden Inszenierung direkt gepackt, allerdings bin ich auch auf ein paar technische Mängel gestoßen, die unbedingt noch bis zum Release behoben werden sollten:

  • In Zwischensequenzen wackelt die Kamera, als hätte sie jemand einem Sturzbetrunkenen, der kurz davor ist, Marcus auf die Stiefel zu reihern, in die Hände gedrückt. Selbst wenn gerade ein ruhiger Dialog läuft, in dem alle Beteiligten stillstehen, schaukelt die Kamera wie bei Seegangstufe 8. Der Effekt soll wahrscheinlich eine Art Mittendringefühl auslösen, hat bei mir aber für Motion Sickness gesorgt, obwohl ich dahingehend eigentlich überhaupt nicht empfindlich bin. Ausschalten ließ er sich nicht.

Video starten 1:34 Die Person hinter der Kamera kann einfach nicht stillhalten!

  • In den offeneren Gebieten ruckelte es im 60 fps-Performance-Modus auf der Xbox Series X auffällig häufig, vor allem, wenn viele Gegner in den Kampfarealen unterwegs waren oder Teile der Spielwelt geladen werden mussten. Ähnliche Leistungseinbrüche mit derselben Ursache habe ich vor kurzem auch schon in Mortal Shell 2 und Halo: Campaign Evolved beobachtet, die ebenfalls die Unreal Engine 5 nutzen.
  • Die Auflösung fällt im Performance-Modus offenkundig eher niedrig aus. Zwar liefert E-Day eine Gears of War-typisch hochgradig detaillierte und unheimlich schick beleuchtete Spielwelt, an vielen Stellen flimmern aber auch feingliedrige Bildelemente wie Maschendrahtzäune und Metallstangen.

Bis der Titel am 1. Oktober im Early Access für Xbox Series X|S und PC (auf Steam und im Xbox Store) erscheint, wird noch ein wenig Zeit vergehen, in der hoffentlich die technischen Problemchen beseitigt werden. Ich hoffe es jedenfalls, da kaum eine Reihe für mich so sehr für eine gute Optimierung auf Konsolen steht, wie Gears of War. Auch das gehört für mich zur Nostalgie!

Welche nostalgischen Gefühle verbindet ihr mit der Gears of War-Kampagne? Was muss E-Day für euch liefern?


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