Blick zurück - 3 Spiele, die Hannes' Leben geprägt haben

Manche Spiele sind einfach ein wenig wichtiger für uns als andere. Welche Spiele das für die Redakteure von GamePro.de sind, verraten wir euch in den kommenden Tagen. Heute ist Hannes an der Reihe.

von Hannes Rossow,
25.12.2016 09:00 Uhr

Das sind die drei Spiele, die Hannes' Leben geprägt haben. Das sind die drei Spiele, die Hannes' Leben geprägt haben.

Es gibt viele tolle und viele wichtige Spiele, aber es gibt nur wenige Titel, die mich wirklich geprägt haben. Das sind Videospiele, die in ihrer Art vollkommen neu für mich waren und mir gezeigt haben, was in diesem Medium noch alles möglich ist.

Die drei wichtigsten Spiele aus dieser Kategorie findet ihr hier aufgelistet. Vielleicht sind diese Titel nicht wirklich etwas ganz Besonderes, aber sie haben definitiv meinen Blick auf Videospielcharaktere, Spielwelten und Spielmechaniken verändert.

Final Fantasy IX

Die Welt der Videospiele hat in den letzten 40 Jahren viele spannende Charaktere hervorgebracht. Für mich persönlich hat es aber erst Final Fantasy IX gebraucht, bis ich angefangen habe, Videospielfiguren nicht nur einfach als Avatare zu sehen, die hüpfen, wenn ich es sage, sondern als ausformulierte Persönlichkeiten, die eine eigene Geschichte zu erzählen haben. Unabhängig davon, dass ich sie durch die Spielwelt bewege.

Zum ersten Mal hatte ich das Verlangen, zu erfahren, was Zidane, Vivi und die anderen wohl gerade denken, wie es ihnen geht und wie sie mit den Geschehnissen um sie herum umgehen wollen. Bis zu diesem Zeitpunkt kannte ich nur die Abenteuer von einprägsamen aber eher eindimensionalen Helden wie Mario, Sonic oder Link. Videospielcharaktere hatten für mich nur eine Aufgabe, sie sollten mit einer simplen Motivation den Rahmen setzen, in dem ich mich dann austoben darf.

In Final Fantasy IX musste ich aber das erste Mal in der hinteren Reihe Platz nehmen und hatte deutlich weniger Einfluss auf die Spielfiguren. Die Charaktere stritten sich, verliebten sich und ich hatte nichts damit zu tun. Danach stellt ich ganz neue Ansprüche, die bis heute nur sehr selten erfüllt werden.

The Elder Scrolls III: Morrowind

Ich habe erst sehr spät zu Open World-Spielen gefunden. Mein erster Ausflug nach Vvardenfell war zugleich mein erstes Mal mit einer Spielwelt, die scheinbar keine Grenzen kannte. Die Weltkarte war voll von Städten, Häfen, Siedlungen und Dungeons, die ich allesamt betreten konnte, wenn ich wollte. Wirklich faszinierend für mich war aber die Tatsache, dass auch der Weg zwischen diesen Orten vollkommen frei war.

In Morrowind werden wir nicht gerade an die Hand genommen, wenn es darum geht, von Punkt A zu Punkt B zu kommen. Ich erinnere mich noch gut an die hoffnungslose Überforderung, als ich mich zum ersten Mal von Seyda Neen nach Balmora aufmachen wollte. Anstatt einem klaren, linearen Weg zu folgen, musste ich an den richtigen Stellen abbiegen, um mich nicht zu verlaufen.

Also fragte ich kurz in der Taverne nach dem Weg, machte mir ein paar Notizen und stapfte durch die fremdartige Welt, die nicht auf meine Abenteuer zugeschnitten war, sondern an die ich meine Abenteuer anpassen musste. Das dürfte der Moment gewesen sein, wo ich Spielwelten auch für sich selbst stehend wahrgenommen habe.

Sim City

Nachdem ich jetzt schon deutlich gemacht habe, welche Spiele mich dazu gebracht haben, Geschichten und Spielwelten mit anderen Augen zu sehen, fehlt jetzt noch das Spiel, das den Anfang für meine Liebe zu komplexen Mechaniken bildete. Rückblickend betrachtet ist die SNES-Version von Sim City vielleicht gar kein so durchdachter Titel, wie ich ihn in Erinnerung habe. Aber irgendwo zwischen Wohnungsbezirken und Industrie-Zonen ist mein strategisches Feingefühl geboren worden.

Natürlich habe ich auch in anderen Spielen stets versucht, besser zu werden, aber das beschränkte sich dann auf das Einprägen von Level-Passagen oder den üblichen Geschicklichkeitsübungen. Aber in Sim City besser zu werden, erforderte ein ganz anderes Verständnis für die Funktionsweise des Spiels. Ich musste nicht bestehenden Fertigkeiten ausbauen, sondern einzelnen Mechaniken verstehen und so miteinander kombinieren, dass am Ende die bessere Stadt dabei herauskommt.

Plötzlich musste ich Pläne schmieden, wertvollen Platz schaffen und mich um dröge Steuererhebungen Gedanken machen, damit ich das perfekte Mittelmaß für meine Bürger fand. Das war anders als das Überwinden bloßer Hindernisse, seien es nun Abgründe oder Gegner. Ein großer Taktiker ist nie aus mir geworden, aber ohne Sim City wäre ich da vermutlich auch noch stolz drauf.

Morgen erzählt euch Tobi, welche Spiele eine ganz besondere Rolle in seinem Leben gespielt haben.

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