Blick zurück - 3 Spiele, die Lindas Leben geprägt haben

Manche Spiele sind einfach ein wenig wichtiger für uns als andere. Welche Spiele das für die Redakteure von GamePro.de sind, lest ihr in unserer Serie. Diesmal mit den persönlichen Erinnerungen von Linda.

von Linda Sprenger,
30.12.2016 12:00 Uhr

Das sind Lindas drei Spiele, die ihr Leben geprägt haben. Das sind Lindas drei Spiele, die ihr Leben geprägt haben.

Auch wenn ich heute von Spielen fast schon erschlagen werde, so finde ich doch immer wieder zu den Anfängen meiner Leidenschaft zurück. Dabei könnte ich nicht gerade von mir behaupten, ein ordentlicher Mensch zu sein. Titel, ganz egal ob für PS3, PS4 oder 3DS, stapeln sich in meinem proppevollen Regal zu einem bunten Wirrwarr, für dessen Entzwirbelung vermutlich ein ganzer Sonntagnachmittag draufgehen würde.

Ein paar Konstanten im Chaos gibt es aber doch, denn den ganz besonderen Spielen aus meinem Leben habe ich einen Ehrenplatz gesichert. Freut euch auf einen nostalgischen Rückblickauf die drei Titel, die mich, meine Genre-Vorlieben und meine Sichtweise auf das Medium entscheidend prägten.

Als mit The Legend of Zelda Link's Awakening die ursprüngliche Version des Action-Adventures im November 1993 für den Game Boy erschien, dachte ich mit meinen zwei Jahren vermutlich nicht einmal ansatzweise an Videospiele. Sechs Jahre später sah das schon anders aus: Gerade frisch mit dem Game Boy Color ausgestattet, suchte ich im hiesigen Spielzeugladen unermüdlich nach 8-Bit-Abenteuern und stieß schließlich auf The Legend of Zelda: Link's Awakening DX, die farbenfrohe Neuauflage für den GBC.

Link's Awakening DX war nicht nur mein erstes Spiel von Nintendos Zelda-Reihe sondern auch mein allererstes Action-Adventure. Da ich mich zuvor lediglich mit den Zahlenspielen des rundenbasierten Kampfsystems von Pokémon Rot beschäftigt hatte, verschaffte mir Links Abenteuer auf der Insel Cocolint ein ganz neues Spielerlebnis.

Die Möglichkeit, nun direkt mit dem Schwert angreifen oder mit dem Schild blocken zu können, machte mich zur Heldin des Augenblicks. Anders als in Pokémon Rot war nun nicht länger taktische Finesse, sondern Fingerfertigkeit gefragt. Hyaa!

Auch Dungeons und Rätsel waren neu für mich. Labyrinthe wie der Reptilfelsen mit seinen tückischen Feuerfallen und unbarmherzigen Zwischenbossen beschäftigten mich in einer Zeit ohne Internet wochen-, gar monatelang. Heute zählt Link's Awakening DX zu meinen liebsten Zelda-Teilen - nicht nur wegen der Spielmechanik sondern auch wegen der tieftraurigen Geschichte des Windfisches, die mich auch nach 17 Jahren noch rührt.

Final Fantasy 9

Final Fantasy IX - Das Intro der PlayStation-Version 2:01 Final Fantasy IX - Das Intro der PlayStation-Version

Final Fantasy 9 erschien hierzulande im Februar 2001 für die PlayStation und setzte anders als die modern angehauchten Vorgänger Final Fantasy 7 und FF8 wieder auf ein klassisches Fantasy-Flair mit Prinzessinnen, Dieben und fliegenden Schiffen in einer mittelalterlichen Steampunk-Welt.

Mir war das damals alles ziemlich egal. Im Jahr 2001 erfreute ich mich immer noch an meinem GBC und den wenigen Spielen, die ich mir zusammengespart (oder erbettelt) hatte. Als ich das JRPG einmal bei meinem Cousin sah, dauerte es aber nicht lange, bis ich meine Eltern auch für eine PSone und Final Fantasy 9 weichklopfen konnte.

Ein Glück, denn zu diesem Zeitpunkt war ich zehn Jahre alt und musste plötzlich damit zurechtkommen, all meine Freunde wegen eines Umzugs zurückzulassen. Final Fantasy 9 trug einen wesentlichen Teil dazu bei, dass ich die bis dato schwierigste Phase meines Lebens überstand.

Freundschaft und Zusammenhalt, ganz egal woher du kommst - damals fühlte ich, als wäre die Geschichte nur für mich geschrieben worden. Die charmanten Charaktere, die mit Witz und Verstand geschriebenen Dialoge und Uematsu-Sans zauberhafte Musik zogen mich tiefer in die Spielwelt, als es eines meiner GBC-Spiele je ermöglichen konnte. Mittlerweile habe ich sämtliche Spiele der Final Fantasy-Reihe durchgespielt - nur Teil 9 nicht. Ich wollte nie endgültig damit abschließen.

Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty

Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty - Video-Special aus der ersten GamePro-Ausgabe 5:09 Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty - Video-Special aus der ersten GamePro-Ausgabe

Mit Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty bestätigt sich der Verdacht, dass ich um die Jahrtausendwende herum noch stets mitten in eine Spielereihe hineinpurzelte, anstatt mit Teil eins zu beginnen. Die Geschichte, wie ich auf den ersten PS2-Auftritt der Metal Gear-Solid-Reihe aufmerksam wurde, könnte banaler nicht sein: Ich sah die Verpackung und fand sie cool.

Ein langhaariger Held mit einer Pistole auf dem Cover reichte damals aus, um mich zum Kauf meines allerersten "Erwachsenen-Spiels" mit Knarren und Soldaten zu bewegen. Dass Sons of Liberty viel mehr ist als das, merkte ich insbesondere im letzten Drittel, in dem Hideo Kojimas Plot in ein Feuerwerk aus Emotionen und verworrenen Weisheiten kulminiert. Auch wenn ich nur einen Bruchteil der Geschichte um Snake, Raiden, den Patriots und GW verstand, hatte mich Konamis Stealth-Action-Spiel völlig überwältigt.

Wider Erwarten ist Sons of Liberty nicht mein Favorit der Reihe. Die Geschichte von Metal Gear Solid 3: Snake Eater, die fast 50 Jahre vor den Ereignissen des zweiten Teils spielt und mit Big Boss einen neuen Helden einführt, fühlte sich einfach runder an. Geprägt hat mich Sons of Liberty trotzdem. Wäre ich damals nicht so beeindruckt von Snakes wehender Matte auf dem Cover gewesen, hätte ich Kojimas ebenso geniale wie schräge Metal Gear Solid-Reihe wohl niemals kennengelernt.

zu den Kommentaren (10)

Kommentare(10)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.