Ich spiele Crimson Desert fast ausschließlich der Erkundung wegen und bei Nebenaufgaben ist mir in Pywel auch kein (Um-)Weg zu weit. Folglich habe ich nicht gezögert, gleich zu Beginn einem gesuchten Mann in einer weit entfernten Region nachzujagen.
Komplikationen waren dabei schon vorprogrammiert. Tatsächlich stand aber noch weitaus mehr zwischen mir und dem ansehnlichen Kopfgeld als nur ein ziemlich hohes Gebirge.
Ich habe es wirklich versucht! Beim ersten Mal zumindest
Ich hatte gerade erst angefangen, die weite Welt von Pywel zu erkunden, als ich den Fahndungsauftrag für Honigdieb Simon de Montfort annahm. Der Gesetzlose war zuletzt in einem Gebiet gesehen worden, für das ich noch nicht mal die Map aufgedeckt hatte. Es befindet sich ziemlich weit südwestlich von der ersten Stadt Hernand, in der das Kopfgeld ausgesetzt war.
Dass der Rücktransport des Kerls nicht einfach werden würde, ahnte ich bereits, als ich auf dem Hinweg unter anderem eine Gebirgskette überwinden musste. Ohne menschliche Fracht war das noch einfach, Spiele wie RDR2 haben mir jedoch gezeigt, wie schnell Gefangene über die Klippe gehen, wenn mein Charakter an Steilhängen herumschlittert.
Davon gab es hier genug. Und wo sich keine Berge auftürmen, wimmelt es häufig nur so von Feinden und anderen Gefahren.
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Aber schon bevor ich den Gefangenen geschultert hatte, gab es ganz andere Komplikationen: mein Gewissen! De Montfort ist nämlich keineswegs ein böswilliger Krimineller, der gemopsten Honig auf dem Schwarzmarkt vertickt oder ähnliches.
Bei der Konfrontation mit dem vermeintlichen Halunken habe ich stattdessen erfahren, dass er sich für einen Bären hält. So viel Honig hat er nur gefuttert, weil er dadurch hoffte, seine verschwundene Mutter zurückbringen zu können.
Ich war direkt hin- und hergerissen zwischen: “Dieser Mann gehört nicht in eine Zelle bei der ruppigen Stadtwache von Hernand” und “Das ist nur ein Videospiel, und ich werde das wohl hinkriegen und die Belohnung einsacken.”
Zunächst habe ich mich für Letzteres entschieden und wagemutig den direkten Weg über den steilen, hohen Bergkamm ausprobiert. Ausgerechnet kurz vor der Talsenke kam Kliff aber trotz aller Vorsicht ins Straucheln und rutschte runter. Der Bärenmann verkantete sich so unglücklich im Hang, dass ich ihn zunächst nicht erreichte und dann bei einer erfolglosen Rettungsaktion auch noch killte.
Ich hätte De Montfort zwar für weniger Geld auch tot abliefern können. Zum einen wollte ich ihn aber nicht abmurksen, zum anderen war mein Ehrgeiz geweckt, eine neue Strecke zu probieren.
Es hätte ja fast geklappt …
Nachdem ich neu geladen hatte, machte ich einen großen Umweg um den Steilhang und wählte eine leichter passierbare Stelle. Danach ging’s wacker durch feindliches Gebiet und Pfeilsalven. Was ich unbeschadet schaffte, nur damit mir anschließend meine Neugierde einen Strich durch die Rechnung machen konnte.
Ein kleiner Abstecher auf einen verlassenen Hof, der spannend aussah, wurde mir zum Verhängnis, weil hier Stacheln aus dem Boden schossen, Kliff vom Pferd schmissen und Simon “den Bären” de Montfort aufspießten.
Beim dritten Versuch mit ähnlicher Route hatte ich erneut kein Glück: Kliff stürzte im Fluss aus nicht ganz klar ersichtlichen Gründen vom Pferd, womöglich weil ich der Oberkante des Wasserfalls zu nah gekommen war, und die Quest scheiterte. Normalerweise hätte ich mich an dem Punkt einfach nur geärgert. Hier sagte ich mir: Es soll wohl nicht sein.
Je länger ich nämlich mit dem Mann unterwegs war und mir seine Beteuerungen anhörte, dass er nur auf seine Mama gewartet habe, desto weiter schwand meine Motivation, ihn auszuliefern. Wären die Zweifel auf dem Weg nicht schon die ganze Zeit über immer lauter geworden, hätte ich es womöglich bereits im zweiten Versuch geschafft, ihn abzuliefern.
Tatsächlich hat mir Kollege Kevin inzwischen sogar grinsend verraten, dass die Aufgabe ab einem gewissen Storyfortschritt wesentlich leichter wird, weil eine neue Gebirgs-Route erschlossen wird.
Aber ich habe nun beschlossen, De Montfort lieber einfach im Wald zu lassen. Womöglich kann ich sogar noch mehr über ihn oder seine verschwundene Mutter herausfinden und ihm irgendwie helfen?
Zunächst mal ist das Erlebnis für mich aber vor allem Crimson Desert in a Nutshell: manchmal ziemlich unbequem und umständlich, aber ich komme damit gut klar, weil ich so viel Unerwartetes und Spannendes finde.
Ist bei euch bei einer Mission in Crimson Desert auch schon mal alles anders gelaufen, als ihr anfangs erwartet hattet? Und lasst ihr euch auch häufig von Entdeckungen ablenken?
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