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Seite 2: Crysis im Test - Comeback ohne Krise

Des Kämpfers alte Kleider

Praktisch: Wer einen Koreaner-Buggy klaut, düst gleich flotter über die Insel. Praktisch: Wer einen Koreaner-Buggy klaut, düst gleich flotter über die Insel.

Dieser Kampfanzug ist der eigentliche Hauptdarsteller des Spiels, denn wie in Crysis 2 pimpt er euren Elitesoldaten mit speziellen Kräften. Für die Konsolen wurde die Steuerung etwas entschlackt: Stärke- und Geschwindigkeitsboost müssen nicht mehr aktiviert werden. Drückt ihr beispielsweise den Knopf für Nahkampf länger, teilt Nomad übermenschliche Backpfeifen aus, die sogar Bud Spencer alle Ehre machen. Der Speedboost wird ebenfalls automatisch angeworfen, wenn ihr rennt. Das fühlt sich allerdings etwas merkwürdig an, denn entweder rast man nun wie ein Sportwagen über die Insel oder schleppt sich im Schneckentempo vorwärts. Einfaches Rennen gibt’s nur, wenn die Nanoenergie erschöpft ist. Stealthmodus und Panzerung machen das Nano-Quartett komplett. Ersterer macht euch beinahe unsichtbar, solange ihr nicht direkt vor einem Gegner herumtänzelt. Die Panzerung macht euch kurzzeitig kugelsicher und ist bei heftigen Gefechten eure Überlebensversicherung. Der Nanosuit verlangt aber ein gehöriges Maß an Taktik, denn jede Aktion verbraucht Energie und die lädt sich erst nach ein paar Sekunden wieder auf.

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Ich mach mir den Krieg, wie er mir gefällt

Crysis hetzt euch zwar recht linear von einem Auftragsziel zum nächsten, doch wie ihr die Koreaner-Camps aushebt, Luftabwehrstellungen platt macht oder Minen infiltriert, bleibt größtenteils euch überlassen. Zwischen »Ich schleich mich einfach vorbei ohne einen Gegner umzulegen« bis hin zu »Ich stürme die Bude mit rauchendem Raketenwerfer« ist alles möglich. Dank des weitläufigen Insel-Settings macht das Herumexperimentieren mit dem Nanosuit und verschiedenen Lösungswegen einen Heidenspaß. Ein Beispiel: Mitten in einem kleinen Lager steht ein Computer mit wichtigen Militärinfos. Ballerwütige Spieler schnappen sich einen Koreaner-Jeep, heizen damit mitten rein und erledigen die Soldaten mit dem Bord-MG. Anschließend wird zu Fuß die Nano-Panzerung angeworfen und bald sind die Befestigungen nur mehr rauchende Ruinen. Oder ihr schnappt euch ein Boot und nähert euch unbemerkt über den Seeweg. Anschließend knipst ihr einige Gegner per Scharfschützengewehr aus und schleicht am Rest mittels Stealth-Tarnung vorbei.

Kaboom! Für so eine schicke Explosion packt man doch gerne den Raketenwerfer aus. Kaboom! Für so eine schicke Explosion packt man doch gerne den Raketenwerfer aus.

Egal für welchen Weg ihr euch entscheidet: Eure Fähigkeiten und die des Nanosuits werden voll gefordert. Die schlauen Koreaner flankieren euch, hechten bei Beschuss in Deckung, zielen genauer als euch lieb ist und rufen gern mal Verstärkung, wenn sie euch sichten. Und kommt diese Verstärkung in Form eines Panzers, der euch die Deckung unterm Hintern wegschießt, wird die Situation garantiert brenzlig. Auf den niedrigeren Schwierigkeitsgraden könnt ihr zwar ein wenig Blödsinn machen, etwa Feinde mit Kisten oder sogar Tieren bewerfen, ab dem anspruchsvollen Delta-Modus hört der Unfug aber auf. Es gibt kein Fadenkreuz, keine Granatenwarnungen, Gegner haben statt Augen anscheinend Ferngläser und (nettes Detail) sprechen unverständliches Koreanisch. Nur die Frost-Aliens, die später im Spielverlauf auftauchen, sind etwas dümmer als ihre menschlichen Kollegen, machen das aber mit Panzerung und selbstmörderischen Direktangriffen wieder wett.

Dank Cryengine 3 sind die Lichteffekte hübscher als am PC, kaschieren aber auch die vergleichsweise schwächere Grafik. Dank Cryengine 3 sind die Lichteffekte hübscher als am PC, kaschieren aber auch die vergleichsweise schwächere Grafik.

So weit, so gewohnt. Dennoch unterscheidet sich das Konsolen-Crysis in zwei Punkten unangenehm vom PC-Kollegen. Erstens fehlt ein kompletter Level, nämlich ein Flugeinsatz, in dem ihr die koreanische Armee mit einem futuristischen Senkrechtstarter beharkt. Der Abschnitt ist zwar nur eine gute Viertelstunde lang, war auf dem PC aber eine willkommene Abwechslung. Konsoleros dürfen nur wie gewohnt eine Weile lang mit dem Panzer fahren. Und zweitens wurde freies Speichern gestrichen, das Spiel sichert nur an bestimmten Checkpoints. Das würde auch nicht schwer ins Gewicht fallen, wenn die Speicherpunkte nicht manchmal unglücklich gesetzt wären. So spawnt ihr gerne mal vor ballerwütigen Nordkoreanern oder müsst kilometerlang latschen, bevor die Action weitergeht. Zusammengefasst: Das Konsolen-Crysis ist etwas schlechter als das PC-Crysis (Grafik, Umfang), aber dennoch ein echter Hingucker. Und was das Wichtigste ist: Trotz aller aufgezählter Mängel macht es richtig Spaß.

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