Death Stranding Update - Mysteriöse Tweets sind in Wirklichkeit nur Social-Media-Experiment

Die Tweets, die jeder mit Death Stranding assoziierte, waren tatsächlich nur Teil eines groß angelegten Social Media-Experiments – Hideo Kojima war nicht involviert.

von Ann-Kathrin Kuhls,
23.12.2018 11:12 Uhr

Das war wohl nichts: Mit den aktuell mysteriösesten Death Stranding-Tweets hatte Kojima nichts zu tun.Das war wohl nichts: Mit den aktuell mysteriösesten Death Stranding-Tweets hatte Kojima nichts zu tun.

Vor einer Weile sorgte ein Twitter-Bot für großes Aufsehen in der Death Stranding-Community, weil er kryptische Botschaften twitterte, die sich um das noch unveröffentlichte Spiel von Hideo Kojima trugen und gerade so obskur gehalten waren, dass sie ohne Weiteres aus der Feder des Entwicklers stammen könnten.

Unter anderem enthielten die nämlich ein Puzzle, das per Hyperlink mit der Kojima Productions-Webseite verbunden war und, nachdem Tüftler den Code entschlüsselt hatten, einen Dialogfetzen aus dem Trailer wiedergab.

Die Community vermutete ein Alternate-Reality-Game hinter der Sache, eventuell auch eine elaborierte Marketing-Aktion von Hodeo Kojima persönlich. Wir haben die Sache in einer News zu den mysteriösen Tweets genauer untersucht.

Wie sich herausstellt, war die Mühe unseres Autors jedoch umsonst, denn Hideo Kojima hatte absolut gar nichts mit den Tweets zu tun, obwohl er ein paar von ihnen ein Herz auf Twitter gab.

Kürzlich meldete sich Murat Pak, der Entwickler des Archillect-Bots, zu Wort: Es habe sich nicht um Marketing, sondern um ein Social Media-Experiment gehandelt. Archillect ist nämlich eine künstliche Intelligenz, die versucht, virale Trends bereits im Vorfeld zu erkennen und zuverlässig vorauszusagen.

So eine Art Wettervorhersage für Social Media-Trends wäre natürlich der Traum eines jeden PR-Agenten oder Marketingexperten, weil so zielgerichteter entschieden werden könnte, wie Kampagnen designt werden sollen. Momentan sind die meisten Firmen und Autoren ratlos, wieso einige Inhalte viral gehen und andere nicht das kleinste bisschen Aufmerksamkeit bekommen. Eine Formel für Viralität wäre also für ihren Erschaffer eine reine Goldgrube.

Der Entwickler selbst sagt jedoch, er mache es nicht wegen des Geldes, sondern, weil ihn die verborgenen Strukturen der sozialen Medien so interessieren.

Deswegen zielt er mit seinen Tests auf besonders engagierte Communities ab, wie beispielsweise die Fans von Death Stranding. Statt jedoch einen Trend zu identifizieren hat Archillect mit seinen Tweets (der Aussage des Entwicklers nach unfreiwillig) einen Trend gesetzt.

Vielleicht, um nicht verklagt zu werden, bekräftigte er am Ende seiner Tweet-Reihe nochmal, dass Kojima und das Studio um Death Stranding nichts mit dem Stunt zu tun hatten. Vielmehr sei das ganze als eine Hommage an Death Stranding und dessen Community zu sehen.

Es folgen ein paar einfühlsame philosophische Floskeln so wie ein Gedicht, dass die unerwartete Kraft von kleinen Dingen in riesigen Bewegungen beleuchtet, aber unterm Strich bleibt eigentlich nur folgendes zu sagen: Das Experiment war ein voller Erfolg, wenn Redaktionen und Fans auf der ganzen Welt darüber berichten. Vielleicht ist Murat Pak so der Formel für virales Marketing einen Schritt näher gekommen.

Die Frage ist jedoch: Wenn in einer Zukunft mit Beliebtheitsformel alles viral geht, wie sticht ein Inhalt dann noch heraus?

Quelle

Seid ihr sauer oder amüsiert über das Death Stranding-Experiment?


Kommentare(2)

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