Quantic Dream - Ex-Mitarbeiter werfen dem Heavy Rain-Studio Sexismus & Rassismus vor

Quantic Dream, der Entwickler von Detroit: Become Human, sieht sich schweren Anschuldigungen ausgesetzt. Der Mit-CEO Guillaume de Fondaumière reagiert mit einem Statement.

von David Molke,
15.01.2018 14:06 Uhr

Detroit: Become Human - Screenshot von der E3 2016 Detroit: Become Human - Screenshot von der E3 2016

Bei David Cages Entwicklerstudio Quantic Dream sollen sexistische Scherze, Übergriffe, verunglimpfende Photoshop-Bilder von Mitarbeitern sowie Rassismus an der Tagesordnung sein. Zumindest fasst das ungefähr zusammen, was ehemalige Mitarbeiter dem Studio vorwerfen.

Sie beklagen eine insgesamt sehr toxische Arbeitsatmosphäre bei dem Entwickler von Detroit: Become Human. David Cage und sein Mit-CEO Guillaume de Fondaumière weisen die schweren Anschuldigungen von sich.

Schon Anfang 2017 sollen laut einem Bericht von Le Monde fünf Ex-Mitarbeiter Beschwerde gegen Quantic Dream eingelegt haben. Im Februar hat ein IT-Mitarbeiter dann offenbar rund 600 diskriminierende Photoshop-Bilder gefunden. Von Nazi-Symbolik über Sexismus bis hin zu Homophobie soll alles dabei gewesen sein – immer in despektierlicher Kombination mit Quantic Dream-Mitarbeitern. Einige Bilder seien bereits 2013 erstellt worden und sogar frei zugänglich gewesen.

Detroit: Become Human - Gameplay-Trailer zeigt den Überlebenskampf eines kleinen Mädchens 3:11 Detroit: Become Human - Gameplay-Trailer zeigt den Überlebenskampf eines kleinen Mädchens

David Cage und Guillaume de Fondaumière haben dazu gesagt, sie hätten von den beleidigenden Bildern nichts gewusst. Obwohl das 180-köpfige Studio aus 83 % aus Männern bestehe, herrsche dort laut David Cage keine "Rugby-Umkleidekabinen"-Atmosphäre. Eine Email von Guillaume de Fondaumière soll allerdings nahelegen, dass er wusste, dass die Bilder seit Jahren existieren. Darin hat er sie offenbar auch als Fehler bezeichnet. Auf Nachfrage von Kotaku erklärt er:

"QD lehnt die Anschuldigungen kategorisch ab. Ich für meinen Teil bin wütend und empört angesichts dieser Behauptungen, die ich sehr ernst nehme. Und ich werde alle möglichen rechtlichen Schritte einleiten, um meine Ehre zu verteidigen."

David Cage nennt die Vorwürfe allesamt "absurd" und gibt gegenüber Le Monde Folgendes zu Protokoll:

"Du willst über Homophobie sprechen? Ich arbeite mit Ellen Page, die für LGBT-Rechte kämpft. Du willst über Rassismus sprechen? Ich arbeite mit Jesse Williams, der für Bürgerrechte in den USA kämpft ... Beurteilt mich anhand meiner Arbeit."

Anscheinend müssen die Mitarbeiter von Quantic Dream aber nicht nur lange Arbeitszeiten samt toxischer Arbeitsatmosphäre in Kauf nehmen. Auch David Cage soll im Umgang besonders schwierig sein. Trotz überdurchschnittlich guter Bezahlung seien zwischen 2015 und 2016 bereits 50 Mitarbeiter ausgeschieden, davon viele wegen Depressionen oder Burnout. Vielleicht sollten wir die Leute nicht nur anhand der Ergebnisse ihrer Arbeit beurteilen, sondern auch anhand dessen, wie sie diese Arbeit erledigen.

Was haltet ihr von den Anschuldigungen und den Reaktionen darauf?

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