Mit Lord of Hatred versucht Blizzard, der Geschichte um Mephisto einen würdigen Abschluss zu geben – und liefert dabei viele Dinge, die sich die Community seit Release gewünscht hat: Ein strukturierteres Endgame, sinnvolleres Crafting und endlich wieder verfügbare Set-Boni.
Dazu kommen zwei neue Klassen, von denen eine ein echter Fan-Liebling ist, während die andere selbst Veteranen fordert.
Auf dem Papier klingt das doch alles doch erstmal großartig. Aber während des Tests musste ich feststellen, dass die Änderungen zwar Diablo 4 Fans durchaus glücklich machen, aber das Spiel nicht wirklich auf ein neues Level heben.
Das Addon kommt gleichzeitig mit einem großen Update, das kostenlos für alle zur Verfügung steht.
Das bekommt ihr ausschließlich mit der Erweiterung Lord of Hatred:
- neue Story-Kampagne (ca. 8–10 Stunden)
- neues Gebiet: Skovos
- neue Klassen: Paladin und Hexenmeister
- Talismane und Sets
- Horadrischer Würfel
- Kriegspläne
- Angeln
Die Erweiterung kostet zum Release des Tests 40 Euro.
Diese Änderungen gibt es für alle:
- Lootfilter
- Überarbeitung der Grube
- neue Skilltrees für alle Klassen
- Level-Cap auf 70
- 8 neue Qualstufen
11:45
12 Minuten Gameplay aus Diablo 4 Lord of Hatred: Der Start des Addons samt Bosskampf und neuem Gebiet
Der Abschluss der Mephisto-Saga
Die Story von Lord of Hatred startet stark und knüpft direkt an den Cliffhanger von Vessel of Hatred an.
Mephisto hat den Körper des Propheten Akarat übernommen und inszeniert sich als Retter der Menschheit. Zusammen mit Lorath reist ihr nach Skovos, der Wiege der Menschheit, um eine Waffe gegen ihn zu finden und seinen Kult auszulöschen.
Gerade am Anfang überzeugt die Kampagne mit starken Momenten. Nach dem gewohnt bombastisch inszenierten Intro werdet ihr auf der Überfahrt nach Skovos etwa von einem Seeungeheuer angegriffen. Haben ihr das überstanden, folgt die erste Begegnung mit den Amazonen, deren Königin nicht nur eine Verbindung zu Lorath hat, sondern vielleicht sogar schon unter dem Einfluss von Mephisto geraten ist.
Danach verfällt die Story jedoch in die typischen Diablo-Formel: Ihr müsst Artefakte sammeln,Tempel abklappern und erst wenn ihr nach ca. 8 Stunden das Finale erreicht, zieht die Story wieder an und endet mit einem der besten Bosskämpfe, die ihr bisher in Diablo 4 gesehen habt. Unterm Strich ist die Kampagne solide und ein runder Abschluss für die Geschichte rund um den Herrn des Hasses. Sie erfüllt ihren Zweck, euch durch das neue Gebiet zu führen und euch neue Mechaniken näherzubringen, bleibt dabei aber arm an großen Highlight.
Muss ich Vessel of Hatred gespielt haben?
Als direkte Fortsetzung der Geschichte von Diablo 4 und dem ersten Addon Vessel of Hatred, bietet es sich natürlich an, beide Kampagnen vorher gespielt zu haben –zwingend nötig ist das allerdings nicht..
Wenn ihr einen neuen Charakter erstellt, habt ihr die Wahl, mit welcher Kampagne ihr beginnen wollt: Diablo 4, VoH oder LoH. Je nach Einstiegbekommt ihr ein Video präsentiert, das die Ereignisse bis dato zusammenfasst.
Ausrüstung neu gedacht
Viel wichtiger als die Geschichte sind aber ohnehin die spielerischen Neuerungen. Eine Stärke der Erweiterung sind etwa die neuen Gegenstände, die ihr während der Kampagne bekommt und die euch auch direkt zur Verfügung stehen, wenn ihr später mit neuen Charakteren ins Endgame startet.
Den Talisman bekommt ihr schon recht früh in der Geschichte, in den ihr neue Siegel und Zauber sockeln könnt. Siegel geben euch kleine Boni und bestimmen, wie viele Zauber ihr ausrüsten könnt. Zauber hingegen haben größere Boni, wie zusätzliche Punkte auf Fähigkeiten. Besonders mächtige Zauber lassen sich sogar zu Sets kombinieren, die euren Builds mehr Struktur verleihen. So können Paladine mit den fünf passenden Zaubern eine zusätzliche mächtige Aura aktivieren, oder Schurken mit jedem Bogenschuss immer weiter in einen Geschwindigkeitsrausch verfallen.
Der Horadrische Würfel kehrt ebenfalls zurück. Mit ihm könnt ihr gezielt selbst Gegenstände erstellen, aber auch bestehende Ausrüstung erweitern, umwandeln und kombinieren. So könnt ihr beispielsweise drei Mal denselben einzigartigen Gegenstand in den Würfel legen, um eine Chance auf eine bessere Version des Items zu erhalten.
Beide Systeme greifen wunderbar ineinander und sorgen dafür, dass ihr viel gezielter auf Builds hinarbeiten könnt. Wenn euch beispielsweise ein Zauber eures Sets fehlt, aber ihr andere Teile doppelt habt, dann könnt ihr diese mit dem Würfel so lange umrollen, bis der passende Zauber rauskommt. Ich möchte beide auf jeden Fall nicht mehr missen.
Ein Plan fürs Endgame
Die Kriegspläne sind die wichtigste Neuerung im Endgame – zeigen aber gleichzeitig eine der größten Schwächen von Diablo 4 auf.
Ihr stellt euch eure Aktivitäten in einer Playlist selbst zusammen, arbeitet sie in Reihenfolge ab und bekommt dafür Bonusbelohnungen.
Dabei levelt ihr nach und nach die einzelnen Aktivitäten auf. Rennt ihr genug Alptraumdungeons, könnt ihr im passenden Skillbaum Punkte vergeben. So können sich Endbosse wiederbeleben, damit ihr doppelten Loot abgreifen könnt, oder es erscheinen Schatzgoblins, wenn ihr 30 Elite-Monster besiegt habt. Ihr könnt sogar Unterschlupf-Bosse dazu bringen, zufällig in anderen Inhalten zu spawnen.
Das bringt Struktur ins Endgame von Diablo 4, ändert aber nichts daran, dass ihr im Grunde immer noch dasselbe macht wie zum Release des Hauptspiels vor knapp drei Jahren. Nach der zwanzigsten Höllenhorde motivieren euch auch ein paar zusätzliche Monster und Chaoswellen nicht mehr zur einundzwanzigsten.
Hier hätte sich Blizzard noch mehr einfallen lassen müssen: Neue Aktivitäten und Herausforderungen, die sich auch spielerisch vom bisher bekannten abheben – genau so, wie es beim Konkurrenten Path of Exile seit Jahren Standard ist.
Es gibt mit dem Addon zwar ein neues Event namens "Echoing Hatred", das ist aber so selten, dass es mir in der Testphase nicht einmal untergekommen ist. Laut Blizzard handelt es sich dabei um eine Art Horden-Modus, bei dem ihr gegen immer stärkere Wellen an Monstern antretet.
Immerhin könnt ihr jetzt auch Angeln, allerdings kann ich euch nicht erklären, warum ihr das tun solltet. Die Mechanik ist schlicht langweilig und bringt euch auch keinen Vorteil für das restliche Spiel.
Klassenbeste
Das große Highlight von Lord of Hatred sind die beiden neuen Klassen: Paladin und Hexenmeister.
Ersterer ist ein echter Fan-Liebling und war für Vorbesteller ja schon spielbar. Mit Auren, göttlichen Hämmern und Lichtblitzen erledigt ihr Feinde, während ihr mit Engelsflügeln über das Schlachtfeld gleitet. Euer Spielstil hängt dabei von dem Eid ab, dem ihr euch verschworen habt.
Der Hexenmeister hingegen versucht, die Mächte der Hölle mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Ihr beschwört Dämonen, nutzt sie kurz und opfert sie wieder, um eure Zauber zu stärken. Alternativ setzt ihr auf Flüche oder reines Höllenfeuer. Ab Stufe 30 unterwerft ihr zusätzlich vier Dämonen, die euch permanent begleiten und über ihre Seelensteine Boni liefern.
Allein für die neuen Klassen hat sich Lord of Hatred für mich gelohnt. Den Paladin spiele ich nun schon seit zwei Seasons und er ist mir immer noch nicht langweilig geworden. Der Hexenmeister hingegen liefert einen so einzigartigen Spielstil, dass ich mich erst ein paar Stunden reinfuchsen musste und er könnte zu einer meiner liebsten Klassen bisher werden.

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