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Dirt 5 im Test - Wunderschöne Schlammschlacht für Arcade-Fans

Dirt 5 ist der neue Offroad-Arcade-Racer von Entwickler Codemasters. Wir sind auf PS4 und Xbox One durch den Dreck gebrettert und schlammig aber glücklich aus dem Auto gestiegen.

von Manuel Fritsch,
03.11.2020 16:45 Uhr

Dirt 5 im GamePro-Test für PS4 und Xbox One. Dirt 5 im GamePro-Test für PS4 und Xbox One.

Beantwortet bitte folgende Frage: a) Ich respektiere meine Mitstreiter und lege Wert auf ein faires Rennen. Oder b) Die Autos der Konkurrenz sind ein völlig legitimer Leitplankenersatz in engen Kurven! Wenn ihr ohne zu zögern die zweite Antwort gewählt habt, seid ihr hier genau richtig. Herzlich Willkommen bei Dirt 5, dem Rennspiel, in dem es nicht nur unter euren Reifen richtig schmutzig zur Sache geht. Jedes Rennen in diesem adrenalingeladenen Ableger der altehrwürdigen Colin-McRae-Reihe ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Schlammschlacht.

Zur Einordnung: Dirt Rally (2015) und der Nachfolger Dirt Rally 2.0 von 2019 sprechen klar Simulationsfans an und sind auch heute noch klasse Rennspiele. Die reinen Dirt-Ableger wagten sich immer schon etwas weiter in die Arcade-Richtung. Dass uns Dirt 4 (2017) noch beim Start vor die Wahl stellt, ob wir lieber im Gamer- oder Simulations-Modus spielen wollen, erscheint beim direkten Nachfolger undenkbar. Dirt 5 ist der bisher mit Abstand am weitesten vom klassischen Rallye-Sport entfernte Teil der Serie und sowohl optisch als auch vom Streckendesign die reinste Spaßveranstaltung. Im positiven Sinne!

Mit dem Rallye-Sport hat das, was auf der Strecke passiert, nicht mehr viel gemeinsam, außer dass Fahrzeuge auf vier Rädern mit hoher Geschwindigkeit über unebene Geländestrecken peitschen. Beifahrer, die uns mit kryptischen Funksprüchen wie "fünf - über Kuppe - lang" zu irritieren versuchen, gibt es hier genauso wenig wie das Zeitfahren, eine Fahrschule oder Reparaturen an Streckenposten. Dirt 5 feiert unentwegt eine weltweite Party mit buntem Konfettiregen und Feuerwerk. Rallye-Puristen schlagen die Hände über dem Kopf zusammen, denn unfaires Rempeln, Vordrängeln und gegnerische Autos von der Strecke drängen ist hier nicht nur möglich, sondern wird sogar noch belohnt. Diese neue Ausrichtung ist sicherlich Geschmackssache, aber das, was Dirt 5 sein möchte, macht es verdammt gut.

Abwechslung rund um den Globus

Insgesamt 70 Streckenvarianten verteilt auf neun verschiedene Länder wie Norwegen, China oder Griechenland sorgen für eine enorme spielerische und optische Abwechslung. Die Rennmodi haben wilde Namen wie Land Rush, Stampede oder Rally Raid, aber unterscheiden sich primär darin, mit welchen Fahrzeugklassen ihr daran teilnehmt und ob ihr Rundkurse oder eine durchgängige Strecke abfahrt.

Dirt 5 fasziniert mit tollen Lichtstimmungen und dynamischen Wettereffekten, die sich während des Rennens teils schlagartig ändern. Dirt 5 fasziniert mit tollen Lichtstimmungen und dynamischen Wettereffekten, die sich während des Rennens teils schlagartig ändern.

Die meiste Zeit tretet ihr gegen ein großes, zwölfköpfiges Fahrerfeld an, nur in manchen Spezialevents wird damit gebrochen. So gibt es vereinzelte Showdown-Matches, bei denen ein Duell gegen einen starken Konkurrenten im Fokus steht, oder ihr bugsiert alleine ein Spezialauto mit Überrollbügel durch eine extrem steile und hügelige Parcoursstrecke.

Versionen für Xbox Series X und PS5: Dirt 5 wird parallel zum Start der Next-Gen direkt als Launchtitel verfügbar sein. Dank Smart Delivery müssen Besitzer der Xbox-One-Version nur einen Patch für das Upgrade auf die Next-Gen-Version installieren. Auf der PS5 könnt ihr euch den Arcade-Racer ebenfalls problemlos installieren. Dabei solltet ihr jedoch beachten, dass eure Speicherstände von der PS4 nicht übernommen werden. Sonst ist das Upgrade aber kostenlos.

Die Kampagne ist unterteilt in mehrere Events, die über eine Baumstruktur miteinander verbunden sind. Neue Rennen schaltet ihr durch das Sammeln von bis zu drei Stempeln für gute Platzierungen oder schnelle Zeiten frei. Zusätzlich könnt ihr pro Rennen bis zu drei Bonusaufgaben erledigen. So sollt ihr beispielsweise durch Sprünge 25 Sekunden in der Luft verbringen (das passiert meist von ganz alleine), zweimal während eines Drifts überholen oder die Spitzenposition für 120 Sekunden halten. Wenn euch bestimmte Aufgaben nicht liegen, ist das nicht dramatisch: Gegen Bezahlung mit der durch Rennen verdienten Credits könnt ihr die aktuelle Auswahl neu generieren lassen.

Alle Fahrzeuge lassen sich auch aus der Cockpitperspektive steuern und haben individuell gestaltete Interieurs. Nur Dreck scheint von den Scheiben magisch abzuperlen. Alle Fahrzeuge lassen sich auch aus der Cockpitperspektive steuern und haben individuell gestaltete Interieurs. Nur Dreck scheint von den Scheiben magisch abzuperlen.

Aufs Siegertreppchen wollt ihr natürlich trotzdem, denn je nach ausgewähltem Sponsorenvertrag erhaltet ihr dafür ebenfalls unterschiedlich viel Geld. Dieses benötigt ihr zum Freischalten neuer Fahrzeuge. Ein passendes, nicht immer ganz ideales Fahrzeug steht euch pro Rennkategorie bereits frei in der Garage zur Verfügung. Auf Wunsch könnt ihr aber aus insgesamt 60 lizenzierten Originalautos von Aston Martin bis Porsche euer Lieblingsmodell erwerben. Trotz des starken Arcadecharakters bieten alle Fahrzeuge eine detaillierte Cockpitansicht und steuern sich je nach Antriebsart und Gewicht spürbar unterschiedlich.

Vom Winde verweht

Klares Highlight von Dirt 5 ist das dynamische Wetter in den abwechslungsreichen Regionen und wie es sich auf die Stimmung des Rennens auswirkt. Mal erlebt ihr einen aufziehenden Sandsturm, während ihr mit Ultraleicht-Off-Roadern durch die Dünen von Marokko pflügt, oder werdet von der tiefstehenden Sonne in Italien geblendet, die durch ein altes Aquädukt scheint.

Kurz darauf schlägt das Wetter um, und ein Regenschauer mit einschlagenden Blitzen erhellt die Nacht und macht die Strecke deutlich rutschiger. Auch anwachsende Schneemassen in Norwegen und aalglatte Schlitterpartien auf dem zugefrorenen East River in New York wirken sich spürbar auf das Fahrverhalten aus. Trotz des Arcadeschwerpunkts sind hier die Simulationseinflüsse der Vorgängerspiele klar zu erkennen.

Technik-Check: In der von uns getesteten Vorabversion auf der Xbox One X gab es zu Beginn eines Rennens mit vielen Fahrzeugen gleichzeitig ein paar kleinere Framerate-Einbrüche, die mit fortlaufenden Patches zwar besser, aber vor Release noch nicht gänzlich aus der Welt waren. Im Performance-Modus mit 60 Hz läuft das Spiel zwar flüssiger als im "Bildqualität bevorzugen"-Modus mit 30 Hz, aber in beiden Varianten wird das Bild von sichtbarem Screen-Tearing geplagt.

Viel Gerede um Nichts

Dirt 5 hat keinen Storymodus, sondern konzentriert sich komplett auf seine Renn-Action und reiht ohne große Umschweife ein Rennen an das Nächste. Als Auflockerung zwischen den Rennen könnt ihr jedoch (bzw. müsst es unfreiwillig) einer fiktiven Podcast-Show lauschen. In der englischen Version wurden dafür die sehr bekannten Stimmen von Troy Baker und Nolan North (besser bekannt als Joel Miller und Nathan Drake) engagiert, aber selbst diese beiden Profis können das sinnbefreite und komplett unlustige Gerede nicht wirklich retten.

Im mitgelieferten Editor lassen sich eigene Strecken bauen. Wer weniger kreativ ist, lädt sich die besten Kreationen der Community runter. Im mitgelieferten Editor lassen sich eigene Strecken bauen. Wer weniger kreativ ist, lädt sich die besten Kreationen der Community runter.

Auf Deutsch geben sich die Synchronsprecher redlich Mühe, die Lockerheit des Originals nachzuahmen, aber scheitern kläglich. Gut, dass Rennspiele nicht von ihrer Geschichte leben und ihr kaum Zeit außerhalb der Rennen in den Menüs verbringen werdet.

Infos zum Multiplayer: Mehrspieler-Fans freuen sich neben den normalen Rennen über zwei spezielle Party-Modi, die Online zusätzlich zu den klassischen Wettrennen zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es einen lokalen Splitscreen-Modus, bei dem bis zu vier Personen auf einer Konsole gegeneinander antreten.

Abwechslungsreiches Offroad-Spaßpaket

Dirt 5 bietet ein großes, spaßiges und gutaussehendes Gesamtpaket, das Rennspielfans einiges zu bieten hat. Die abwechslungsreiche Kampagne wird zusätzlich durch zwei wirklich witzige Multiplayer-Modi bereichert, und dank des inkludierten Editors ist durch Communitystrecken auch langfristig für Nachschub gesorgt. Abgerundet wir dies durch einen 4-Spieler-Splitscreen-Modus für lokale Rennveranstaltungen und einen gut zusammengestellten Soundtrack mit lizenzierten Songs. Rallye-Puristen bleiben bei Dirt 4 oder Dirt Rally 2.0 - allen Fun-Racern und Arcade-Fans können wir Dirt 5 dagegen nahezu uneingeschränkt empfehlen.

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