Tidus, Mega Man & Co: Unsere ersten Videospielfiguren, mit denen wir uns identifizieren konnten

Wir aus der GamePro-Redaktion verraten euch die Charaktere, mit denen wir uns zuerst so richtig identifizieren konnten.

von Redaktion GamePro,
31.07.2021 14:00 Uhr

Das sind unsere ersten Videospielcharaktere, mit denen wir uns identifizieren können. Das sind unsere ersten Videospielcharaktere, mit denen wir uns identifizieren können.

Videospiel-Held*innen sind nicht nur Spiel- sondern auch Identifikationsfiguren. In ihnen können wir uns selbst wiederfinden. Gleichzeitig geben sie ein Stück weit vor, wer wir in Zukunft einmal sein können. Aber mit welcher Videospielfigur konntet ihr euch als Erstes so richtig identifizieren? Schreibt es uns gerne in die Kommentare! Wir aus der GamePro-Redaktion machen den ersten Schritt.

Apropos: Mehr dazu, warum Repräsentation und Diversität in Games so wichtig ist, erfahrt ihr in unserem Special:

Die Psychologie hinter Repräsentation: Warum Diversität in Videospielen wichtig ist   227     13

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Die Psychologie hinter Repräsentation: Warum Diversität in Videospielen wichtig ist

Dennis erster und bis heute liebster Held ist Guybrush Threepwood

Guybrush war immer an Dennis' Seite. Guybrush war immer an Dennis' Seite.

Dennis Michel: Mein erster echter Videospiel-Held ist zugleich bis heute mein Liebster. Jap, Guybrush, du bist der Beste, das musste mal gesagt werden. Dass ich den Guten Anfang der 90er ins Herz schließen konnte, "Schuld" daran war mein Dad. Hätte er die Disketten von The Secret of Monkey Island mit dem einladenden, goldenen Schriftzug wieder fein säuberlich im Regal verstaut, wären Point 'n Click-Adventures vielleicht nicht zu einem meiner liebsten Genre mutiert.

Guybrush ist entgegen vieler starker, oft makelloser Held*innen einfach der unfreiwillig komische, schusselige Normalo, mit dem ich mich nur zu gut identifizieren konnte. Zudem hat er ein klares Ziel vor Augen, für das er zwar wahrlich nicht geschaffen ist, das er aber voller Leidenschaft verfolgt, niemals aufgibt und letzten Endes auch meistert. In dem Sinne: "Hey my name is Guybrush and I want to be a pirate". Das wollen wir doch alle, Guybrush, das wollen wir doch alle.

Linda fand in Emoboy Squall aus Final Fantasy 8 ihren Seelenverwandten

Immer noch das beste Final Fantasy-Meme. Immer noch das beste Final Fantasy-Meme.

Linda Sprenger: In den Neunzigern/frühen Zweitausendern gab es leider noch nicht so viele spannende weibliche Videospielheldinnen wie heute, mit denen ich mich hätte identifizieren können. Mein erster Charakter, in dem ich mich so richtig wiederfand, war deshalb ein Typ. Nämlich Squall aus Final Fantasy 8. Introvertiert, lange Haarsträhnen im Gesicht, bisschen grummelig aber im Herzen liebenswert. So ähnlich war ich früher ebenfalls drauf (und bin's vielleicht heute immer noch). Deshalb zählte Squall für mich sogar lange zu meinen liebsten Final Fantasy-Figuren, ich mein hey: Der Typ ist einfach cool oder nicht? Und cool wollte ich eben auch immer sein.

Für Eleen war Tidus der erste Charakter, mit dem sie sich identifizieren konnte

Tidus - der perfekte Charakter für Teenager. Tidus - der perfekte Charakter für Teenager.

Eleen Reinke: Mein erster Videospielheld, an den ich mich so wirklich erinnern kann, dürfte wohl Tidus aus Final Fantasy X gewesen sein. Das heißt natürlich nicht, dass FFX mein erstes Spiel war, aber ich hatte bis dato nur einen Game Boy Color gehabt - und Pokémon-Spiele sind nun wirklich nicht für ihre Charaktertiefe bekannt. Umso mehr hat mich damals die Story von FFX begeistert. Mein erstes richtiges Rollenspiel voller Charaktere, die nicht nur kleine Sprites waren, sondern echte Emotionen zeigen konnten! Allen voran Tidus, der Blitzball-Spieler mit dem sonnigen Gemüt und manchmal etwas naiver Dümmlichkeit.

Während der arme Tidus mir mit seiner endlosen Energie heute fast schon zu anstrengend ist, war er in meiner Teeniezeit genau der richtige Charakter für mich. Neugierig, sanftmütig (was besonders für männliche Charaktere für mich damals ungewöhnlich war) und gleichzeitig komplett verloren in einer Welt, die er nicht so richtig versteht. Kein Wunder, dass er mir ans Herz gewachsen ist.

Tobi himmelte als kleiner Junge Mega Man auf dem GameBoy an

Tobi ist heute natürlich immer noch ein Mega Man. Tobi ist heute natürlich immer noch ein Mega Man.

Tobias Veltin: Ui mein erster Videospiel-Held...diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, weil mich in meiner Erinnerung viele Figuren schon recht früh beeindruckt haben. Mario etwa oder Samus Aran, als mit Nintendo-Konsolen aufgewachsener waren es hauptsächlich die Nintendo-Charaktere. Einer hinterließ aber besonders nachhaltig Eindruck.

Denn als ich meinen GameBoy geschenkt bekam und dazu direkt auch ein Mega Man-Spiel aus der Packung ziehen durfte, war es um mich geschehen. Der kleine Junge mit seiner Armkanone ballerte sich durch ein spannendes Abenteuer und ich war hin und weg. Dabei kann ich heute gar nicht mal mehr genau sagen, warum, vermutlich projizierte ich mich ein Stückweit in Mega Man hinein, lebte durch ihn eine eigene Fantasie. Ein kleiner Junge, der ein actiongeladenes Abenteuer besteht. Heute zählt Mega Man zwar nicht mehr zu meinen Lieblings-Held*innen, aber ich denke trotzdem noch gerne an die Gameboy-Zeit zurück.

Annika und Töff-Töff waren gemeinsam Tierretter

Töff-Töff ist ein tierliebes Auto. Damit meinen wir keine automatische Bremsfunktion für Wanderfrösche auf der Straße, sondern dieses hilfsbereite lila Kerlchen. Töff-Töff ist ein tierliebes Auto. Damit meinen wir keine automatische Bremsfunktion für Wanderfrösche auf der Straße, sondern dieses hilfsbereite lila Kerlchen.

Annika Bavendiek: Anfangs kamen mir eher Charaktere wie Rot aus Pokémon Rot/Blau oder Donatello aus Teenager Mutant Ninja Turtles in den Sinn. Ich meine, wer will denn bitte nicht Pokémon-Trainer sein oder so cool Kämpfen und ständig Pizza essen können wie die Turtles? Nachdem ich aber etwas weiter in meiner Vergangenheit gekramt habe, kam mir ein anderer Charakter in den Sinn, mit dem ich bereits im Alter von fünf Jahren vieles gemeinsam hatte: Töff-Töff, oder auf Putt-Putt im Englischen.

Das klingt etwas komisch, aber Töff-Töff ist halt ein lebendiges Auto, mit dem kleine Kinder wie ich damals in erste PC-Adventures eintauchen konnten. Ich bin zwar nicht Lila und habe auch keine vier Reifen, aber ich konnte mich damals sofort mit Töff-Töffs freundlicher Art, Hilfsbereitschaft und vor allem der Tierliebe identifizieren. Nicht umsonst haben wir stundenlang zusammen den Löwen, Pinguinen und anderen Tieren geholfen, um den Zoo zu retten. Damals war das das Nonplusultra für mich.

Dieser Artikel ist Teil unserer Held*innen-Themenwoche. Alle Artikel dazu findet ihr in unserer Übersicht.

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