Forscher züchten Hirnzellen auf einem Chip und werden gefragt "Können sie Doom spielen?" – Jetzt zockt das Mini-Gehirn Doom

Crysis geht zwar nicht, aber Doom schon: Ein neuronales Netzwerk aus menschlichen Nervenzellen zockt Doom.

Ja, selbst diese künstlichen Nervenzellen können Doom spielen! (Bild: Cortical Labs youtube.comwatch?v=yRV8fSw6HaE) Ja, selbst diese künstlichen Nervenzellen können Doom spielen! (Bild: Cortical Labs youtube.com/watch?v=yRV8fSw6HaE)

Das Gesetz des Internets will es so, dass auf sämtlichen Geräten Doom installiert werden muss – vom Schwangerschaftstest über den Taschenrechner bis hin zum Kühlschrank oder einer Kartoffel. Davon ist ein künstliches Mini-Gehirn aus menschlichen Nervenzellen natürlich nicht ausgeschlossen. Ja, das kann Doom spielen!

Kann es Doom spielen? Ja, wenn auch nicht besonders gut

Das australische Tech-Startup Cortical Labs hat schon 2022 Schlagzeilen damit gemacht, menschliche Nervenzellen zu einem sehr kleinen, künstlichen Mini-Hirn auf einem Chip gezüchtet zu haben. Insbesondere, dass dieses Netzwerk dann Pong gespielt hat, sorgte für Begeisterung und Aufmerksamkeit.

Video starten 0:42 Kein Scherz: Doom ist demnächst auf einem Rasenmäher spielbar

Selbstverständlich gab es darauf unzählige Reaktionen, die sich einzig und allein darum gedreht haben, dass Pong ja schön und gut ist, aber die echte Frage natürlich lauten muss, ob dieses Mini-Hirn auch Doom spielen kann. Es hat ein bisschen gedauert, aber jetzt lautet die Antwort darauf: Ja. Zumindest einigermaßen.

Zunächst musste das Spiel selbst so übersetzt werden, dass die Nervenzellen auf dem Chip überhaupt etwas damit anfangen können. Was offenbar gelungen ist: Das Schnittstellen-Problem soll keins mehr sein und das "Hirn" wird mit elektrischen Impulsen konfrontiert, die eben Doom darstellen sollen.

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Die Nervenzellen reagieren ihrerseits ebenfalls mit solchen Impulsen, um das Spiel zu steuern. Allerdings stellen sie sich dabei noch ziemlich unbedarft an. Einer der Forschenden formuliert es so: Dieses zusammengeschusterte Mini-Hirn spielt so Doom, als hätte es vorher noch nie einen Computer gesehen.

Das Gute daran ist, dass die Nervenzellen mittlerweile verhältnismäßig schnell dazulernen. Was bei Pong noch anderthalb Jahre gedauert hat (überhaupt "spielen" zu können), soll bei Doom Jahre später jetzt innerhalb von nur wenigen Tagen gelungen sein.

Das große Problem daran bleibt aber das fehlende Langzeitgedächtnis. So richtig große Fortschritte beim Doom spielen sind von diesen künstlichen, menschlichen Nervenzellen aus der Petrischale also nicht zu erwarten. Bis der erste künstliche eSportler aus der Taufe gehoben werden kann, dürfte es also noch ein paar Jährchen dauern.

Die Reaktionen auf dieses Experiment fallen sehr unterschiedlich aus. Vielen Menschen bereitet die Vorstellung durchaus Unbehagen, dass dieses arme, künstliche Hirn buchstäblich nichts anderes kennt als Doom. Stellt euch vor, eure gesamte Lebensrealität würde nur aus einem uralten, ultrabrutalen First Person-Shooter bestehen, der euch wortwörtlich durch die Hölle schickt.

Wie findet ihr es, dass es offenbar künstliche Mini-Hirne gibt, die den ganzen Tag nur Doom spielen?


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