Mit Gears of War: E-Day kehrt eine der namhaftesten Action-Reihen nach über siebenjähriger Pause auf die Xbox-Konsolen und den PC zurück. Statt eines klassischen Nachfolgers liefert der Microsoft-eigene Entwickler The Coalition mit E-Day ein Prequel ab, das 14 Jahre vor den Ereignissen des ersten Teils spielt und dabei auf die bewährten Stärken der Serie setzt.
Ich habe die Kampagne von E-Day in den letzten Tagen in gut 15 Stunden durchgespielt und bin grundsätzlich ziemlich begeistert. E-Day ist nämlich ein ganz famoses Action-Spiel geworden, das aber auch noch ein bisschen Nachholbedarf hat.
Test noch ohne Wertung
Bislang konnte ich ausschließlich die Kampagne von Gears of War: E-Day spielen. Zugang zum Versus-Multiplayer und dem Horde-Koop hatte ich bislang noch nicht. Dementsprechend gibt es lediglich eine Wertungstendenz und noch keine finale Wertung. Sobald ich den Multiplayer-Teil gespielt habe, werde ich diese nachliefern, vermutlich im Laufe der kommenden Woche.
Die Story: Der Anfang vom Ende des Planeten Sera
Storytechnisch geht E-Day wie schon erwähnt zurück zu den Wurzeln und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wir erleben hier den wohl entscheidendsten Tag des Gears-Universums mit, den namensgebenden Emergence Day. An diesem Tag graben sich brutale Untergrundwesen – im Spiel Locust genannt – aus dem Boden, fallen über die Bevölkerung des Planeten Sera her und machen alles dem Erdboden gleich.
Mittendrin sind die beiden Gears-Haudegen Marcus Fenix und Dominic Santiago, die beim Bierchen in der Kneipe vom Locust-Angriff überrascht werden. Sie schließen sich kurzerhand mit den beiden neuen Charakteren Lucas Reyes und Mags Carter zusammen, um als Bravo Squad den einfallenden Horden unter der Führung von Oberfiesling Vraahk in den Hintern zu treten.
Die in fünf Akte und mehrere Kapitel eingeteilte Kampagne von E-Day spielt sich hauptsächlich in und rund um die Stadt Kalona ab, die nach und nach von den Locust überrannt und zerstört wird. Fenix und sein Team unterstützen dabei die lokalen Kräfte rund um den überheblichen Colonel Trench und werden dafür immer wieder an andere Orte geschickt, um zu helfen. Klar wird aber irgendwann auch: Den Untergang der Stadt können sie nur hinauszögern, nicht verhindern.
Dementsprechend vorhersehbar fällt dann auch die Storyline von E-Day aus – wirkliche Überraschungen oder Wendungen gibt es bis zum Finale jedenfalls nicht.
Dafür gibt es aber wie schon in den meisten bisherigen Serienteilen ein paar überraschend ruhige und fast schon sentimentale Momente, die zumindest mir eine ziemliche Gänsehaut beschert haben. Verlust und Verzweiflung angesichts der schieren Locust-Übermacht sind wiederkehrende Motive in der Geschichte und durch gewisse Ereignisse in der Story werden Marcus und Dom auch als Brüder im Geiste immer enger zusammengeschweißt.
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Test-Video zu Gears of War: E-Day
Gute Gears-Ergänzungen und ein echter Bösewicht
Die neuen Figuren Lucas und Mags fügen sich auch gut in das Bravo-Squad ein, wobei Mags aufgrund ihrer Vita der etwas interessantere und ungewöhnlichere Charakter ist.
Die ehemalige Gears-Soldatin und durch die Arbeit in einer Raffinerie spürbar gezeichnete Frau greift am E-Day gezwungenermaßen wieder zur Waffe. Und hilft Marcus später dabei, sich als Leader zu etablieren, zu dem die anderen Squad-Mitglieder aufsehen.
Vieles wird allerdings nur angerissen und kratzt an der Oberfläche, tiefgreifende Charakterstudien oder Entwicklungen dürft ihr bei den stoischen und knurrigen Soldaten nicht erwarten. Für das, was sie ist, funktioniert die Story von E-Day aber in jedem Fall solide und hat mit Vraahk zudem einen der coolsten und verachtenswertesten Bösewichte der bisherigen Seriengeschichte zu bieten.
Darüber hinaus wird das Ganze auch in ziemlich schicken Zwischensequenzen sehr ansprechend präsentiert und natürlich lebt auch dieses Gears wieder von den knackigen Kommentaten ("Nice!") und Flüchen seiner Hauptcharaktere. Für alteingessene Fans gibt es außerdem ein paar schöne Lore-Szenen wie etwa die Geburtsstunde des Kettensägen-Lancers, der wohl berühmtesten Waffe der Serie.
Muss ich die bisherigen Gears-Titel gespielt haben, um E-Day zu verstehen?
Da Gears of War: E-Day ein Prequel ist, spielen spätere Ereignisse in der Serie logischerweise noch keine Rolle. Vorkenntnisse sind dementsprechend nicht notwendig, auch Einsteiger*innen sollten den Plot und das Universum also gut verstehen können.
Das Gameplay: Gears bleibt Gears, wie es schießt und kracht
Spielerisch hat Entwickler The Coalition die bewährte Gears-Formel wenig überraschend nahezu unangetastet gelassen, und das ist auch gut so. Denn auch E-Day flutscht als Duck-and-Cover-Shooter so gut wie kaum ein anderes Spiel dieses Genres, was die Kämpfe einmal mehr zu einem absoluten Highlight macht.
Bei den Schießereien mit den Locust ist Deckung suchen schon auf dem zweiten der insgesamt vier Schwierigkeitsgrade tatsächlich das oberste Gebot, wenn man nicht schon nach wenigen Sekunden niedergeschossen werden will.
Dass die Gefechte mit den Locust so viel Spaß machen, liegt vor allem an zwei Faktoren: Zum einen wäre da das Gunplay. Selten war es so befriedigend, virtuelle Waffen abzufeuern wie in Gears of War: E-Day. Alle Knarren fühlen sich ausnahmslos wuchtig an und haben einen nachvollziehbaren Rückstoß, außerdem gibt es bei entsprechenden Treffern sehr genugtuende Sound-Effekte wie etwa bei den krachend-schmatzigen Kopfschüssen. Und ja, auch E-Day ist in seiner Gewaltdarstellung wieder sehr explizit.
Zu bereits bekannten Wummen wie dem Lancer-Sturmgewehr oder der Longshot-Scharfschützenknarre gesellen sich jetzt unter anderem ein neuer Granatwerfer, eine ätzende, Imulsion verschießende Schrotflinte und die Fernkampfwaffe Breechshot. Alle Knarren fügen sich prima ins Arsenal ein und vor allem die Breechshot hat sich mit ihrer Vielseitigkeit auf mittlere und lange Distanzen direkt in mein Herz gespielt.
Auf der zweiten Seite erfahrt ihr den zweiten Grund für die hohe Qualität der Kämpfe in E-Day, was mir nicht so gut gefallen hat und wie die Technik des Xbox-Actionspiels ist.
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