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Seite 2: Ghost of Tsushima im Test - Das Samurai-Spiel, das wir immer wollten

Packende Samurai-Kämpfe oder unehrenhafte Schleicherei

Jin konfrontiert die mongolischen Eindringlinge entweder frontal und aufrichtig im Stile eines Samurai mit seinem Katana oder unehrenhaft schleichend aus dem Hinterhalt als Geist von Tsushima, wie ihn die Einheimischen nennen. Die meiste Zeit überlässt uns das Spiel, welche Herangehensweise wir bevorzugen, ab und an wird es uns allerdings bezogen auf die Handlung vorgegeben.

Die Schleicherei durch kleinere Dörfer und über die Zinnen größerer Festungen hinweg funktioniert mit ihren blutigen Stealth-Kills und Jins geplanten Ablenkungsmanövern wunderbar. Mit kleinen Glöckchen und Dynamit locken wir die Mongolen gezielt an für uns günstige Stellen, unter Hütten hindurch bringen wir Jin für den Angriff in Stellung und aus dem hohen Gras heraus landen wir tödliche Kopftreffer mit dem Bogen.

Nicht selten stürzen wir uns zu zweit oder mit einer kleinen Armee Verbündeten in den Kampf. Nicht selten stürzen wir uns zu zweit oder mit einer kleinen Armee Verbündeten in den Kampf.

Der Star des Kampfsystems ist jedoch der wuchtige Schwertkampf, der stark auf Reaktion und Aktion beruht. Ähnlich wie in Sekiro: Shadows Die Twice blocken und kontern wir Angriffe, weichen Spezialattacken der Gegner aus, nur um dann im richtigen Moment zum Gegenangriff auszuholen. Wer hier stumpf seine Gegenüber mit leichten und schweren Hieben attackiert, kommt nicht durch deren Deckung hindurch.

Anpassbare Herausforderung: In Ghost of Tsushima können wir jederzeit zwischen den drei Schwierigkeitsgraden einfach, mittel und schwer wechseln. Und keine Sorge, zwar ist das Spiel durchgehend fordernd, einer erbarmungslosen Erfahrung ähnlich eines Dark Souls oder Sekiro mussten wir uns nicht stellen. Wer viel erkundet, kann sich das Spiel zudem mit nützlichen Tools wie neuen Pfeilarten oder stärkeren Rüstungen erleichtern.

Jin nimmt getreu dem Kodex der Samurai als Hauptwaffe nur sein Katana in die Hand und nutzt für Schleichmanöver sein Wakizashi, eine Art Dolch. Dank verschiedener Kampfhaltungen, mehreren spaßigen Gadgets und vielen, durch den Einsatz von Erfahrungspunkten freischaltbaren Fähigkeiten, werden die Duelle aber nie langweilig.

Ein geworfenes Kunai bringt den Speerträger ins Taumeln, mit dem Langbogen befördern wir blitzschnell den heranstürmenden Mongolen ins Jenseits, und im letzten Moment weichen wir einer tödlichen Attacke aus, um brachial mit einem gelernten Konterangriff die Deckung des Angreifers zu durchstoßen. Das Schwert in die niedrige Haltung, um effektiver gegen den lauernden Schwertkämpfer zuzustechen, hoch das Katana, um den Schild des nächsten Schergen zu durchbrechen. Sind wir von zu vielen Feinden umgeben, was schnell tödlich endet, werfen wir eine Rauchbombe und verstecken uns im hohen Gras. Bei den Kämpfen fliegen schon mal Körperteile durch die Luft, Ghost of Tsushima trägt seine Erwachsenenfreigabe völlig zu Recht.

Zu Spielbeginn fliehen wir mit Yuna vor den Mongolen, schleichen uns über die Dächer und schalten Gegner still und leise aus. Zu Spielbeginn fliehen wir mit Yuna vor den Mongolen, schleichen uns über die Dächer und schalten Gegner still und leise aus.

Haben wir die Grundlagen des Kampfsystems erst verinnerlicht, geraten wir in einen unglaublich packenden und spaßigen Flow, auf den Reihen wie The Witcher oder Assassin's Creed nur neidisch blicken können. Sehr, sehr cool ist auch, dass wir viele Kämpfe und Schleichmanöver mit einer Nebenfigur wie zum Beispiel Yuna oder gar einer ganzen Truppe Aufständischer bestreiten. Das bietet nicht nur Abwechslung und einen Mehrwert für die Inszenierung, auch sind unsere Helfer exakt das, was ihr Name verspricht, sie sind hilfreich. Sie ziehen die Aufmerksamkeit der Feinde auf sich, schalten sie aus und geben uns mit ihrer Anwesenheit das Gefühl, diesen Krieg nicht alleine durchstehen zu müssen. Zu leicht wird das Spiel dadurch übrigens nicht, es wirkt vielmehr glaubhaft, dass ein einziger Samurai nicht eine ganze Garnison alleine ausschaltet.

Sinnvoll und motivierend: Durch gewonnene Erfahrung schalten wir im Verlauf des Abenteuers stetig neue Fähigkeiten für den letzten Samurai frei. Wichtig zu wissen: Über jedes Upgrade haben wir uns gefreut. Keine Verbesserung wirkt unnötig, im Gegenteil. Ein ausgegebener Fähigkeitenpunkt ist in Ghost of Tsushima gleichbedeutend mit mehr Spielspaß. So lernen wir unter anderem neue Techniken für unsere vier Schwerthaltungen: Schicken fortan die Mongolen mit einem kräftigen Tritt in den Staub oder durchbrechen die Deckung von Schildträgern mit einem mächtigen Hieb. Wahlweise verbessern wir unsere Schleichkünste, lernen besser zu blocken oder umhüllen unser Katana mit Feuer.

Für einige Fähigkeiten, und um Jin zu heilen, benötigen wir "Entschlossenheit". Diese wird in Form kleiner goldener Punkte während des Kampfs im sonst recht leeren und wahlweise abschaltbaren (cool!) HUD angezeigt. Sind die Punkte aufgebraucht, müssen wir erst Gegner töten, um sie wieder zu füllen. Eine sinnvolle Mechanik, die Jin aufgrund der begrenzten Möglichkeit zur Regeneration gleichzeitig nie zu übermächtig macht.

Im Verlauf der Reise schalten wir viele nützliche Fähigkeiten frei. Können so besser schleichen, besser mit dem Katana umgehen oder erlernen fiese Tricks, die wir gekonnt gegen die Feinde einsetzen. Im Verlauf der Reise schalten wir viele nützliche Fähigkeiten frei. Können so besser schleichen, besser mit dem Katana umgehen oder erlernen fiese Tricks, die wir gekonnt gegen die Feinde einsetzen.

Alles cool, aber… : Ganz ohne Kritik kommt das Kampfsystem aber nicht davon. Übeltäter ist die Kamera. Speziell zu Spielbeginn und ohne das Wissen, wie wir die Kämpfe am besten bestreiten, zeigt das Geschehen auf dem Bildschirm hin und wieder Dinge, die wir nicht sehen wollen. Da blicken wir in seltenen engen Arealen in die Wand oder bekämpfen Gegner, die sich im toten Winkel der Linse befinden. Erinnerungen an Ninja Gaiden auf der ersten Xbox werden wach.

Ein Lock-on-System hätte als Problemlöser für die teils störrische Kamera fungieren können. Auf dieses Feature haben die Entwickler nach eigener Aussage hingegen bewusst verzichtet. So wird zwar der zuvor erwähnte tolle Angriffs-Flow vom einen Schergen zum anderen aufrechterhalten, dass wir aber plötzlich den Mongolen im Visier haben, den wir eigentlich vorerst verschonen wollen, ist uns bis zum Abspann immer wieder passiert. Gerade wenn größere Gruppen Jin umzingeln, ist das Anvisieren knifflig.

Im Großen und Ganzen sind diese Abstriche jedoch bezogen auf das sonst so tolle Kampfsystem verschmerzbar. Mit der Zeit haben wir zudem gelernt, besser mit der Kamera umzugehen.

Sowohl während des Kampfs als auch während der Schleich-Passagen macht die Gegner-KI eine gute Figur. Gelangt Jin in ihr Blickfeld, gilt es recht schnell die nächste Deckung zu suchen. Wurden wir entdeckt, schlägt sie Alarm und stellt sich geschlossen dem Samurai entgegen. Entschließen wir uns zur Flucht, verfolgt sie den Geist allerdings nicht über die ganze Insel, sondern geht relativ schnell wieder zum Tagesgeschäft über. Das mag Fehler-verzeihend und nicht realistisch sein, gestört hat es uns aber nicht.

Technik-Check: Der letzte Feinschliff fehlt

Zunächst wollen wir festhalten, dass während unserer Spielzeit keine großen Probleme bezogen auf Bugs und permanente Einbrüche der Bildrate vorgefallen sind. Ghost of Tsushima befand sich in unserer Testphase nach zwei Patches in einem überaus guten Zustand, der euch kein Kopfzerbrechen bereiten sollte. Den technischen Feinschliff, den wir beispielsweise aus PS4-exklusiven Open-World-Spielen wie Horizon Zero Dawn oder God of War gewohnt sind, erreicht Sucker Punch aber nicht.

Während die Framerate auf der PS4 Pro vom Anfang bis zum Ende flüssig bleibt - per Anzeigemodus könnt ihr den Schwerpunkt entweder auf die Auflösung oder eine freie Bildrate legen - kam es auf der deutlich leistungsschwächeren Standardkonsole im allerletzten Spielabschnitt zu Slowdowns. Auch optisch, bezogen auf niedriger aufgelöste Texturen, müssen PS4-Besitzer Abstriche im Vergleich zur Pro in Kauf nehmen. Da sieht der Boden bei naher Betrachtung leicht matschig aus, und weiter entfernte Objekte, wie Schiffe vor der Küste Tsushimas, wirken etwas verwaschen. Mit letzterem optischen Makel müssen Spieler aber auch auf der Pro rechnen.

Neben gelegentlichen Clipping-Fehlern - mal steht Jin mit dem Fuß im Dach, das Schwert blitzt durch den Umhang - mussten wir uns zu Spielbeginn mit der leicht hakeligen Kollisionsabfrage anfreunden. Wollen wir beispielsweise auf einem schmalen Bambussteg eine felsige Schlucht überqueren, ist der Übergang vom Stein auf den Pfad nicht immer flüssig. Ebenso wirkt es nicht rund, wenn wir auf einer kleinen Anhöhe stehen, zur Ebene darunter hüpfen wollen und der tapfere Krieger urplötzlich Höhenangst bekommt, den kleinen Hüpfer zunächst nicht wagt. Nach wenigen Stunden hatten wir uns zwar daran gewöhnt und konnten Jin gekonnt lenken, zu Spielbeginn fällt dieser Punkt allerdings verstärkt auf.

Nein, Ghost of Tsushima ist technisch nicht perfekt. Die Probleme sind jedoch überaus verschmerzbar und werden schon schnell von den Stärken des Spiels verdrängt. Dazu zählt auch dieser Ausblick. Nein, Ghost of Tsushima ist technisch nicht perfekt. Die Probleme sind jedoch überaus verschmerzbar und werden schon schnell von den Stärken des Spiels verdrängt. Dazu zählt auch dieser Ausblick.

Zuletzt wollen wir noch auf die (Gesichts-) Animationen eingehen. Diese sehen in den Cutscenes gut aus, das Niveau von The Last of Us 2 erreichen sie allerdings nicht. Auch Laufanimationen der Nebenfiguren wirken leicht staksig, und generell erreichen die unbekannten NPCs nicht die optische Qualität der Hauptfiguren. Das ist alles nicht weiter wild, soll nur an dieser Stelle Erwähnung finden.

Sucker Punch hat aus technischer Sicht und mit Blick auf die Hardware-Limitierung der PS4 einen guten bis sehr guten Job gemacht. Die kleinen Probleme sorgen zwar für einen etwas holprigen Start, im weiteren Verlauf des Action-Adventures bemerkt ihr sie abseits der Slowdowns gegen Ende nur noch als kaum störende Randnotiz.Vielmehr drängen sich die fantastische Spielwelt, die spannenden Charaktere, die unglaublich intensive Samurai-Ästethik und das packende Kampfsystem in den Vordergrund und machen aus Ghost of Tsushima das letzte exklusive Highlight der PlayStation 4.

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