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Ghost of Tsushima im Test - Das Samurai-Spiel, das wir immer wollten

Mit dem Action-Adventure Ghost of Tsushima beendet Entwickler Sucker Punch die erfolgreiche Ära der exklusiven PS4-Blockbuster – und das mit hervorragender Samurai-Action und insgesamt ganz großer Klasse.

von Dennis Michel,
14.07.2020 16:00 Uhr

Ghost of Tsushima im großen GamePro-Test Ghost of Tsushima im großen GamePro-Test

War Entwickler Sucker Punch zuvor mit lässigen Sprüchen und roten Wollmützen auf Superheldenpfaden unterwegs, geht es im Third-Person-Action-Adventure Ghost of Tsushima in eine thematisch völlig andere Richtung. Das finale PS4-Exclusive schickt uns im 13. Jahrhundert auf die namensgebende japanische Insel Tsushima und nimmt historische Ereignisse als Grundlage für eine fiktive Samurai-Geschichte.

Beim Start des fernöstlichen Abenteuers hatten wir allerdings nicht nur mit Held Jin Sakai gegen die Mongolen, sondern auch mit leichten technischen Macken zu kämpfen. Doch was recht holprig begann, entpuppte sich schnell als fantastische feudale Reise durch eine wunderschöne Open World, die uns samt ihren spannenden Charakteren voll in ihren Bann zog.

Hier könnt ihr direkt zu den einzelnen Punkten springen:

Warnung: Verstörende Inhalte - Ghost of Tsushima behandelt in einigen Nebenmissionen Themen wie Suizid, Vergewaltigung und Pädophilie - ohne sie aber breit auszuwalzen oder zu verherrlichen. Wer darauf verstört reagieren könnte, sollte sich den Kauf des Spiels besser genau überlegen.

Von bösen Mongolen und tapferen Kriegern

Die Rahmenhandlung von Ghost of Tsushima ist schnell erzählt: Bei einem Großangriff der Mongolen auf das vor der Küste Japans liegende Eiland wurden die zahlenmäßig weit unterlegenen Samurai in einer grausamen Schlacht nahezu vollständig ausgelöscht. Lediglich Held Jin und sein Onkel überleben. Letzterer wurde jedoch von den Mongolen gefangen genommen.

In den kommenden 25 bis 30 Stunden, die wir allein für die Hauptgeschichte gebraucht haben, lag es nun am einzig freien Samurai Tsushimas, zum einen die Ehre seines gefallenen Clans zu retten und zum anderen seine Heimat mit Hilfe neuer Weggefährten von den mongolischen Streitkräften zu befreien.

Ghost of Tsushima - Testvideo zur Open World Samurai-Action 12:18 Ghost of Tsushima - Testvideo zur Open World Samurai-Action

Entwickler Sucker Punch präsentiert hier ein altbekanntes Schwarzweißgefüge: Die rein bösen Mongolen samt ihrem grausamen Usurpator auf der einen Seite, der gute Held mit seinen Verbündeten auf der anderen. Facetten suchen wir in dieser Darstellung vergebens, was nicht nur schade ist, sondern unsere Gegenspieler somit auch sehr flach wirken lässt.

Anstatt Fieslingen, die durch ihre Vielschichtigkeit in Erinnerung bleiben, bekommen wir einen vergessenswerten Feind, der keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Das in Kombination mit dem recht linearen und klischeebeladenen Plot hätte leicht der große Schwachpunkt von Ghost of Tsushima sein können, wenn da nicht die fantastischen (Neben-)Charaktere gewesen wären. Sie machen den Weg zur Befreiung der Insel zu einem wahren Erlebnis, das uns noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Lohnende Nebenpfade: Das liegt zum einen an Jin selbst, dem wir beispielsweise in Rückblenden in seine Kindheit tief in die Samurai-Seele blicken. Jin ist innerlich zerrissen. Auf der einen Seite will er den loyalen und ehrenhaften Bushido-Kodex seines Clans vertreten, seinen Feinden im Kampf voller Würde in die Augen blicken, auf der anderen Seite muss er notgedrungen zu Mitteln greifen, die eines stolzen Kriegers nicht würdig sind. Heimliche Tötungen sind im Bushido ein Tabu. Dadurch wirkt Tsushimas Held greifbar, wir fühlen mit, wollen sein Dilemma weiter verfolgen.

Auch Kriegerin Masako, die Jin auf seiner Reise hilft, werden wir so schnell nicht vergessen, so sehr hat uns ihre Geschichte gepackt. Auch Kriegerin Masako, die Jin auf seiner Reise hilft, werden wir so schnell nicht vergessen, so sehr hat uns ihre Geschichte gepackt.

Doch auch seine Helfer haben wir schnell in unser Herz geschlossen. Über sie erfahren wir mehr in den zahlreichen, größtenteils interessanten Nebenmissionen, in denen wir Stück für Stück eine Beziehung zu ihnen aufbauen. So wurde im Verlauf der Handlung beispielsweise aus Jins Retterin Yuna - einer niederen Diebin, die den verletzten Samurai in den ersten Spielminuten vor dem Tod rettet - eine authentische und interessante Figur, deren Beweggründe wir durch ihre Erzählungen aus der Vergangenheit nachvollziehen können. Bei jedem Aufeinandertreffen war die Freude über das Wiedersehen groß, wollten wir stets wissen, wie ihre Geschichte auf der Insel weitererzählt wird.

Eine japanische Märchenstunde: Auch abseits der Hauptpfade und den charakterbezogenen Missionen bekommen wir durch mythische Geschichten (eine weitere Art von Nebenaufgaben) ein tolles Gefühl für die Folklore Japans im vormodernen Zeitalter. Hier erfahren wir beispielsweise von einem Musiker etwas über einen Fluch, der auf einem legendären Langbogen liegt, oder hören eine Sage über eine undurchdringliche Rüstung, die irgendwo auf der Insel versteckt sein soll. Dabei handelt es sich im Kern um Aufträge, in denen wir überaus nützliche Ausrüstung für unseren Samurai in bestimmten Regionen suchen und gelegentlich Gegner bekämpfen. Die drumherum gewobenen Geschichten und die Belohnungen - den Bogen und die Rüstung dürfen wir natürlich nach Abschluss der Mission anlegen - motivieren dabei ungemein.

Eine Spielwelt wie aus einem Guss

Doch gut ausgearbeitete Figuren und interessante Geschichten sind in einem Open-World-Spiel nur wenig wert, wenn uns die Spielwelt nicht anspricht oder wir an jeder Ecke von einer weiteren Nebenaufgabe im Stil eines Assassin's Creed (die man tatsächlich motivierend oder redundant finden kann) vom Wesentlichen abgelenkt werden.

Ghost of Tsushima macht in Sachen Spielwelt aber nahezu alles richtig. Das Action-Adventure mit seinen malerischen Sonnenuntergängen, den bunten Wiesen und dem wehenden Laub ist eines der schönsten Spiele dieser Konsolengeneration. Nicht selten haben wir uns dabei erwischt, wie wir minutenlang auf traumhaften Aussichtspunkten an der Küste oder einem Berg standen und dank des umfangreichen Fotomodus Bilder und kleine Clips aufgenommen haben. Untermalt wird die wunderschöne Optik von stimmigen asiatischen Klängen. An dieser Stelle sei auch die sehr gute, wahlweise deutsche, englische oder japanische Synchronisation erwähnt.

Dorf Die Insel Tsushima ist schlicht und ergreifend wunderschön.

Friedhof Mit dem Fotomodus könnt ihr fantastische Bilder der Spielwelt machen. Auch kleine Videos sind möglich.

Stimmung Ghost of Tsushima hat den GamePro-Award für eine hervorragende Atmosphäre redlich verdient.

Ghost of Tsushima erhebt übrigens trotz Bezug auf reale historische Ereignisse keinen Anspruch auf Realismus. Vielmehr erleben wir Samuraifilm-Ästhetik pur. Das merken wir an den sich theatralisch im Wind biegenden Grashalmen oder der stilsicheren und unglaublich atmosphärischen Inszenierung der Cutscenes.

Optionaler Schwarzweiß-Modus: Das komplette Spiel könnt ihr im sogenannten Kurosawa-Modus erleben. Hier wird die Optik nicht nur an Filmklassiker des namensgebenden japanischen Regisseurs, wie Die Sieben Samurai oder Yojimbo - Der Leibwächter, angepasst, auch die Tonspur erinnert mit ihrem etwas blechernen Klang an Streifen der 50er-Jahre. Eine fantastische Hommage, die ihr auch genießen könnt, wenn ihr keine Kenner von Samurai-Streifen seid.

Abzüge in der B-Note kassiert Ghost of Tsushima jedoch für recht abwechslungsarme Siedlungen und Forts. Die Orte wirken zwar durchaus homogen und passend zum Stil der damaligen Zeit, dennoch hätten wir uns einen höheren Wiedererkennungswert gewünscht. Während die Landschaften durch ihren Abwechslungsreichtum in Erinnerung bleiben, wirken die besiedelten Gebiete zu gleichförmig. Hier ähnelt oft ein Haus dem anderen und keines will hervorstechen.

Das Spiel mit dem Wind: Eine plumpe Wegfindung mit sichtbaren Linien, eine stets sichtbare Minimap oder gar einen Kompass gibt es nicht. Vielmehr wischen wir kurz auf dem Touchpad nach oben, und sichtbare Windböen, wogende Wiesen oder sich im Wind biegende Büsche weisen uns den Weg zum Ziel. Das ist nicht nur eine sehr coole Idee, die perfekt zur Ästhetik des Spiels passt, sondern funktioniert nach einer kleinen Phase der Eingewöhnung erstaunlich gut.

Der Wind führt uns zum Ziel. Zu Fuß oder mit dem Pferd folgen wir wogenden Wiesen und sich biegenden Büschen. Der Wind führt uns zum Ziel. Zu Fuß oder mit dem Pferd folgen wir wogenden Wiesen und sich biegenden Büschen.

Das richtige Maß: Die Spielwelt ist in drei große, aber dennoch überschaubare Inselabschnitte unterteilt, die wir im Verlauf der Geschichte freischalten. Dabei schafft es Sucker Punch, die Welt mit ausreichend Beschäftigungen in Form von Missionen und Nebenaktivitäten zu füllen, ohne uns aber mit überflüssigen Fillern von der Hauptstory abzuhalten oder Orte zu präsentieren, die wir minutenlang ohne spielerischen Mehrwert durchwandern. Deshalb fühlt sich Jins Reise sinnvoll kompakt und nicht künstlich aufgebläht an.

Selbst sammelbare Crafting-Items wie Bambusrohre, Blumen oder Hölzer wirken nicht aufdringlich und können sogar vom Pferd aus in Windeseile eingesammelt werden. Zudem hat uns die damit verbundene Herstellung neuer Rüstungen, Waffen und Gadgets bei in größeren Orten zu findenden Händlern stets motiviert. Zum einen, weil die kosmetischen Anpassungen sehr divers und detailliert sind und zum anderen, weil sie effektiv das Kampfsystem verbessern.

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