Hitman Historie - Wie Agent 47 zum Auftragskiller wurde

Zum Reveal von Hitman 2 blicken wir auf Agent 47s bewegte Vergangenheit zurück: Wo kommt er her? Was machte ihn zum Auftragskiller? Und warum hat er keine Haare?

von Ann-Kathrin Kuhls,
14.06.2018 11:30 Uhr

Agent 47 ist einer der besten Auftragskiller der Welt. Wie kam es dazu?Agent 47 ist einer der besten Auftragskiller der Welt. Wie kam es dazu?

In Hitman 2 ist Agent 47 auf der Suche nach dem Shadow Client, der den Auftragskiller im letzten Teil dazu nutzen wollte, Mitglieder der einflussreichen Providence-Organisation zu eliminieren. Dazu nutzt er ein Netz an internationalen Kontakten, tödlichen Waffen und manchmal auch einen Fisch.

Zum Killer geboren - Hitman: Codename 47

Aber wie kam 47 in diese Position? Schließlich wacht niemand eines Tages auf, rasiert sich den Kopf, schmeißt sich in einen Anzug und wird Auftragsmörder. Zumindest kein normaler Mensch. 47 wird in dieser Hinsicht jedoch keine Wahl gelassen. Im ersten Hitman: Codename 47 von 2002 wird der Agent in einer Nervenheilanstalt festgehalten, und kann nur mit der Hilfe eines Ordners entfliehen.

Das Spiel überspringt ein Jahr, während dem er offensichtlich begonnen hat, für die ICA, die International Contract Agency zu arbeiten. Die Geheimorganisation nimmt Tötungsaufträge für Ziele überall auf der Welt an, und lässt sie von fähigen Agenten wie 47 ausführen.

Zusammen mit seiner Vorgesetzten Diana Burnwood eliminiert er 4 bedeutende Mitglieder der kriminellen Unterwelt in Hong Kong, Kolumbien, Budapest und Rotterdam. Während der letzten Mission findet Diana jedoch heraus, dass die vier Männer erstaunliche Gemeinsamkeiten haben: Alle haben sie zusammen in der französischen Fremdenlegion gedient, und alle haben sie mit einem Projekt zu tun gehabt, bei dem von einem experimentellen Menschen die Rede ist. Es stellt sich heraus, dass noch ein fünfter Mann Teil der Truppe war: Professor Ort-Meyer.

Hitman: Codename 47 erschien nur für den PC. Erst der zweite Teil schaffte es auch auf die Konsole. Hitman: Codename 47 erschien nur für den PC. Erst der zweite Teil schaffte es auch auf die Konsole.

Der ist auch der mysteriöse Auftraggeber, der alle vier Aufträge angeordnet hat. Ein fünfter Auftrag führt 47 zu dessen Assistenten, Odon Kovacs, der in einem kleinen Sanatorium in Rumänien arbeitet. Wie sich herausstellt, handelt es sich hier um genau die gleiche Anstalt, aus der 47 vor über einem Jahr geflohen ist. Und 47 erfährt noch viel mehr: Ort-Meyer, sein Assistent Kovac und die bereits verstorbenen Ziele waren Teil eines wissenschaftlichen Experiments, den perfekten Menschen zu erschaffen.

In einem Klonversuch kombinierten die fünf Männer ihr genetisches Material und erschufen so 47. Es war auch Ort-Meyer, der die Flucht von 47 inszenierte, um herauszufinden wie 47 sich schlagen wurde. Am Ende wurde der Forscher jedoch gierig und wollte 47 für sich selbst.

Als Ort-Meyers Versuch aufgedeckt wird, versucht er wiederum 47 zu eliminieren, und zwar mit der verbesserten Version des ursprünglichen Experiments: Die Klonserie 48 ist nicht nur unheimlich fähig, sondern gehorcht auch aufs Wort. 47 schafft es, eine ganze Mannschaft 48er zu besiegen und schleicht sich, verkleidet als 48, an Ort-Meyer heran und tötet seinen Schöpfer.

Warum hat Agent 47 keine Haare?
Dazu gibt es mehrere Theorien. Erstens könnte er seine Haare abrasieren, um keine DANN zu hinterlassen, was aber nur begrenzt Sinn macht, da er ja noch Augenbrauen hat. Zweitens könnte er als Kind im Labor die Haare abrasiert bekommen und die Angewohnheit beibehalten haben. Oder, und das ist am Wahrscheinlichsten, seine Glatze hat mit seiner Herkunft zu tun: Entweder war einer seiner Genspender glatzköpfig und er hat es übernommen, oder die Forscher haben ihm das Gen für Haarwuchs auf dem Kopf entfernt, damit er noch effektiver untertauchen kann. Was jetzt wirklich der Grund für die Glatze ist, haben die Entwickler leider nie verraten.

Nichts ist heilig - Hitman 2: Silent Assassin

Weil die Erlebnisse genug wären, um jedem Selbstbewusstsein einen ordentlichen Knacks zu geben, verschanzt sich 47 in Hitman 2: Silent Assassin von 2003 in einem sizilianischen Kloster, mit der ICA scheint er fertig zu sein. Allerdings währt die Ruhe nicht lang, denn sein Mentor, Vater Vittorio, wird von Unbekannten verschleppt. Auf der Suche nach ihm tut er sich wieder mit Diana und der ICA zusammen, die herausfinden, wer den Mönch entführt hat: Sergei Zarotko, einer der Brüder der Männer, die 47 im ersten Teil tötete.

Es gab schonmal ein Hitman 2. Das spielte allerdings ganz woanders als der Teil von 2018.Es gab schonmal ein Hitman 2. Das spielte allerdings ganz woanders als der Teil von 2018.

Zarotko wollte 47 nutzen, um seine Mitbewerber in einem Deal um einen nuklearen Sprengkopf auszuschalten. Aber nicht mit 47. Der infiltriert das Kloster, in dem sich Zarotko verschanzt hatte, tötet ihn und rettet seinen Mentor Vater Vittorio. Obwohl dieser ihn danach anfleht, der ICA den Rücken zu kehren, nimmt Agent 47 seine Arbeit wieder auf.

In Hitman: Blood Money (2006) ist er deswegen ein allseits bekannter und gefürchteter Auftragskiller geworden. Während für den Agenten alles super läuft, sieht es für die ICA nicht so rosig aus. Eine andere Agentur hat es auf die Geheimorganisation abgesehen und will 47 mit belastenden Beweisen aus dem Weg schaffen. Als nur noch er und Diana von der ICA übrig geblieben sind, macht sich der Agent auf die Suche nach den geheimnisvollen Kontrahenten.

Uns bleibt immer noch Paris - Hitman: Contracts

Hier klinkt sich das Geschehen von Hitman: Contracts ein, das sich nur mit einer der darauffolgenden Missionen in Paris beschäftigt. Dort findet er heraus, wer ihn jagt: Alpha Xerox, eine weitere Geheimorganisation, die sich die Klontechnik, die unseren glatzköpfigen Killer schuf, unter den Nagel reißen will.

In Hitman: Contracts hat es wieder einmal eine Geheimorganisation auf 47s Erbgut abgesehen.In Hitman: Contracts hat es wieder einmal eine Geheimorganisation auf 47s Erbgut abgesehen.

Zurück in Blood Money will Alpha Xerox den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika töten, um eine Bloßstellung zu vermeiden. Agent 47 verhindert das und heckt zusammen mit Diana einen Plan aus, um seinen eigenen Tod vorzutäuschen und bei seiner eigenen Beerdigung an alle Beteiligten der Verschwörung heranzukommen und sie, wer hätte es gedacht, allesamt zu töten. Offiziell tot, arbeitet er danach weiterhin für Diana und die ICA.

2012, in Hitman: Absolution bekommt die Arbeitsbeziehung zwischen Agent 47 und Diana einen harten Knacks, als letztere scheinbar die ICA betrügt und die gesamte Organisation der Öffentlichkeit preisgibt. Mitten in einer Mission wird Diana deswegen von Operatoren der ICA überrascht und ist gezwungen, ihren Schützling 47 in feindlichem Gebiet zurückzulassen, was ihn fast das Leben kostet.

Geld oder Gewissen? Hitman: Absolution

Daraufhin hat der keine Lust mehr, seinen Kopf für die ICA hinzuhalten und taucht unter. Doch die Organisation findet ihn und trägt ihm auf, Diana eigenhändig umzubringen. Der Killer nimmt den Auftrag an, entdeckt mittendrin jedoch, dass Diana einen Grund für ihre Flucht hatte: Victoria, ein Mädchen, dass wie unsere Hauptfigur ein Klon ist und die Diana um jeden Preis vor einem Auftragskillerleben schützen wollte.

Bunte Vogelkostüme gibt es nicht erst in Hitman 2. Auch Absolution hatte seine Verkleidungs-Highlights.Bunte Vogelkostüme gibt es nicht erst in Hitman 2. Auch Absolution hatte seine Verkleidungs-Highlights.

Nun steht der Mörder auf Bestellung vor dem gleichen Problem wie Jason Statham im ersten Transporter: Liefert er das Mädchen seinem Auftraggeber aus, der sie an den Höchstbietenden verschachern will, oder rettet er sie? Natürlich entscheidet er sich für letzteres und gerät dadurch selbst ins Visier seines Auftraggebers. In klassischer Hitman-Manier löst er das Problem, indem er den Oberbösewicht zusammen mit all seinen Helfershelfern umbringt. Wer selber tot ist, kann schließlich niemand anderen töten.

Hitman von 2016 beginnt interessanterweise zunächst mit einer Rückblende. Es zeigt, wie 47 für die ICA rekrutiert wurde, trotz starkem Protest des damaligen Trainings-Directors Erich Soders. Danach macht die Geschichte einen Zeitsprung zwanzig Jahre in die Zukunft, nach den Geschehnissen von Absolution. In Hitman bringen gebuchte Mordaufträge 47 in die unterschiedlichsten Gegenden: Auf eine Modenschau in Paris, in ein Landhaus in Sapienza, Italien, ein von Unruhen geplagtes Marrakesch in Marokko und ein Hotel in Bangkok.

Im Auftrag des Shadow Client - Hitman

An diesem Punkt dürfte der Agent ein starkes Déja Vu-Erlebnis haben, denn wieder einmal enthüllt Diana, dass ein und derselbe Kunde für alle vier Aufträge verantwortlich war: Der so genannte Shadow Client, der sich in Colorado aufhalten soll.

Agent 47 ist auch im Kimono tödlich.Agent 47 ist auch im Kimono tödlich.

Nachdem 47 auf dem Milizstützpunkt aufgeräumt hat, erfährt er, dass der Shadow Client ihn nutzen will, um eine Organisation namens Providence zu schwächen. Providence besteht aus Mitgliedern internationaler Eliten, die im Geheimen die Geschicke der Welt leiten. Und anscheind auch die ICA: Erich Soders ist nämlich ebenfalls Teil von Providence.

47 verfolgt ihn bis in eine Klinik auf Hokkaido und macht ihm und seiner Assistentin ein Ende. Providence lässt sich davon jedoch nicht abschrecken: In der letzten Cutscene sehen wir, wie ein Mitglied der Organisation mit der ICA verhandelt, um den Shadow Client ein- für allemal zu erledigen.

Das bringt uns zu Hitman 2. Dort ist Agent 47 immer noch auf der Suche nach dem Shadow Client und untreuen Providence-Mitgliedern. Dieses Mal sollen ihn seine Aufträge unter anderem nach Miami, eine Wüste und den Regenwald führen. Wie viele Geheimorganisationen wohl noch im Schatten lauern?


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