Metro 2039 sieht nicht nur unglaublich gut aus, sondern hat auch all meine Kritikpunkte an der Shooter-Reihe ausradiert

Dennis konnte Metro 2039 bereits zwei Stunden spielen und mit Entwickler 4A Games sprechen.

Dennis konnte Metro 2039 erstmals anspielen und ist begeistert. Dennis konnte Metro 2039 erstmals anspielen und ist begeistert.

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Wenn es um intensive Story-Shooter geht, hat die Metro-Reihe einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen – auch aufgrund der fantastischen Romanvorlage von Autor Dmitri Gluchowski, die die Postapokalypse förmlich greifbar macht.

Daher habe ich mich gleich doppelt gefreut, dass ich Metro 2039 in einer gut zweistündigen Demo nicht nur erstmals anspielen, sondern Entwickler 4A Games im Interview auch ein paar spannende Antworten entlocken konnte.

Und so viel vorab: Scheinbar haben sich 4A an Weihnachten in meine Wohnung geschlichen und meine Wunschliste geklaut. Denn sämtliche Kritikpunkte scheinen im jüngsten Ableger wie ausradiert.

Geschmeidiges Gunplay, aber ist das noch Metro?

Metro 2039 konzentriert sich im Vergleich zu Metro Exodus wieder auf die Ereignisse rund um die Moskauer Tunnelsysteme, lässt jedoch Held Artyom zurück. Vielmehr schlüpfen wir in die Rolle von Stranger.

Bevor ich auf seine sehr spezielle Rolle im Spiel eingehe, kommen wir zunächst zum Gunplay. Müsste ich nämlich eine Änderung nennen, die für mich über allen anderen thront, dann die weit geschmeidigeren Schießereien.

Video starten 2:01 Metro 2039 zeigt neues Gameplay während der ONL

Wie mir Executive Producer John Bloch im Gespräch verrät, ist Stranger ein Profi im Umgang mit Schusswaffen. Fühlten sich die Schießereien mit Artyom meist behäbig und passend zum weit unerfahreneren Charakter auch etwas ungelenk an, ballert es sich in Metro 2039 butterweich.

Aber keine Sorge. Metro wird dadurch kein Call of Duty, sondern ist weiter ein geerdeter Shooter.

Munition bleibt ein wertvolles Gut, ohne Atemmaske droht die atomare Verstrahlung und wilde Slides und hektisches Gespringe gibt es hier nicht. Dafür können wir uns jetzt taktisch um Ecken lehnen und jede Waffe mit zwei Munitionstypen versehen, die mal mehr, mal weniger gut gegen Monster und menschliche Gegner geeignet sind.

Motivierendes Stealth

Doch nicht nur das Gunplay wurde merklich verbessert. Wer mit wenig Munition in der Tasche den leisen Weg bevorzugt, kann auf Wurfmesser und schallgedämpfte Waffen zurückgreifen. Ein Nachtsichtgerät sorgt zudem dafür, dass wir in den düsteren Tunneln die Übersicht nicht verlieren und uns einen kleinen Vorteil gegenüber den Feinden verschaffen können.

Nicht nur das Gunplay wurde deutlich verbessert, Stealth bockt jetzt ebenfalls mehr. Nicht nur das Gunplay wurde deutlich verbessert, Stealth bockt jetzt ebenfalls mehr.

Klingt ein wenig nach Splinter Cell? Laut 4A war jedoch James Bond das große Vorbild und so seltsam das klingen mag, mich als Stealth-Fan hat das gelegentliche Geschleiche sehr gefreut. Zumal mit der gegnerischen KI ein weiterer Kritikpunkt der Metro-Reihe scheinbar angepackt wurde.

Monster tauchen im Rudel auf, flankieren und planen ihre Angriffe so, dass ich öfter zwischen der Schrotflinte und dem präziseren Luftdruck-Jagdgewehr im Kampf wechsle. Auch der Kampf gegen menschliche Feinde, die einen mit Handgranaten auf Trab halten, wirkte recht dynamisch.

Deutlich mehr zu erkunden

Weiter gehen die guten Neuigkeiten beim Pacing von Metro 2039. Das Spiel hat es zumindest in meiner Demo hervorragend geschafft, lineare und überaus klaustrophobische Horror-Abschnitte mit dem Erkunden eines größeren Außenareals zu verbinden.

Und gerade für Letztere gibt es ein paar neue Gameplay-Features, die das Erkunden von Moskau spaßiger gestalten sollen:

  • Eine UV-Lampe macht nicht nur lauernde Monster sichtbar, mit ihr werden auch an Wänden hinterlassene Hinweise aufgedeckt. Wollt ihr also eine Zahlenkombination für eine verschlossene Tür ausfindig machen, schaut euch besser genau um.
  • Mit Sprengladungen und einem Schneidbrenner lassen sich Abkürzungen freischalten und Räume mit wertvollem Loot öffnen.
  • Es gab an mehreren Ecken kleine Nebengeschichten zu entdecken, wie ein mittlerweile verlassenes Sniper-Nest, aus dem ich mir das wertvolle Scharfschützengewehr gemopst habe. Die Abschnitte werden dank Environmental Storytelling erzählerisch aufgewertet und wirkten keinesfalls beliebig.

Und laut John Bloch sollen die offeneren Abschnitte im finalen Spiel noch deutlich mehr Abwechslung bieten. Wer sich gerade sorgt, dass das ganze zu sehr in Richtung "Open World" samt Beschäftigungstherapie geht: 4A hat unterstrichen, dass sie das Tempo der Geschichte stets hochhalten wollen.

Bislang geht der Plan komplett auf!

Zum Umfang von Metro 2039: In Playtests war die benötigte Zeit für den Abschluss der Story einen Hauch höher als zuvor in Exodus. Rechnet also grob mit 20h.

Wie lange ihr in Moskau unterwegs seid, hängt auch davon ab, wie stark ihr das bildhübsche Spiel erkundet. Wie lange ihr in Moskau unterwegs seid, hängt auch davon ab, wie stark ihr das bildhübsche Spiel erkundet.

Was ein Augenschmaus!

Wenn wir zum Optischen kommen, sei ein kleiner Disclaimer vorne angestellt. Gespielt wurde nämlich via GeForce Now, genauer auf einer RTX 5080 in stabilen 60 fps. Also einem sehr potenten System.

Doch ich erzähle euch nichts Neues, wenn ich sage, dass Metro seit jeher zu den grafisch imposantesten Reihen gehört – auch auf Konsolen. Sei es die vor Leben nur so strotzende Metro-Station, in der meine Demo gestartet ist, die Gesichtsanimationen oder das detailliert umgesetzte zerstörte Moskau. Metro 2039 wird ein Grafikbrett!

Und ein Spiel, das dediziert auf allen Plattformen, also PS5, Xbox Series X/S und PC, entwickelt wird und wo ein performantes Spielerlebnis zum Release laut 4A oberste Priorität hat.

Solche Aussagen können zwar schnell in typische Phrasen von Entwicklern umschlagen, doch mit Blick auf das noch immer bildhübsche Metro Exodus bin ich zumindest guter Dinge, dass wir zum Release im Februar 2027 ein schickes und zudem flüssiges Spiel bekommen.

Ein sprechender Held!

Wo wir auch schon bei meinem letzten Kritikpunkt an der Metro-Reihe wären. Dass Artyom nur während der Ladebildschirme spricht, fand ich schon immer unpassend. Stranger redet jetzt aber auch in Dialogen munter drauflos. Ob später auch auf Deutsch, ist noch unklar, die englische Synchro ist jedoch ganz hervorragend.

Eine düstere Geschichte

Davon ab musste ich 4A natürlich auch fragen, was es mit dem mittlerweile weit düsteren Ton der Geschichte auf sich hat. Als realer Hintergrund: Nach Ausbruch des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Jahr 2022 wurde die Story komplett umgebaut.

Laut John Bloch wollte man sich darauf fokussieren, eine rein persönliche Geschichte über die Folgen des Krieges zu erzählen. Es geht um die düstere Vergangenheit, den Verlust und die Mission eines einzigen Mannes. Nicht mehr um die Metro und seine Überlebenden.

Video starten 24:32 Metro 2039 analysiert: Was der erste Trailer euch nicht verrät

Und obwohl aus meiner Demo die Story nahezu komplett rausgeschnitten wurde, wird sofort zu Beginn in einem Gespräch mit einem Stationsleiter eines deutlich:

In Metro 2039 spielt ihr keinen klassischen Helden. Ihr spielt eine Person, die wirklich alles dafür tut, um ihr Ziel zu erreichen.

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