Need for Speed Heat - Darum gefallen mir die Nacht-Rennen viel besser

In NfS Heat spielen wir sowohl bei Sonnenschein, als auch im Mondlicht. Die wechselnden Tageszeiten sind ein zentrales Element, das aber auch die Schwächen des Spiels zum Vorschein bringen kann.

von Maximilian Franke,
17.10.2019 18:00 Uhr

Need for Speed Heat erscheint am 8. November für PS4, Xbox One und PC. Need for Speed Heat erscheint am 8. November für PS4, Xbox One und PC.

Need for Speed Heat nähert sich wieder den beliebten Vorgängern Underground und Most Wanted an. Das zeigt sich beispielsweise am neuen "alten" Leistungstuning ohne Speedcards, den Cop-Verfolgungsjagden oder an den Tageszeiten. Die Entwickler von Ghost Games beschränken sich nicht nur darauf, uns bei Nacht und Neonlicht in die Metropole Palm City zu schicken. Auch am Tag erkunden wir die Open World und fahren Rennen gegen die Konkurrenz.

Während tagsüber offizielle Events ohne Gegenverkehr und Polizei auf dem Programm stehen, flüchten wir nachts vor der Polizei und müssen während eines Rennens auf normale PKWs aufpassen, die uns im Weg sind. Auch wenn der Wechsel zwischen beiden Tageszeiten grundsätzlich eine gute Idee ist, hat sich bei meinem Anspiel-Termin auch gezeigt, dass die Nacht-Sequenzen für mich persönlich deutlich die Nase vorn haben. Das hat vor allem zwei Gründe: Grafik und Abwechslung.

Bei Ghost Games zu Besuch:
Need for Speed Heat könnte endlich wieder richtig gut werden

Neon-helle Dunkelheit

Optisch erinnert Heat bei Nacht an Underground und Underground 2. Das liegt nicht nur am fehlenden Sonnenlicht, sondern auch an vielen Licht-Effekten an den Autos und der Umgebung. Die sehen cool aus, weil Neonlicht im Dunkeln eben schick aussieht, aber sie verdecken auch eine Problemzone von Heat.

Bei Nacht und Regen sieht NfS Heat mit Abstand am besten aus. Bei Nacht und Regen sieht NfS Heat mit Abstand am besten aus.

Was die Umgebungsdetails angeht, reißt das Rennspiel nämlich keine Bäume aus (anders als unsere Autos übrigens, denn vor denen ist keine Pflanze, keine Laterne und kaum eine Absperrung sicher). Die grellen Lichter und die reflektierenden Pfützen auf dem Boden lenken erfolgreich davon ab, dass die grafische Qualität des Spiels eher zweckmäßig ist. Sie werten die Optik des Spiels auf.

Bei Tag sieht das allerdings ganz anders aus. Mit Sturm und Regen kann sich Palm City auch im Hellen sehen lassen. Sobald die Sonne scheint, fallen viele der stimmigen Effekte aber logischerweise weg. Was bleibt ist eine deutlich eintönigere Spielwelt, an der ich mich schon nach wenigen Rennen satt gesehen hatte und wieder zur Nacht wechseln wollte.

Es soll wieder dunkel werden

Auch das Gameplay ist bei Heat unterm Mondschein abwechslungsreicher. Jedes Rennen wird allein dadurch spannender, dass es Gegenverkehr gibt. Außerdem stören die Cops auch während eines Events meine Jagd nach dem ersten Platz.

Am Tag sieht NfS Heat deutlich hässlicher aus, auch weil aufploppende Objekte und matschige Texturen viel besser sichtbar sind. Am Tag sieht NfS Heat deutlich hässlicher aus, auch weil aufploppende Objekte und matschige Texturen viel besser sichtbar sind.

Selbst wenn ich also die normalen Modi wie Sprint- oder Rundkursrennen fahre, ist auf den Straßen einfach mehr los. Sollte eine Verfolgungsjagd während eines Rennens beginnen, ist es mit der Überquerung der Ziellinie noch nicht vorbei. Ich muss direkt versuchen, die Polizei abzuschütteln. Am Tag fahre ich Rennen auf leeren und hässlichen Straßen. Das war es im Grunde auch.

Ironischerweise erzeugte das bei mir eher den Eindruck von fehlender Abwechslung, obwohl der Zeiten-Wechsel genau dem vorbeugen sollte.

Aber es muss sein

Ich mag Need for Speed vor allem durch Underground 2 und Carbon. Deswegen sind mir Nachtrennen schon allein aus nostalgischen Gründen lieber. Auch wenn der Wechsel grundsätzlich für Abwechslung sorgt, bin ich während des Anspielens mehrfach an einem Punkt angelangt, an dem ich lieber wieder zur Nacht übergegangen wäre. Ich kann frei entscheiden, wann ich wechseln will, aber es ist nicht immer sinnvoll.

Bei Events am Tag verdiene ich nämlich das meiste Geld, dass ich im Autohaus oder in der Tuning-Garage ausgeben kann. Nachts gibt es dagegen mehr Ansehen bei den Racer-Kollegen, was mir ein breiteres Händler-Angebot eröffnet. Wenn ich mir neue Teile oder Autos kaufen will, brauche ich Dollar. In regelmäßigen Abständen bleibt mir also nichts anderes übrig als zum Tag zu wechseln und dort Rennen abzuschließen.

Nostalgie: Bei Nacht werden Orte wie die Garage oder Tuning-Händler durch ihre farbigen Leuchten erkennbar - wie in Underground 2. Nostalgie: Bei Nacht werden Orte wie die Garage oder Tuning-Händler durch ihre farbigen Leuchten erkennbar - wie in Underground 2.

Need for Speed Heat hat mir beim Anspielen insgesamt gut gefallen und neben der Rückbesinnung auf Underground hat mir besonders das Leistungstuning viel Spaß gemacht. Der Zeit-Wechsel hat allerdings einen gemischten Eindruck hinterlassen.

Dass mir die Tag-Events weniger gefallen haben, ist natürlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Immerhin haben auch die etwas "realistischeren" NfS-Ableger wie Shift oder Pro Street ihre Fans. Wenn ihr euch dazu zählt, könnt ihr viel positiver an die Tag-Rennen herantreten. Hier nerven keine Polizei-Helikopter und ihr könnt euch komplett auf die Strecke und euer Auto konzentrieren.

Schade ist nur, dass die Tag-Events an sich weniger abwechslungsreich sind und die grafische Mittelmäßigkeit von Heat viel deutlicher zum Vorschein kommt. Wie weit ich mich im fertigen Spiel voll auf die Nacht konzentrieren kann, wird sich erst zum Release am 8. November zeigen.

Tag, Nacht oder beides? Welche Zeit ist euch bei NfS am liebsten?

Need for Speed Heat - Gameplay-Trailer zeigt Customization & schnelle Rennen 3:50 Need for Speed Heat - Gameplay-Trailer zeigt Customization & schnelle Rennen


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