Nvidia-CEO Jensen Huang "mag KI-Slop auch nicht" und behauptet jetzt auf einmal, er könne die Kritik an DLSS 5 verstehen

Der Nvidia-Chef Jensen Huang scheint Schadensbegrenzung betreiben zu wollen. Nachdem es zunächst hieß, Gamer, die DLSS 5 kritisieren, lägen "komplett falsch", kann er sie jetzt verstehen und mag auch keinen KI-Slop, sagt er.

Hier seht ihr den Nvidia-CEO Jensen Huang, der mittlerweile wahrscheinlich zu den reichsten Menschen überhaupt gehört. Hier seht ihr den Nvidia-CEO Jensen Huang, der mittlerweile wahrscheinlich zu den reichsten Menschen überhaupt gehört.

Nvidia ist zwar nicht das umsatzstärkste Unternehmen der Welt, aber das mit dem höchsten Marktwert. Was vor allem am aktuellen KI-Boom liegen dürfte, an dem Nvidia nicht nur massiv mitverdient, sondern der vom Konzern auch extrem befeuert wird – zum Beispiel mit DLSS 5, woran es sehr viel Kritik gab. Das kann der CEO jetzt irgendwie doch nachvollziehen, nachdem er erst etwas ganz anderes gesagt hatte.

Der Nvidia-Chef mag KI-Slop auch nicht: "alles sieht gleich und schön aus"

In einem Interview mit Lex Fridman wird Jensen Huang nach dem Drama rund um DLSS 5 und den Reaktionen darauf gefragt. Nachdem er kürzlich noch erklärt hatte, Gamer lägen mit ihrer Kritik an dem KI-Filter für Spiele "komplett falsch", klingen seine Aussagen jetzt ganz anders. Er erklärt, die Perspektive der Kritiker*innen würde für ihn durchaus Sinn ergeben. Das wirkt ziemlich überraschend.

Video starten 52:00 DLSS 5: Echte Grafik-Revolution oder nur AI-Slop?

Oder auch nicht: Anscheinend betreibt der Nvidia-CEO in diesem Interview einfach Schadensbegrenzung und versucht, möglicherweise verspielte Sympathiepunkte zurückzugewinnen. Er sieht sich sogar teilweise auf derselben Seite wie die DLSS 5-Kritiker*innen, weil er KI-Slop eigentlich auch nicht mögen würde:

"Ich kann verstehen, woher sie kommen. Weil ich KI-Slop selbst auch nicht mag. Die ganzen KI-generierten Inhalte sehen zunehmend gleich aus. Und sie sind alle schön. Also habe ich Empathie für das, wie sie denken."

Ihm zufolge wäre das aber einfach nicht das, was DLSS 5 versucht, zu sein. DLSS5 ist laut dem Nvidia-Chef "3D-konditioniert, 3D-geleitet" und beruhe einzig und allein auf der Arbeit der Künstler*innen. Es würde sie lediglich verbessern, aber nichts verändern.

Diese Aussagen wirken angesichts dessen, was wir im ersten Beispielvideo zu DLSS 5 gesehen haben, ganz schön irritierend. Die Gesichter sehen nach der DLSS 5-Kur teilweise wie komplett andere Menschen aus und es gab auch von Spiele-Entwickler*innen jede Menge negative Rückmeldungen, die ihre künstlerische Vision gefährdet sehen.

Die grundlegende Kritik an KI-Konzepten dieser Art scheint der Nvidia-CEO bewusst zu ignorieren oder nicht zu verstehen – vielleicht will er es auch nicht wahrhaben. Aber an DLSS 5 wird in erster Linie bemängelt, dass hier Veränderungen vorgenommen werden, die durch KI massiv gebiased, also vorurteilsbehaftet sind.

Soll heißen: Die zugrundeliegenden Ideen und Vorstellungen von dem, was gut aussieht, was schön oder hübsch ist, stellen an sich schon ein nicht zu unterschätzendes Problem dar. Es kommt eben sehr stark darauf an, womit die sogenannte KI gefüttert wird. Auf welcher Basis wird dann ein Bild angepasst und wie kann sichergestellt werden, dass dabei keine rassistischen oder sexistischen Stereotype reproduziert werden?

Zumindest ein kleiner Silberstreif am Horizont findet sich dann aber doch noch in dem Interview mit Jensen Huang. In Zukunft könnte laut dem Nvidia-CEO irgendwann möglich werden, dass die Entwickler*innen selbst eigene Modelle trainieren, die ganz gezielt einen spezifischen, gewünschten Look erzeugen könnten.

Bisher ist das aber noch Zukunftsmusik und es bleibt unklar, ob so etwas jemals klappt. Die Datenmengen für so ein Training müssten gigantisch ausfallen. Ein einzelnes Studio dürfte nie genug eigenes Material für ein derart spezifisches Training haben.

Wie findet ihr die neuen Aussagen des Nvidia-Chefs zu DLSS 5?


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