Overwatch - Vater meldet Sohn von der Schule ab, damit er eSport-Profi werden kann

Der Overwatch League-Spieler Lucas "Mendokusaii" Hakansson wollte eigentlich nur ein Jahr pausieren. Sein Vater hat ihn dann aber komplett aus der Schule genommen, damit sich sein Sohn voll und ganz auf die eSport-Karriere konzentriert.

von David Molke,
17.01.2018 12:45 Uhr

Einfach mal die Schule schmeißen und professioneller Gamer werden? Dieser Vater hat seinem Sohn den Traum erfüllt.Einfach mal die Schule schmeißen und professioneller Gamer werden? Dieser Vater hat seinem Sohn den Traum erfüllt.

Die meisten Eltern beharren darauf, dass ihre Kinder "etwas Ordentliches" lernen. Eine Karriere als professioneller Videospiel-Spieler gehört da meistens nicht dazu (über Spiele schreiben übrigens auch nicht). Der Overwatch-Profi Lucas "Mendokusaii" Hakansson hatte da aber offenbar mehr Glück: Sein Vater hat ihn sogar komplett von der Schule abgemeldet, damit er sich voll und ganz auf die eSports-Karriere konzentrieren kann. Anscheinend mit großem Erfolg.

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Allerdings war Henrik Hakansson – der Vater des Overwatch League-Spielers - nicht von Anfang an überzeugt und mit an Bord. Es dauerte eine Weile, bis er sich mit dem Gedanken anfreunden konnte. Im Interview mit Kotaku erklärt der eSportler Lucas "Mendokusaii" Hakansson:

"Für eine Weile war er so drauf: 'Ich glaube, du bist Videospiel-süchtig. Spiele verursachen Gewalt. Du kannst von World of Warcraft abhängig werden und da gibt es einen Typen in Korea, der gestorben ist, als er es gespielt hat.' All dieses verrückte Zeug."

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Lucas Hakansson hatte in seiner Jugend Probleme mit Angst, Depressionen und der Schule. In Videospielen wie Counter-Strike oder Overwatch habe er dann aber die eine Sache gefunden, die alles erträglich mache. Er entwickelte Träume, Ziele, Hoffnungen - und fing an, ernsthaft zu trainieren. Dass er besser wurde (und der damit verbundene Erfolg) stärkte sein Selbstvertrauen. Nach und nach fing auch sein Vater an, den Sinn und die Chance in der ganzen Sache zu sehen. Am Wichtigsten sei dabei die Kommunikation gewesen:

"Er fing an, zu begreifen, dass es sonst nichts gab, was ich lieber tun würde. Ich habe mit ihm von Angesicht zu Angesicht gesprochen. Ich war immer ehrlich zu ihm, selbst wenn ich irgendetwas Schlechtes gemacht hatte. Ich habe ihn angerufen und ihm gesagt, dass ich gerade den Unterricht schwänze, weil ich so sauer auf meine Lehrer war. Ich war mir sicher, dass ich Ärger kriegen würde, aber wir haben Ehrlichkeit immer über alles andere gestellt."

Lucas Hakansson wollte eigentlich nur ein Jahr mit der Schule pausieren, aber sein Vater meldete ihn direkt ganz ab. Ohne das Wissen seines Sohnes und ohne ihm das vorher zu sagen. Für den war das Ganze allerdings eine freudige und sehr willkommene Überraschung. Vater und Sohn haben sich daraufhin offenbar kopfüber in die Arbeit gestürzt und die Sache sehr ernst genommen.

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Während sein Sohn teilweise bis zu 18 Stunden am Tag trainierte, sorgte Henrik Hakansson für das ganze Drumherum. Er habe sein Zimmer aufgeräumt sowie geputzt und dafür gesorgt, dass immer das Lieblings-Essen seines Sohnes im Kühlschrank war.

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Mittlerweile ist Lucas "Mendokusaii" 19 Jahre alt und hat es in die obersten Ränge der Overwatch-Spieler geschafft. Sein Vater zockt jetzt übrigens auch selbst Overwatch, aber auf der Konsole.

"Ehrlich gesagt, hatte ich einfach wirklich sehr viel Glück, dass mein Vater mich den ganzen Weg über unterstützt hat."

"Wenn die Leute jetzt Schreie in meiner Straße in Schweden hören, ist das mein Vater, der Spiele spielt und seine Team-Kameraden anbrüllt."

Wie findet ihr die Entscheidung? Hätte er lieber die Schule abschließen sollen?

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