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Pillars of Eternity 2: Deadfire im Test - Grandioses Rollenspiel für Geduldige

Die Ultimate Edition des Rollenspiels bietet nahezu grenzenlose Freiheit und etliche Stunden Spielspaß mit großen und kleinen Verbesserungen gegenüber dem Original.

von Sascha Penzhorn,
28.01.2020 15:00 Uhr

Pillars of Eternity 2 im Test für Xbox One. Pillars of Eternity 2 im Test für Xbox One.

Pillars of Eternity 2: Deadfire für PS4 und Xbox One (eine Switch-Version ist ebenfalls geplant) lässt uns das Spielerlebnis von Beginn an genau so an unsere Bedürfnisse anpassen, wie wir es wünschen. Anspruchsvoll, bockschwer oder doch lieber ein gemütlicher Schwierigkeitsgrad? Inhalte, die im Level skalieren und immer fordernd bleiben? Pausierbare Echtzeitkämpfe oder doch lieber rundenbasiert?

Dabei verdanken wir einige der neuen Features und Komfort-Verbesserungen der Ultimate Edition. Die ist ohne jeden Zweifel die bestmögliche Variante, in der ihr Obsidians Rollenspiel-Epos genießen könnt.

Hinweis: Switch-Version
Die Eindrücke aus diesem Test beziehen sich auf die PS4- und Xbox One-Versionen von Pillars of Eternity 2. Eine Switch-Version soll ebenfalls kommen, allerdings erst später im Jahr 2020.

Die Götter müssen verrückt sein

Die Story setzt die Handlung aus dem ersten Teil direkt fort: Wir verfolgen eine Gottheit, die eine riesige Statue beseelt hat und auf einem zerstörerischen Kurs durch das Höllenfeuer-Archipel trampelt. Pillars of Eternity 2 lässt uns passenderweise einen bestehenden Spielstand von Pillars of Eternity importieren, falls vorhanden.

Alternativ legen wir über einen Dialog zu Spielbeginn fest, welche Ereignisse sich zugetragen haben. Zudem treffen wir auch auf ein paar Gefährten aus Teil eins. Die haben sich seit unserem letzten Abenteuer etwas verändert, sind älter und weiser geworden.

Neue Story-Sequenzen füllen Logiklöcher und beheben erzählerische Schwächen aus der PC-Version von 2018. Neue Story-Sequenzen füllen Logiklöcher und beheben erzählerische Schwächen aus der PC-Version von 2018.

Das alles bekommt man natürlich nur dann mit, wenn man den Vorgänger gespielt hat. Doch keine Sorge - auch ohne Vorkenntnisse des ersten Teils könnt ihr problemlos der Handlung von Deadfire folgen. Und die ist jetzt noch besser als zum PC-Release im Jahr 2018, denn inzwischen haben die Entwickler ein paar neue Story-Sequenzen und Dialoge hinzugefügt, um Logiklücken zu schließen und die Erzählung etwas runder zu gestalten. Schön, dass Obsidian auf Fan-Feedback hört!

Damit ihr eure Reise nicht ganz allein antreten müsst, gibt es im Spiel sieben verschiedene Gefährten mit eigenen Vorlieben und Persönlichkeiten. Kämpfer Edér hat es beispielsweise gern, wenn ihr nett zu Tieren seid, und Priesterin Xoti mag es gar nicht, wenn ihr euch gotteslästerlich verhaltet. Die Mitstreiter äußern sich entsprechend über euer Verhalten und geraten untereinander auch mal in Meinungsverschiedenheiten.

Unsere Party kann maximal fünf Mitglieder umfassen, tierische Begleiter der Jäger nicht mitgerechnet. Unsere Party kann maximal fünf Mitglieder umfassen, tierische Begleiter der Jäger nicht mitgerechnet.

Neben (teils eher schwachen) persönlichen Geschichten und Quests bieten fünf von ihnen die Möglichkeit zur Liebesbeziehung. Zudem gibt es sechs sekundäre Begleiter (oder Sidekicks), die ihr ebenfalls in die Gruppe einladen könnt. Allerdings haben diese weniger zu erzählen als die detaillierteren Hauptgefährten. Selbstverständlich habt ihr auch wieder die Möglichkeit, eigene Mitstreiter von Hand zu erstellen.

Hervorragendes Charaktersystem

Über das flexible Klassensystem passt ihr eure Partymitglieder nach Lust und Laune an. Wer es unkompliziert mag, legt sich auf eine Klasse fest und wird beispielsweise zum Druiden, Kämpfer oder Jäger. Wollt ihr es spezieller, könnt ihr für euren Jäger die Unterklasse des Scharfschützen wählen, um noch besser im Fernkampf zu werden.

Auf Wunsch könnt ihr auch zwei Klassen miteinander kombinieren und den Scharfschützen nebenher auch zum Zauberer machen. Dadurch entwickelt er sich vergleichsweise langsamer, zieht aber nicht nur mit der Donnerbüchse in die Schlacht, sondern wirft auch noch mit Feuerbällen um sich.

Die Fähigkeitenbäume sind übersichtlich, intuitiv und erschlagen uns nicht mit Optionen. Die Fähigkeitenbäume sind übersichtlich, intuitiv und erschlagen uns nicht mit Optionen.

Es gibt viele aufregende Kombinationen, die zum Experimentieren anregen - das erhöht auch den Wiederspielwert! Vor allem ist das System aber sinnig, intuitiv und erfordert kein ausgiebiges Studium des Regelwerks, um mächtige Helden zu erschaffen.

Wie eingangs erwähnt, habt ihr zudem die Wahl, ob ihr wie im ersten Teil in Echtzeit oder lieber rundenbasiert kämpfen möchtet. Das neu hinzugekommene Rundensystem macht Laune, wenn man sich nicht an den zwangsläufig längeren Schlachten stört.

Besonders die Städte sehen toll aus, sind aber auch mit zahlreichen Ladebildschirmen gespickt. Besonders die Städte sehen toll aus, sind aber auch mit zahlreichen Ladebildschirmen gespickt.

Das alternative Kampfsystem funktioniert größtenteils prima, jedoch stellt sich die Wegfindungs-KI gelegentlich etwas dämlich an, sodass ihr Helden manchmal schrittweise ans Ziel führen müsst. Wer das Spiel bisher wegen seiner hektischen Echtzeitkämpfe vermieden hat, sollte spätestens jetzt einen Blick riskieren.

Schiff statt Festung

Hattet ihr im ersten Teil noch eine eigene Burg, motzt ihr diesmal ein eigenes Schiff mit Kanonen, einer Crew und weiteren Extras auf, um damit die riesige Weltkarte frei und nach Herzenslust zu erforschen. So stoßt ihr auf viele große und kleine Inseln, die ihr nach Schätzen, Dungeons und Ereignissen absucht. Zudem legt ihr euch mit feindlichen Schiffen an, was über taktisch-trockene, weil nur als Text präsentierte Schlachten abläuft. Habt ihr daran keinen Spaß, könnt ihr den feindlichen Kahn aber auch direkt entern und euch dann mit der Crew über das gewohnte Kampfsystem anlegen.

Wir motzen unsere bescheidene Nussschale mit neuen Kanonen auf. Mit dem nötigen Gold kaufen wir später immer größere, mächtigere Schiffe. Wir motzen unsere bescheidene Nussschale mit neuen Kanonen auf. Mit dem nötigen Gold kaufen wir später immer größere, mächtigere Schiffe.

Die Spielwelt selbst ist wunderschön abwechslungsreich und beeindruckt mit riesigen Hafenstädten, trockenen Wüsten, dicht bewachsenen Wäldern, exotischen Dschungeln sowie Eis und Schnee. Gerade die Städte hatten in unserem Test auf der (regulären) Xbox One allerdings einen großen Haken: Zahlreiche Ladebildschirme mit Ladezeiten, die je nach Sitzungsdauer immer länger werden. Bei jedem Betreten und Verlassen eines Gebäudes oder Stockwerks, beim Eintritt in ein neues Stadtviertel - ständig warten Ladebildschirme, auf denen wir manchmal 80 bis 90 Sekunden lang festhängen.

Wer alles gründlich erkunden möchte, sollte also besser ein gutes Buch zur Hand haben. In einem Fall scheiterte der Gebietswechsel völlig, stattdessen gab es eine Fehlermeldung und wir fanden uns im Titelbildschirm wieder. Da dürfte wohl ein Patch anstehen.

Lesen ist Pflicht

Neben hervorragender Hintergrundmusik bietet Deadfire auch sehr gute Sprecher. Alle Dialoge sind vertont - allerdings ausschließlich in englischer Sprache. Wer diese nicht versteht, liest genretypisch viele (und lange) deutsche Bildschirmtexte.

Im Verlauf der Story machen wir uns mit unseren Entscheidungen nicht nur Freunde, sondern auch viele Feinde. Jede Handlung hat Konsequenzen. Im Verlauf der Story machen wir uns mit unseren Entscheidungen nicht nur Freunde, sondern auch viele Feinde. Jede Handlung hat Konsequenzen.

Doch auch bei guten Englischkenntnissen solltet ihr nicht lesefaul sein. Charaktere und Landschaften werden oft detailliert und ausführlich beschrieben - und das für gewöhnlich rein in Textform und oft ohne vertonten Erzähler.

Deadfire ist aber auch kein Spiel, das man mal eben so nebenher oder in ein paar schnellen Sitzungen durchspielt. Tatsächlich gibt es hier, schon weil sämtlicher DLC und alle Erweiterungen integriert sind, so viel Inhalt, dass ein komplettes Durchspielen durchaus seine 100 Stunden in Anspruch nehmen kann. Und weil wir durch unser Handeln den Verlauf der Spielgeschichte beeinflussen, macht auch ein zweiter oder dritter Durchlauf mit anderen Entscheidungen noch ordentlich Spaß.

Steuerung und Textgröße
Die Steuerung ist komfortabel und geht so gut von der Hand wie im ersten Teil. Im Echtzeitmodus pausieren wir auf Knopfdruck, Gruppenmitglieder werden über die Schultertasten ausgewählt, über Ringmenüs schauen wir ins Inventar, schlagen ein Lager auf und vieles mehr, einen Ring für Zauber und Fähigkeiten gibt's ebenfalls.

Zudem können wir alle interaktiven Objekte permanent eingeblendet lassen (D-Pad links) und den Cursor bei Bedarf unabhängig von der Gruppe bewegen, um gezielt mit Objekten und NPCs zu interagieren. Nach etwas Eingewöhnung spielen sich die Echtzeitkämpfe genauso fluffig wie am Rechenknecht mit der Maus. Wer es weniger hektisch mag, spielt rundenbasiert.

Texte und Menüs sind am Glotzophon problemlos lesbar, bei Bedarf gibt's aber auch die Option für noch größere Schriften und Ligaturen für noch bessere Lesbarkeit.

Noch mehr RPG-Hoffnungsträger 2020

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