Pokémon GO - Spieler glauben an Trick, mit dem sich legendäre Pokémon leichter fangen lassen

Mit dem "Drück nicht OK"-Exploit lassen sich legendäre Pokémon wie Lugia und Arktos in Raids angeblich einfacher fangen. Doch was steckt dahinter?

von Linda Sprenger,
16.08.2017 13:15 Uhr

Was steckt hinter dem Trick, mit dem sich angeblich legendäre Pokémon in Pokémon GO einfacher fangen lassen? Was steckt hinter dem Trick, mit dem sich angeblich legendäre Pokémon in Pokémon GO einfacher fangen lassen?

Viele von uns, die mit Pokémon Rot und Blau aufgewachsen sind, kennen wahrscheinlich noch den vermeintlichen Trick, der die Fangrate drastisch erhöht und quasi jeden Ball zu Meisterball macht - und jeder von uns kennt diesen Kniff vermutlich ein bisschen anders.

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Auf meinem Schulhof verbreitete sich zum Beispiel das Gerücht, dass sich Taschenmonster einfacher fangen lassen, wenn man ganz schnell auf die B-Taste des Game Boys hämmert, nachdem der Ball aufs Monster geschleudert wurde. Andere behaupteten hingegen, dass sich die Fangchance erhöhen lässt, wenn man gleichzeitig B und das Steuerkreuz nach unten drückt. Und wiederum andere dachten, dass das abwechselnde Drücken von A und B der Weg zum Erfolg sei.

Wirklich funktioniert hat keine dieser Methoden. Lediglich kindlicher Aberglaube ließ uns deren Effekt für bare Münze nehmen. Auch in Niantics Mobile-Hit Pokémon GO macht gerade ein Fang-Trick die Runde, mit dem sich die legendären Pokémon Arktos, Zapdos, Lavados und Lugia in Raids angeblich einfacher schnappen lassen. Aberglaube oder tatsächlicher Exploit - was steckt dahinter? (via Comicbook & Reddit)

Wenn der Ball auf den Boden fiel und wackelte, hämmerten viele von uns in die Tasten. Wenn der Ball auf den Boden fiel und wackelte, hämmerten viele von uns in die Tasten.

Pokémon GO - Der "Drück nicht OK"-Trick

Der "Don't press OK"-Trick ("Drück nicht OK"-Trick) erhöht angeblich die Wahrscheinlichkeit, dass Mitspieler in einer Raid-Gruppe den Raid-Boss - sagen wir Zapdos - fangen. Die Voraussetzung: Ein anderer Spieler in der gleichen Raid-Gruppe, der Zapdos bereits erfolgreich geschnappt hat, darf nach dem Fang nicht auf "OK" tippen.

Ursprung des Tricks ist das Gerücht, dass der Server bestimmt, wer einen Raid-Boss fängt und wer nicht. Demnach würde lediglich knapp ein Drittel der Spieler in einer Raid-Gruppe das begehrte Monster fangen - der Rest gehe leer aus. Mithilfe des "Drück nicht OK"-Tricks glauben Spieler nun, die App austricksen zu können: Drückt ein Spieler nicht auf "OK", wisse der Server auch nicht, dass er den Boss gefangen hat. Und wenn niemand in der Raid-Gruppe dem Server mitteilt, das Pokémon bereits geschnappt zu haben, dann mache er es eben für alle fangbar. Klingt logisch, ist aber falsch.

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Wie Reddit-User StarsMmd aufklärt, "weiß" der Server von Pokémon GO bereits vor uns, ob wir ein Pokémon fangen oder nicht. Ob wir unseren Fang mit "OK" bestätigen, oder es bleiben lassen, macht keinen Unterschied. Denn wie viele andere Spiele verwendet Pokemon GO "Random Number Generation" (zufällige Zahlengenerierung), kurz RNG, um zu bestimmen, ob ein Monster im Ball bleibt oder ausbricht.

Schleudern wir also einen Premierball beispielsweise auf ein legendäres Biest wie Zapdos, dann berechnet der Server unseren Erfolg oder Misserfolg unmittelbar, indem er verschiedene Faktoren einbezieht und zusammenrechnet. So spielt es unter anderem eine Rolle, ob wir eine Himmihbeere benutzen, die uns einen Fang-Bonus gibt, oder einen Curve-Ball schleudern, der uns ebenfalls einen kleinen Bonus gewährt.

Hat ein Drittel der Trainer in einer Raid-Gruppe den Boss bereits gefangen, schließt der Server ganz bestimmt nicht den Rest aus, da die RNG-Berechnungen für jeden einzeln ablaufen und die der anderen Spieler gar nicht mit eingezogen werden. Der "Drück nicht OK"-Trick existiert also nicht und gesellt sich damit zu den vielen Pokémon-Kniffen aus unserer Kindheit.

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