Vor einiger Zeit kam ich auf die Idee, meinen alten Game Boy Advance SP wiederzubeleben. Weil, warum nicht? Ich habe den Nintendo-Handheld als Kind geliebt und damit wahrscheinlich mehr Zeit verbracht, als auf allen PlayStation-Konsolen, die ich je besaß. Außerdem wollte ich etwas in Nostalgie schwelgen. Also fackelte ich nicht lange.
Nach über 20 Jahren hatte der Akku meines schnieken schwarzen SPs natürlich schon längst das Zeitliche gesegnet. Kein Problem: Günstigen Ersatz-Akku bestellt, in unter 5 Minuten eingebaut und das Ding läuft wieder wie geschmiert.
Doch meine Freude währte nur kurz. Denn als ich Pokémon Rubin, aka mein absolutes Lieblingsspiel auf meinem wiederbelebten GBA, wieder anwarf, erlebte ich eine böse Überraschung und stolperte direkt ins nächste Batterie-Problem.
Eine Nachricht, die keiner erhalten will
Interne Batterie ist verbraucht. Das Spiel kann fortgesetzt werden. Aber zeitbasierte Spiel-Events werden nicht mehr initiiert.
Diese Nachricht ploppte auf, nachdem ich Rubin voller Vorfreude in meinen GBA SP eingelegt und nach über 20 Jahren wieder gestartet hatte. Ein herber Dämpfer, der in mir ein Gefühl von Unbehagen aufkommen ließ …
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Pokemon Feuerrot und Blattgrün kehren auf die Nintendo Switch zurück
Aber erst einmal zur Theorie: "Interne Batterie verbraucht" - Was bedeutet das genau? Hierbei handelt es sich keineswegs um einen Einzelfall, sondern um ein typisches Problem bei GB(A)-Spielen. Nach circa 15 bis 20 Jahren geht der im Modul verbauten Knopfzelle allmählich der Saft aus.
Bei den meisten GBA-Titeln sind die Folgen aber weniger problematisch als bei Game Boy-Modulen. Heißt in meinem Falle: Mein alter Pokémon Rubin-Spielstand von damals existiert noch – zum Glück, denn Spielstände werden im Flash-Speicher gespeichert und werden deshalb auch dann nicht gelöscht, wenn die interne Batterie aufgegeben hat.
Bei meiner alten Pokémon Kristall-Edition für den GBC werden Spielstände aufgrund der leeren internen Batterie hingegen nicht mehr dauerhaft gespeichert. Immerhin bleibt mir dieses Schicksal bei Rubin also erspart.
Die Pokémon-Welt steht still
Ich konnte meinen alten Spielstand (circa aus dem Jahr 2005/2006) also fortsetzen und weiterspielen. Die leere interne Batterie hat aber natürlich dennoch negative Auswirkungen aufs Spielgeschehen. Und so merkte ich schnell, dass in Hoenn im wahrsten Sinne die Zeit stehen geblieben ist.
Die interne Batterie ist nämlich für zeitbasierte Events zuständig. Funktioniert diese nicht mehr, hört die interne Uhr des Spiels auf zu zählen.
Das bedeutet wiederum, dass die für Pokémonkämpfe nützlichen Beeren aufhören zu wachsen und die Teilnahme an der ID-Lotterie in Seegrasulb City nicht mehr möglich ist. Und nicht nur das: Auch die Gezeiten in der Küstenhöhle ändern sich nicht mehr. Und da der Wechsel von Ebbe und Flut ausbleibt, bleibt es mir verwehrt, bestimmte Areale in der Höhle und damit einige spezifische Pokémon und Items zu erreichen.
Zwar machen diese Auswirkungen Pokémon Rubin nicht unspielbar, dennoch fühlte sich meine Heimkehr nach über 20 Jahren dadurch plötzlich sehr dystopisch an. Eine lebendige Pokémonwelt, die mich einst so in ihren Bann zog, wirkte nun in gewisser Hinsicht wie ein Stillleben auf mich.
Pokémon Blattgrün/Feuerrot auf Switch nur der Anfang?
Auch wenn ich die interne Batterie meines Rubin-Moduls theoretisch austauschen und damit die oben geschilderten Probleme beheben könnte, so hoffe ich, dass Nintendo Pokémon Rubin/Saphir und Smaragd noch einmal neu für die Nintendo Switch auflegt. Ich habe einfach Bock, Hoenn erneut zu erleben – und zwar mit allem, was dazu gehört, und das umfasst eben auch wachsende Beeren.
Ob Rubin, Saphir und Smaragd irgendwann auf die Switch zurückkehren werden, ist noch nicht offiziell bestätigt, unwahrscheinlich ist das aber nicht. Womöglich waren die im Frühjahr dieses Jahres veröffentlichten Switch-Neuauflagen von Pokémon Feuerrot und Blattgrün nur der Anfang.
Habt ihr nach langer Zeit ebenfalls mal wieder eure alten GBA-Pokémon-Games angeworfen?
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