Dass Pokémon in den Neunzigern so erfolgreich war, kommt der Wissenschaft zugute: Die weite Verbreitung und die vielen Menschen, die die Spiele auf dieselbe Art und Weise gespielt haben, kann als natürliche Versuchsanordnung interpretiert werden. Eine Studie der Stanford-Universität von 2019 kommt zu interessanten Ergebnissen: Wer in seiner Jugend viel Pokémon gespielt hat, nutzt offenbar eine ganz spezielle Hirnregion zum Abspeichern und zur Erkennung der kleinen Biester.
Hinweis: Dieser Artikel erschien bereits in einer früheren Version auf GamePro.de.
Studie vergleicht Gehirne von Pokémon-Fans mit Gehirnen von anderen
So liefen die Versuche ab: Die Teilnehmenden der Studie bestehen aus zwei Gruppen: Menschen, die in den Jahren 1995 bis 1998 viel Pokémon gespielt haben, und Leuten, die Pokémon überhaupt nicht kennen. Alle bekamen diverse unterschiedliche Bilder präsentiert, während ihre Hirnaktivitäten aufgezeichnet wurden.
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Was kam dabei heraus? Die Pokémon-Fans reagieren auf Bilder von Pokémon anders als diejenigen, die die Taschenmonster nicht kennen. Genauer gesagt: Bei Pokémon-Connoisseuren reagiert eine ganz bestimmte Hirnregion auf die gezeigten Bilder – und zwar bei allen genau dieselbe. Bei den Nicht-Pokémon-Fans blieb das Areal aber ungenutzt.
Warum ist das etwas Besonderes? Die Informationen, die zur Erkennung von Pokémon dienen, befinden sich bei allen oder den meisten Fans offenbar an derselben Stelle im Gehirn.
Die Experiment scheint eine Theorie zu bestätigen: Der Ort und die Größe der Region, an der diese Informationen gespeichert werden, hängt anscheinend auch damit zusammen, wie wir sie visuell aufnehmen.
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Denn wer in den 1990ern Pokémon zockte, hat das auf einem Game Boy getan. Die Pokémon-Bilder haben dementsprechend alle ungefähr denselben Teil unseres Sichtfeldes eingenommen und hatten allesamt ungefähr denselben Abstand zu unseren Augen.
Ich denke, eine der Lektionen unserer Studie ist, dass diese Gehirn-Regionen, die von unserer zentralen Sicht aktiviert werden, durch ausgeprägte Erfahrungen besonders formbar sind.
Was bedeutet das? Die Studie hilft dabei, herauszufinden, wie unser Hirn mit Informationen umgeht, beziehungsweise wie und wo bestimmte Dinge abgespeichert werden. Mit der Zeit können sich spezielle Verknüpfungen herausbilden und die Erkenntnisse dieser Studie könnten eines Tages Menschen mit Sehbehinderungen helfen.
Das Ergebnis legt nahe, dass die Art und Weise, wie man sich visuelle Reize ansieht (wie ein Pokémon oder Wörter), bestimmt, wieso unser Hirn so organisiert ist, wie es ist. Das ist in Zukunft nützlich, weil es bedeuten könnte, dass visuelle Defizite wie Dyslexie oder Gesichtsblindheit einfach nur dadurch entstehen, wie wir Stimuli betrachten, also ist das ein vielversprechendes Unterfangen für die Zukunft.
Wer sein Hirn für die Zukunft auf Pokémon trainieren will, kann das aktuell vermutlich am besten bei Pokopia tun, bevor die zehnte Generation Wind und Welle 2027 für die Nintendo Switch 2 erscheinen soll.
Habt ihr ähnliche Gehirn-Areale für Pokémon? Bei welchen Spielen könnt ihr euch das sonst noch vorstellen?

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